Effizienz von Wärmepumpen

Die Effizienz einer Wärmepumpe beschreibt das Verhältnis zwischen der bereitgestellten nutzbaren Heiz- oder Kühlenergie und der für ihren Betrieb benötigten elektrischen Energie. Eine Wärmepumpe nutzt elektrische Energie, um Wärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Wasser aufzunehmen und auf das vom Gebäude benötigte Temperaturniveau anzuheben. Da die Umweltwärme zur abgegebenen Energie beiträgt, kann die bereitgestellte nutzbare Wärmeenergie um ein Mehrfaches höher sein als die verbrauchte elektrische Energie.

Effizienz ist jedoch keine einzelne, dauerhaft gültige Kennzahl. Ein unter Laborbedingungen ermittelter Wert für einen bestimmten Betriebspunkt, eine standardisierte saisonale Bewertung und die nach der Installation gemessene Leistung beantworten jeweils unterschiedliche Fragen. Welche Kennzahl geeignet ist, hängt davon ab, ob Sie Produkte vergleichen, eine Anlage planen, den Energieverbrauch abschätzen oder eine bestehende Installation überprüfen möchten.

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Thomas Pletzer
Matthias Steiner
Christian Hutter
Adrian Egger
EXPERTEN-BERATUNG
Über 50 Jahre Erfahrung mit Wärmepumpen

Welche Kennzahl für die Wärmepumpeneffizienz sollten Sie verwenden?

Der erste Schritt besteht darin, eine Leistungskennzahl auszuwählen, die zu der Frage passt, die Sie beantworten möchten.

Verhältnis der Heizleistung zur elektrischen Leistungsaufnahme unter festgelegten Prüfbedingungen. Wie effizient stellt die Wärmepumpe an einem definierten Betriebspunkt Heizwärme bereit?

Saisonale Effizienz im Heizbetrieb bei unterschiedlichen Temperaturen und Teillastbedingungen. Wie effizient wird das Produkt während einer standardisierten Heizperiode voraussichtlich Wärme bereitstellen?

Verhältnis der Kühlleistung zur elektrischen Leistungsaufnahme unter festgelegten Prüfbedingungen. Wie effizient stellt die Wärmepumpe an einem definierten Betriebspunkt aktive Kühlung bereit?

Saisonale Effizienz im Kühlbetrieb bei wechselnden Temperaturen und Lastbedingungen. Wie effizient wird das Produkt während einer standardisierten Kühlsaison voraussichtlich kühlen?

Aus der gemessenen Wärmeabgabe und dem Stromverbrauch innerhalb einer festgelegten Systemgrenze ermittelte Effizienz. Wie effizient hat das installierte System über einen definierten Zeitraum gearbeitet?

COP und EER beschreiben einzelne Nennbetriebspunkte. SCOP und SEER erweitern die Bewertung auf standardisierte saisonale Bedingungen. Der SPF wird verwendet, um die Leistung eines installierten Systems über einen festgelegten Zeitraum zu bewerten, sofern der Messumfang und die Systemgrenze eindeutig angegeben sind.

Keine Kennzahl ist grundsätzlich die „beste“. COP und EER eignen sich für direkte technische Vergleiche unter identischen Bedingungen. SCOP und SEER bieten einen umfassenderen saisonalen Überblick, während der SPF dabei hilft, die tatsächliche Leistung im realen Betrieb zu überprüfen.

Prüfbedingungen, europäische Normen und Energiekennzeichnung

Eine Effizienzkennzahl ist nur dann aussagekräftig, wenn die zugehörigen Prüfbedingungen und die verwendete Berechnungsmethode bekannt sind. Quellentemperatur, Heizwasser- oder Kühltemperatur, Lastniveau, Hilfsstromverbrauch und die gewählte Anwendung können das angegebene Ergebnis beeinflussen.

Beim Vergleich von Wärmepumpen sollten daher ausschließlich Werte gegenübergestellt werden, die sich auf gleichwertige Bedingungen und Systemgrenzen beziehen.

Erklärt, warum Temperaturen, Laststufen und Betriebsarten berücksichtigt werden müssen, bevor zwei Leistungswerte miteinander verglichen werden.

Legt den europäischen Rahmen für die Messung der Heiz- und Kühlleistung an definierten Betriebspunkten fest.

Behandelt die Prüfung und Bewertung unter Teillastbedingungen sowie die Berechnung der saisonalen Leistung.

Erklärt, wie die saisonale Leistung im Rahmen der europäischen Ökodesign- und Energiekennzeichnungsvorschriften dargestellt wird.

EN 14511 und EN 14825 erfüllen unterschiedliche, aber miteinander verbundene Funktionen. EN 14511 legt Prüf- und Bewertungsverfahren für einzelne Betriebspunkte fest, während EN 14825 Teillastprüfungen und die Berechnung der saisonalen Leistung behandelt. Bei der europäischen Energiekennzeichnung von Raumheizgeräten wird die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz verwendet, um Produkte unter standardisierten regulatorischen Bedingungen einzustufen.

Diese standardisierten Ergebnisse schaffen eine einheitliche Grundlage für den Produktvergleich. Sie garantieren jedoch nicht, dass in jedem Gebäude derselbe Stromverbrauch erreicht wird, da die Installation und ihre Betriebsbedingungen immer vom jeweiligen Standort und Gebäude abhängen.

Betriebsbedingungen, die die Effizienz beeinflussen

Die Leistung einer Wärmepumpe verändert sich mit den Temperaturen und Lasten innerhalb des Systems. Einer der wichtigsten physikalischen Einflussfaktoren ist der Temperaturunterschied, den die Wärmepumpe zwischen ihrer Wärmequelle und dem Heiz- oder Kühlsystem überwinden muss.

Die folgenden Themen erläutern die wichtigsten betrieblichen Einflussfaktoren:

Die erforderliche Heizwassertemperatur beeinflusst die vom Verdichter zu leistende Arbeit. Das Wärmeverteilsystem sollte so ausgelegt und geregelt werden, dass das Gebäude mit einer möglichst niedrigen, aber dennoch ausreichenden Vorlauftemperatur beheizt werden kann.

Die Außentemperatur wirkt sich besonders unmittelbar auf Luftwärmepumpen aus. Veränderungen der Bedingungen an der Wärmequelle beeinflussen sowohl die verfügbare Leistung als auch die Effizienz.

Gebäude benötigen ihre maximale Heiz- oder Kühlleistung nur während begrenzter Zeiträume. Die saisonale Effizienz hängt daher wesentlich davon ab, wie gut die Wärmepumpe ihre Leistung moduliert, wenn der Bedarf unterhalb ihrer Nennleistung liegt.

Luftwärmepumpen müssen bei kalten und feuchten Bedingungen gegebenenfalls Eis vom Wärmetauscher der Außeneinheit entfernen. Das Abtauen ist ein normaler Betriebsprozess, beeinflusst jedoch vorübergehend die Heizleistung und den Stromverbrauch.

Diese Faktoren wirken zusammen. Kalte Außentemperaturen in Verbindung mit einer hohen erforderlichen Vorlauftemperatur führen beispielsweise zu anspruchsvolleren Betriebsbedingungen als jede dieser Bedingungen für sich allein. Saisonale Kennzahlen berücksichtigen wechselnde Bedingungen auf standardisierte Weise. Messwerte zeigen dagegen, wie die konkrete Installation unter diesen Bedingungen tatsächlich gearbeitet hat.

Das Gebäude und das Wärmeverteilsystem

Die Wärmepumpe ist nur eine Komponente des Heizsystems. Das Gebäude bestimmt, wie viel Wärme benötigt wird. Die Wärmeabgabesysteme beeinflussen wiederum, welche Wassertemperatur erforderlich ist, um diese Wärme an die Räume abzugeben.

Fußbodenheizungen, Flächenheizungen, Gebläsekonvektoren und Heizkörper weisen unterschiedliche Betriebseigenschaften auf. Ihre Art, Größe und Auslegung beeinflussen, ob die benötigte Raumwärme bei einer geeigneten Vorlauftemperatur bereitgestellt werden kann.

Die Gebäudehülle beeinflusst die Wärmeverluste und den maximalen Heizbedarf. Eine genaue Heizlastberechnung ist erforderlich, um die Wärmepumpe und die Wärmeabgabesysteme auf das Gebäude abzustimmen.

Wärmebedarf und Effizienz dürfen nicht gleichgesetzt werden. Der Wärmebedarf beschreibt, wie viel thermische Energie ein Gebäude benötigt. Die Effizienz gibt dagegen an, wie viel elektrische Energie erforderlich ist, um diese Wärme bereitzustellen. Eine hocheffiziente Wärmepumpe in einem großen Gebäude oder einem Gebäude mit hohem Wärmebedarf kann daher mehr Strom verbrauchen als eine Anlage mit geringerer Leistung, die ein kleines Gebäude mit niedrigem Wärmebedarf versorgt.

Insbesondere bei Sanierungsprojekten ist es wichtig, das Gebäude, die Wärmeabgabesysteme und die Wärmepumpe gemeinsam zu bewerten. Vorhandene Heizkörper verhindern nicht automatisch einen effizienten Wärmepumpenbetrieb. Ihre Heizleistung bei der vorgesehenen Wassertemperatur muss jedoch mit der jeweiligen Raumheizlast abgeglichen werden.

Systemintegration und Regelung

Veröffentlichte Produktkennwerte können nicht jede Hydraulikkomponente, Regelungsentscheidung oder elektrische Hilfslast eines installierten Heizsystems abbilden. Die Art und Weise, wie die Geräte in das Gesamtsystem integriert werden, beeinflusst daher, wie nah die tatsächliche Leistung an das erwartete saisonale Ergebnis herankommt.

Bietet eine Betrachtung auf Systemebene und berücksichtigt dabei die Wärmepumpe, das Wärmeverteilsystem, Hilfskomponenten und die gewählte Messgrenze.

Eine korrekte Wasserverteilung sorgt dafür, dass jeder Heizkreis den vorgesehenen Volumenstrom erhält. Dies unterstützt eine gleichmäßige Wärmeversorgung und stabile Betriebsbedingungen.

Ein Pufferspeicher kann bestimmte Anforderungen an Anlagenvolumen, Volumenstrom oder Zonierung erfüllen. Seine Wirkung hängt jedoch von seinem Einsatzzweck, seiner Dimensionierung, seiner Dämmung und seiner hydraulischen Einbindung ab.

Heizkurven, Temperatureinstellungen, Zonierung, Zeitprogramme, die Priorisierung der Warmwasserbereitung und die Ansteuerung der Zusatzheizung bestimmen, wann und unter welchen Bedingungen die Wärmepumpe arbeitet.

Es gibt weder eine hydraulische Anordnung noch eine Regelungseinstellung, die für jedes Gebäude optimal ist. Das Ziel besteht darin, den erforderlichen Komfort sicherzustellen und gleichzeitig unnötig hohe Temperaturen, instabile Durchflussverhältnisse, übermäßiges Takten und einen vermeidbaren Hilfsstromverbrauch zu verhindern.

Von der Effizienz zum Stromverbrauch und zu den Betriebskosten

Effizienz ist ein Verhältniswert, während der Stromverbrauch eine Energiemenge darstellt. Der Gesamtverbrauch hängt sowohl vom Heiz- oder Kühlbedarf des Gebäudes als auch von der Effizienz ab, die bei der Deckung dieses Bedarfs erreicht wird.

Bei den Betriebskosten kommt eine weitere Variable hinzu: der Preis der elektrischen Energie. Zwei Systeme mit demselben saisonalen Stromverbrauch können daher unterschiedliche Kosten verursachen, wenn sich die Stromtarife oder Betriebszeiten unterscheiden.

Erklärt, wie der Energiebedarf des Gebäudes, die saisonale Effizienz und die Hilfskomponenten zusammen den gesamten Stromverbrauch bestimmen.

Verknüpft den Stromverbrauch mit dem geltenden Energiepreis und dem jeweiligen Betriebsprofil.

Erklärt, wie Wärmeabgabe, Stromaufnahme und Betriebsdaten gemessen werden können, um die Leistung zu überprüfen und ungewöhnliches Betriebsverhalten zu erkennen.

Produktkennwerte können eine erste Verbrauchsschätzung unterstützen. Der tatsächliche Verbrauch wird jedoch auch vom Klima, den Komfortanforderungen, der Warmwasserbereitung, den Systemeinstellungen und dem Nutzerverhalten beeinflusst. Mithilfe eines Monitorings lässt sich zwischen normalen saisonalen Schwankungen und Problemen unterscheiden, die eine Nachjustierung oder eine technische Überprüfung erfordern.

So lässt sich die Effizienz einer Wärmepumpe bewerten

Eine zuverlässige Bewertung sollte einer klaren Abfolge folgen.

1. Erforderliche Funktion festlegen

Bestimmen Sie, ob Sie die Raumheizung, die aktive Kühlung oder das gesamte installierte System bewerten möchten. Daraus ergibt sich, ob eine Betriebspunktkennzahl, eine saisonale Kennzahl oder ein gemessener Leistungswert geeignet ist.

2. Prüfbedingungen kontrollieren

Vergleichen Sie keine isolierten Kennzahlen. Stellen Sie sicher, dass die Produkte für dieselbe Anwendung und unter gleichwertigen Bedingungen hinsichtlich Wärmequelle, Abgabetemperatur und Last bewertet wurden.

3. Saisonale Leistung berücksichtigen

Nutzen Sie SCOP oder SEER, um die standardisierte saisonale Produktleistung zu beurteilen, anstatt sich ausschließlich auf den günstigsten COP- oder EER-Wert in einem Datenblatt zu stützen.

4. Abstimmung zwischen Gebäude und System bewerten

Prüfen Sie die Heizlast des Gebäudes, die vorgesehenen Vorlauftemperaturen, die Leistung der Wärmeabgabesysteme, die Wärmepumpenleistung, das Hydraulikkonzept und die Regelstrategie. Ein sehr guter Produktkennwert kann ein schlecht auf das Gebäude abgestimmtes System nicht ausgleichen.

5. Mess- und Systemgrenze festlegen

Bei der Bewertung eines installierten Systems muss festgelegt werden, welche Wärmeabgaben und elektrischen Verbraucher berücksichtigt werden. Leistungswerte sind nur dann miteinander vergleichbar, wenn ihnen gleichwertige Systemgrenzen zugrunde liegen.

6. Betrieb über einen repräsentativen Zeitraum überwachen

Nutzen Sie Wärme-, Strom- und Betriebsdaten, um zu überprüfen, ob das System wie geplant arbeitet, und um Ursachen eines vermeidbaren Energieverbrauchs zu identifizieren.

Woran erkennt man einen effizienten Wärmepumpenbetrieb?

In der Praxis entsteht eine hohe Effizienz durch die richtige Abstimmung aller Komponenten und nicht durch eine einzelne hervorgehobene Kennzahl.

Eine effiziente Anlage ist auf den tatsächlichen Wärmebedarf des Gebäudes ausgelegt, stellt den erforderlichen Komfort bei geeigneten Betriebstemperaturen bereit, arbeitet im Teillastbereich gleichmäßig, verteilt die Wärme korrekt und verwendet eine Regelung, die auf den tatsächlichen Bedarf reagiert. Ihre Leistung kann außerdem anhand einer klar definierten und einheitlichen Systemgrenze gemessen werden.

Der Produktkennwert bleibt wichtig. Das endgültige Ergebnis entsteht jedoch erst durch das Zusammenspiel der Wärmepumpe, des Gebäudes und des gesamten Heizsystems.

Effizienz als Bestandteil des Gesamtsystems planen

Eine hohe saisonale Effizienz beginnt mit der richtigen Kombination aus Wärmequelle, Wärmepumpe, Wärmeverteilung, hydraulischer Auslegung und Regelstrategie.

Planen Sie für Ihren Neubau oder Ihre Sanierung eine iDM-Wärmepumpenlösung und schaffen Sie ein System, das auf Ihre Immobilie, Ihre Komfortanforderungen und Ihre Energieziele abgestimmt ist.

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