Saisonale Leistungsfaktor (SPF) bei der Effizienz von Wärmepumpen

Die Arbeitszahl, oft auch als Seasonal Performance Factor (SPF) bezeichnet, beschreibt, wie effizient eine Wärmepumpe im realen Betrieb über einen definierten Zeitraum – üblicherweise ein Jahr – arbeitet. Während COP und SCOP standardisierte Kennzahlen aus dem Labor sind, spiegelt die Arbeitszahl die gemessene Leistung in einem tatsächlich installierten System wider. Für die Forschung im Frühstadium hilft die SPF dabei zu verstehen, wie die Effizienz unter realen Betriebsbedingungen bewertet wird.

Was ist die Arbeitszahl (SPF)?

Die SPF ist das Verhältnis zwischen:

  • Der gesamten Nutzwärme, die über einen definierten Zeitraum abgegeben wurde.

  • Der gesamten elektrischen Energie, die im selben Zeitraum verbraucht wurde.

Einfach ausgedrückt:

SPF = Gesamte Wärmeabgabe / Gesamte elektrische Aufnahme

Das Ergebnis zeigt, wie viele Einheiten Wärme pro eingesetzter Einheit Strom im tatsächlichen Betrieb geliefert wurden. Im Gegensatz zur SCOP wird die SPF nicht anhand von Klima-Annahmen berechnet, sondern aus den Zählerdaten des Systems ermittelt.

Infografik zur Erklärung des Saisonale Leistungsfaktors (SPF) bei Wärmepumpen, inklusive Formel und Effizienzbewertung über die Jahreszeiten.

SPF vs. SCOP vs. COP

Um Verwechslungen zwischen den Effizienzkennzahlen zu vermeiden:

  • COP = Effizienz unter einer einzigen Labor-Testbedingung.

  • SCOP = Berechnete saisonale Effizienz unter standardisierten Klimabedingungen.

  • SPF = Gemessene saisonale Effizienz (Arbeitszahl) im realen Betrieb.

Während die SCOP auf standardisierten Prüfungen nach der Norm EN 14825 basiert, stützt sich die SPF auf Energiemessungen und Systemmonitoring im Feld. Die SPF spiegelt somit die tatsächliche Installationsqualität, das Betriebsverhalten und die Gebäudeeigenschaften wider.

Wie die SPF gemessen wird

Für die Ermittlung der SPF sind erforderlich:

  • Ein Wärmemengenzähler zur Messung der abgegebenen thermischen Nutzenergie.

  • Ein Stromzähler zur Messung der gesamten elektrischen Aufnahme.

  • Eine definierte Systemgrenze.

Die Messgrenzen können variieren. Beispielsweise kann die SPF folgende Faktoren einschließen:

  • Stromverbrauch des Kompressors.

  • Umwälzpumpen.

  • Steuerungssysteme.

  • Elektro-Zusatzheizungen (Heizstab), falls vorhanden.

Die gewählte Systemgrenze muss klar definiert sein, um Transparenz und Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Warum die SPF wichtig ist

Die SPF ist von Bedeutung, da sie zeigt, wie effizient das System im echten Leben arbeitet, nicht nur unter Laborbedingungen. Sie erfasst:

  • Den Einfluss des Klimas.

  • Die Vorlauftemperatur-Einstellungen.

  • Das hydraulische Design.

  • Die Steuerungsstrategie.

  • Das Nutzerverhalten.

  • Den Hilfsstromverbrauch.

Dies macht die SPF besonders relevant für die Leistungsüberprüfung, das Energiemonitoring, die Evaluierung von Förderrichtlinien sowie für Langzeit-Betriebskostenanalysen.

Was ist eine gute SPF?

Ohne Kontext gibt es keine universell „gute“ Arbeitszahl. Für moderne Wohnraum-Wärmepumpen in gut geplanten Gebäuden liegen die Werte üblicherweise in folgenden Bereichen:

  • Um 3 bis 4 für viele Luft-Wasser-Systeme.

  • Oft über 4 für gut optimierte Sole-Wasser-Systeme (Erdwärme).

Die tatsächlichen Ergebnisse hängen von den Klimabedingungen, der Auslegung der Heizflächen (z. B. Fußbodenheizung), der Vorlauftemperatur, der Gebäudedämmung und der Installationsqualität ab. Da die SPF den Realbetrieb abbildet, können die Werte von den veröffentlichten SCOP-Angaben abweichen.

Was beeinflusst die SPF in der Praxis?

Die SPF wird stärker von Systemfaktoren beeinflusst als Laborkennzahlen:

  • Vorlauftemperatur: Niedrigere Heizwassertemperaturen verbessern die saisonale Effizienz erheblich.

  • Systemdesign: Ein korrekter hydraulischer Abgleich und die richtige Dimensionierung der Heizkörper reduzieren unnötigen Temperaturhub.

  • Steuerungsstrategie: Eine witterungsgeführte Regelung und eine stabile Modulation verbessern die Leistung.

  • Installationsqualität: Eine fehlerhafte Einstellung kann die reale Effizienz senken, selbst wenn die Wärmepumpe an sich hochwertige Kennwerte aufweist.

  • Nutzerverhalten: Änderungen der Sollwerte und individuelle Heizmuster beeinflussen den saisonalen Stromverbrauch.

SPF und Transparenz beim Monitoring

Da die SPF von den Messgrenzen abhängt, ist eine transparente Dokumentation essenziell. Ein klarer Bericht sollte definieren, welche elektrischen Komponenten inkludiert sind, welche thermische Leistung gemessen wurde und wie lange der Messzeitraum war. Ohne definierte Grenzen können SPF-Werte nicht sinnvoll verglichen werden.

Praktische Interpretation

Haben zwei Wärmepumpen ähnliche SCOP-Werte, aber unterschiedliche gemessene SPF-Werte, liegt der Unterschied meist in der Systemintegration, der Installationsqualität oder den spezifischen Betriebsbedingungen vor Ort.

Frequently Asked Questions (FAQs)

Das Verhältnis von im Betrieb abgegebener Wärme zu verbrauchtem Strom über ein Jahr.

Gesamte Wärmeabgabe geteilt durch gesamte elektrische Aufnahme (basierend auf Zählerständen).

Die SCOP ist eine theoretische Berechnung fürs Marketing/Label, die SPF ist die reale Messung vor Ort.

Werte zwischen 3 und 4 (Luft) bzw. über 4 (Erdwärme) gelten als effizient.

Weil reale Bedingungen (schlechte Dämmung, sehr kalter Winter, falsche Einstellungen) oft härter sind als die Labor-Normbedingungen.

Ja, sofern die Systemgrenze auch Pumpen und Heizstäbe mit einschließt.

Nein, für das EU-Label wird die SCOP verwendet, da diese für alle Hersteller vergleichbare Laborbedingungen schafft.