Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe ist ein elektrisch angetriebenes System zur Übertragung thermischer Energie. Sie nimmt Niedertemperaturwärme aus der Außenluft, dem Erdreich, dem Grundwasser oder einer nutzbaren technischen Wärmequelle auf, hebt diese Wärme auf ein nutzbares Temperaturniveau an und gibt sie an ein Gebäude ab. Dasselbe System kann Raumwärme, Trinkwarmwasser – also das an Wasserhähnen und Duschen verwendete Trinkwasser – und, sofern es entsprechend ausgelegt ist, auch Kühlung bereitstellen. Der größte Teil der abgegebenen Wärme wird aus der Umwelt übertragen und nicht allein aus Strom erzeugt.

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Thomas Pletzer
Matthias Steiner
Christian Hutter
Adrian Egger
EXPERTEN-BERATUNG
Über 50 Jahre Erfahrung mit Wärmepumpen

Was macht eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe überträgt vorhandene thermische Energie von einer kühleren Quelle auf einen wärmeren Gebäudekreislauf. Strom treibt diesen Übertragungsvorgang an, während die Umweltwärme den größten Teil der nutzbaren Energie liefert. Das System kann Raumwärme, Trinkwarmwasser und Kühlung bereitstellen.

Die Wärmequelle ist der Ort, an dem das System Niedertemperaturenergie aufnimmt. Außenluft, Erdreich, Gestein, Grundwasser und nutzbare Abwärme können als Quellen dienen. Die Wärmesenke ist das Ziel, das die nutzbare Wärme aufnimmt – in der Regel ein wassergeführter Heizkreis, ein Warmwasserspeicher oder ein Prozesswärmeverbraucher.

Eine Wärmepumpe verbrennt im Gebäude weder Öl noch Gas oder Biomasse. Ihr Strombedarf dient dem Betrieb des Verdichters, der Umwälzeinrichtungen und der Regelung, die die Wärme transportieren und auf ein höheres Temperaturniveau bringen. Im Betrieb entstehen daher vor Ort keine verbrennungsbedingten Emissionen; die vorgelagerten Emissionen hängen davon ab, wie der verwendete Strom erzeugt wird.

Eine direkte Elektroheizung wandelt Strom am Verbrauchsort in Wärme um. Eine Wärmepumpe nutzt Strom dagegen dazu, zusätzliche Energie aus ihrer Umgebung zu übertragen. Deshalb kann die abgegebene Nutzwärme den eingesetzten Strom übersteigen. Ein Kühlschrank nutzt im Wesentlichen dasselbe Prinzip, praktisch jedoch in der entgegengesetzten Richtung: Er entzieht einem kalten Innenraum Wärme und gibt diese an den Raum ab.

Wie transportiert eine Wärmepumpe Wärme in ein Gebäude?

Eine Wärmepumpe lässt ein Kältemittel in einem Kreislauf zwischen der Wärmequelle und dem Gebäude zirkulieren. Das Kältemittel nimmt Niedertemperaturwärme auf, ein elektrisch betriebener Verdichter erhöht ihr nutzbares Temperaturniveau und Wärmetauscher übertragen die Energie, ohne dass sich der Quellen- und der Heizwasserkreislauf vermischen.

Auf Systemebene lässt sich der Energiefluss einfach beschreiben:

Wärmepumpenbetrieb

Der geschlossene Kreislauf umfasst vier wesentliche Funktionsbauteile: Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsorgan. Gemeinsam nehmen sie Wärme auf, erhöhen deren Temperaturniveau, geben sie an das Gebäude ab und bereiten das Arbeitsmedium darauf vor, erneut Wärme aufzunehmen.

Das Kältemittel ist das Arbeitsmedium, das die Wärme durch diesen geschlossenen Kreislauf transportiert. Veränderungen seines Drucks ermöglichen es, Wärme bei einer niedrigeren Temperatur aufzunehmen und bei einer höheren Temperatur abzugeben.

Die zugrunde liegenden Zusammenhänge zwischen Druck, Temperatur und Aggregatzustand bilden den thermodynamischen Kreisprozess der Wärmepumpe.

Wo nimmt eine Wärmepumpe Umweltwärme auf?

Eine Wärmepumpe kann Niedertemperaturenergie aus der Außenluft, dem Erdreich, Gestein, Grundwasser, Oberflächenwasser, Abwärme oder einem technisch ausgelegten Energiekreislauf aufnehmen. Die gewählte Quelle bestimmt die quellenseitige Ausrüstung, den Installationsaufwand, die jahreszeitliche Temperaturstabilität, die Standortanforderungen und die geeignete Wärmepumpenkategorie.

Die Wärmequelle beeinflusst, wie die Energie zum Kältemittel gelangt, ändert jedoch nichts an der grundlegenden Aufgabe der Wärmepumpe. Jede Quelle liefert thermische Energie, die das System auf ein höheres Temperaturniveau bringt und in das Gebäude überträgt.

Wärmequelle Wärmepumpenkategorie Quellenseitige Anordnung Wichtigster Planungsaspekt
Außenluft Luft-Wasser-Wärmepumpe Außenwärmetauscher und Ventilator Aufstellort, Luftströmung, Schall und wechselnde Außentemperaturen
Erdreich oder Gestein Sole-Wasser-Wärmepumpe Geschlossener Kollektor- oder Bohrlochkreislauf Verfügbare Fläche, Bohr- oder Aushubarbeiten und Auslegung der Wärmequelle
Grundwasser Wasser-Wasser-Wärmepumpe Förder- und Schluckbrunnen oder ein genehmigter Wasserkreislauf Wasserverfügbarkeit, Wasserqualität, Pumpenergie und Genehmigungen
Abwärme oder Energiekreislauf Projektspezifische Wasser-Wärmepumpe Gemeinsames Niedertemperaturnetz oder nutzbare technische Wärmequelle Netztemperaturen, Lastdiversität und Verantwortlichkeiten für das System

Luftwärmepumpen gewinnen Energie direkt aus der Außenluft und erfordern keine Erdbohrungen. Erdreich- und Grundwassersysteme nutzen eine Quelleninfrastruktur, deren Temperaturen während der Heizperiode in der Regel weniger stark schwanken. Die richtige Wahl hängt von der jeweiligen Immobilie ab; eine allgemein überlegene Wärmequelle gibt es nicht.

Ein Wärmeabgabesystem ist die raumseitige Einrichtung, die Wärme abgibt, beispielsweise eine Fußbodenheizung, ein Heizkörper oder ein Gebläsekonvektor. Die Art der Quelle legt das Wärmeabgabesystem nicht fest: Wärmepumpen mit Luft, Erdreich oder Wasser als Quelle können alle genannten Varianten versorgen, sofern Leistung, Wassertemperaturen und hydraulische Auslegung zum Gebäude passen.

Warum kann eine Wärmepumpe mehr Wärme liefern, als sie Strom verbraucht?

Eine Wärmepumpe kombiniert Umweltwärme mit elektrischer Arbeit, sodass die abgegebene Nutzwärme den bezogenen Strom übersteigt. Bei einer Leistungszahl von vier ermöglicht eine Kilowattstunde Strom unter den angegebenen spezifischen Betriebsbedingungen die Bereitstellung von etwa vier Kilowattstunden Wärme.

Der Energiezusammenhang lautet:

Abgegebene Nutzwärme = aufgenommene Umweltwärme + eingesetzte elektrische Energie

Die Leistungszahl, abgekürzt COP, ist der Quotient aus nutzbarer Wärmeabgabe und elektrischer Leistungsaufnahme bei einem definierten Betriebszustand. Ein COP von 4 bedeutet, dass mit 1 kWh Strom ungefähr 4 kWh Nutzwärme bereitgestellt werden; die Differenz wird der Wärmequelle entnommen. Die Internationale Energieagentur verwendet einen COP von etwa vier als typisches Beispiel für einen Haushalt, nicht als garantierten Wert für jedes System.

Der COP verändert sich mit den Betriebsbedingungen. Die Jahresarbeitszahl setzt die jährlich abgegebene Nutzwärme ins Verhältnis zum jährlichen Stromeinsatz. Ihre Bilanzgrenze legt fest, welche Geräte – etwa Quellenpumpen oder eine Zusatzheizung – einbezogen werden. Prüfwerte eines Produkts und das gemessene Jahresergebnis eines Gebäudes beantworten daher unterschiedliche Fragen.

Für eine einfache Beschaffungsschätzung kann der jährliche Nutzwärmebedarf durch eine erwartete Jahresarbeitszahl geteilt werden. Ein hypothetisches Gebäude mit einem Nutzwärmebedarf von 12.000 kWh würde bei einer Jahresarbeitszahl von 4,0 etwa 3.000 kWh Strom benötigen. Diese Berechnung ist eine Schätzung und keine Prognose für das Ergebnis der tatsächlich installierten Anlage.

Was beeinflusst die Effizienz einer Wärmepumpe?

Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt von der Quellentemperatur, der erforderlichen Heizwassertemperatur, der Anlagendimensionierung, dem Hilfsstrombedarf, der Regelung und dem Wärmebedarf des Gebäudes ab. Ein kleinerer Temperaturunterschied zwischen Quelle und Wärmeabgabe verringert die Arbeit des Verdichters. Eine korrekt ausgelegte Hydraulik und ein stabiler Betrieb sichern die saisonale Leistung über das gesamte Jahr.

Der Temperaturhub ist die Differenz zwischen der verfügbaren Quellentemperatur und der vom Gebäude benötigten Temperatur. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das die Wärmepumpe verlässt. Ein kleinerer Temperaturhub und eine niedrigere erforderliche Vorlauftemperatur verringern die Arbeit des Verdichters und fördern die Effizienz.

Effizienzfaktor Zusammenhang mit der Leistung
Quellentemperatur Eine wärmere Quelle verringert den erforderlichen Temperaturhub
Vorlauftemperatur Eine niedrigere erforderliche Heizwassertemperatur verringert die Arbeit des Verdichters
Anlagendimensionierung Eine an den Bedarf angepasste Leistung unterstützt auch bei geringerem Bedarf einen stabilen Betrieb
Wärmeverteilung Geeignete Wärmeabgabesysteme und ein hydraulischer Abgleich vermeiden unnötig hohe Temperaturen
Hilfsstrom Ventilatoren, Pumpen und Zusatzheizung beeinflussen den Gesamtstromverbrauch des Systems
Regelungseinstellungen Heizkurven, Zeitprogramme und Prioritäten bestimmen die tatsächlichen Betriebsbedingungen

Beim hydraulischen Abgleich wird der Wasserdurchfluss so eingestellt, dass jedes Wärmeabgabesystem den berechneten Anteil erhält. Heizkörper schließen den Einsatz einer Wärmepumpe nicht automatisch aus. Entscheidend ist, wie viel Wärme jeder Raum benötigt und welche Wassertemperatur die installierten Wärmeabgabesysteme dafür brauchen.

Drehzahlgeregelte Verdichter können ihre Leistung an den veränderlichen Gebäudebedarf anpassen und so innerhalb ihres Betriebsbereichs unnötiges Ein- und Ausschalten reduzieren.

Die Effizienz hängt außerdem vom gesamten Heizsystem und nicht allein von der Wärmepumpe ab. Quellenpumpen, Ventilatoren, Umwälzpumpen der Wärmeverteilung, Speicher, Zusatzheizung, Trinkwarmwassereinstellungen und das Regelverhalten beeinflussen den gemessenen Stromverbrauch. Bei einer fachgerechten Planung muss daher vor dem Vergleich von Leistungswerten die Bilanzgrenze festgelegt werden.

Wie kann eine einzige Wärmepumpe Heizung, Warmwasser und Kühlung bereitstellen?

Eine Wärmepumpe leitet die nutzbare Wärme je nach Bedarf zur Raumheizung oder zum Trinkwarmwasserspeicher. Reversible Systeme können dem Gebäude Wärme zur Kühlung entziehen. Geeignete Erdwärmeanlagen können Wärme ohne aktiven Verdichterbetrieb direkt an das Erdreich übertragen.

Für die Raumheizung überträgt der Verflüssiger Wärme auf den Wasserkreislauf des Gebäudes. Dieses Wasser versorgt anschließend Fußbodenheizungen, Heizkörper, Wandheizungen oder Gebläsekonvektoren. Die Wärmepumpe erzeugt die erforderliche Vorlauftemperatur entsprechend den Außenbedingungen, dem Raumbedarf und den Regelungseinstellungen.

Für die Trinkwarmwasserbereitung belädt das System einen integrierten oder separaten Speicher oder versorgt einen Frischwasser-Wärmetauscher. Die Warmwasserbereitung erfordert üblicherweise eine höhere Zieltemperatur als eine Niedertemperatur-Raumheizung, sodass sich Betriebspunkt und Effizienz unterscheiden. Die iPUMP-Familie von iDM kombiniert eine Wärmepumpe mit einem integrierten Trinkwarmwasserspeicher.

Bei aktiver Kühlung kehrt eine reversible Wärmepumpe die Richtung der Nutzwärmeübertragung um und transportiert Wärme aus dem Gebäude zur verfügbaren Wärmesenke. Bei passiver Kühlung leiten geeignete Erdreich- oder Grundwassersysteme die kühle Quellenenergie durch Wärmetauscher, ohne den Verdichter zur Kälteerzeugung einzusetzen. Die Kühlungsplanung muss auf die Wärmeübertrager beziehungsweise Flächensysteme des Gebäudes, die Temperaturen und die Regelstrategie abgestimmt sein.

Heizung, Warmwasser und Kühlung nutzen gemeinsame Komponenten, haben jedoch nicht dieselben Temperaturanforderungen oder Betriebsprioritäten. Die Regelungslogik koordiniert diese Funktionen, damit Komfortbedarf, verfügbare Leistung, Speicher und Systemgrenzen aufeinander abgestimmt bleiben.

Wie arbeitet eine Luftwärmepumpe im Winter?

Eine Luftwärmepumpe nimmt auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt weiterhin Energie auf, da die Außenluft noch immer thermische Energie enthält. Bei kälteren Bedingungen steigt der erforderliche Temperaturhub, und Leistung oder Effizienz können sinken. Deshalb sind die Auslegungstemperatur, die Gebäudelast, der Aufstellort und die Anlagendimensionierung weiterhin entscheidend.

Die Österreichische Energieagentur berichtete im Juli 2026, dass moderne Wärmepumpen auch bei niedrigen Temperaturen effizient arbeiten und zunehmend in Bestandsgebäuden eingesetzt werden können. Diese Aussage belegt die Eignung für kalte Klimabedingungen, ersetzt jedoch keine projektspezifischen Leistungsdaten für die lokale winterliche Auslegungstemperatur.

Bei kaltem, feuchtem Wetter kann sich am Außenwärmetauscher einer Luftwärmepumpe Reif bilden. Die Wärmepumpe führt dann automatisch einen Abtauvorgang durch, um Luftstrom und Wärmeübertragung wiederherzustellen.

Bei der Planung des Außengeräts müssen ein ungehinderter Luftstrom, Schnee, eine sichere Kondensatableitung, der Wartungszugang und der Schallschutz berücksichtigt werden. Dabei handelt es sich um Installationsanforderungen und nicht um Änderungen des zugrunde liegenden Wärmeübertragungsprinzips. Besonders in alpinen und dicht bebauten Gebieten ist eine professionelle Standortbeurteilung wichtig.

Welche iDM-Wärmepumpe eignet sich für welche Anwendung?

Die iDM Energiesysteme GmbH, ein österreichischer Wärmepumpenhersteller, gliedert ihre Lösungen nach Wärmequelle, Integrationsgrad und Gebäudegröße. AERO nutzt Außenluft, TERRA nutzt Erdreich oder Grundwasser, iPUMP integriert einen Warmwasserspeicher, MAX deckt größere Lasten ab und NANO unterstützt dezentrale, wohnungsbezogene Sanierungskonzepte.

Die Tabelle zeigt die grundsätzliche Eignung der Produktfamilien für verschiedene Anwendungen und vergleicht keine Modellspezifikationen. Leistung, Kältemittel, Vorlauftemperatur, Schallwerte und Kühlfunktionen müssen für das gewählte Modell auf der aktuellen Produktseite und anhand der technischen Dokumentation geprüft werden.

iDM-Familie Systemkonzept Typischer Anwendungsbereich
AERO Luftwärmepumpen Luftwärmepumpen-Familie Einfamilienhäuser, Sanierungen und größere Projekte, bei denen Außenluft die praktikable Wärmequelle ist
TERRA Erdwärmepumpen Erdreich- oder Grundwasser-Wärmepumpen-Familie Projekte mit einem geeigneten Kollektor, einer Bohrung oder einer Grundwasserquelle
iPUMP Wärmepumpen mit Warmwasserspeicher Wärmepumpe mit integriertem Trinkwarmwasserspeicher Wohnbauprojekte, die eine kompakte, integrierte Innenlösung benötigen
MAX Großwärmepumpen Systeme mit hoher Leistung und Kaskadenfähigkeit Hotels, Wohnanlagen, Gewerbegebäude und industrielle Anwendungen
iDM NANO Dezentrale Wohnungswärmepumpen mit Anbindung an ein gemeinsames Quellenkonzept Sanierungen mehrgeschossiger Gebäude und Quartiersprojekte mit wohnungsweiser Versorgung und Abrechnung

AERO-Systeme nutzen Außenluft als Wärmequelle. TERRA-Systeme nutzen Energie aus dem Erdreich oder Grundwasser. iPUMP bezeichnet integrierte Warmwasserlösungen, die für die jeweils relevanten Quellenkonzepte erhältlich sind. MAX deckt größere Gebäude und höhere Leistungsanforderungen ab, während NANO den wohnungsweisen Einsatz von Wärmepumpen bei der Sanierung von Mehrfamiliengebäuden ermöglicht.

Welche Informationen werden vor der Auswahl einer Wärmepumpe benötigt?

Die Auswahl einer Wärmepumpe beginnt mit den Gebäudedaten und nicht mit einem Katalogmodell. Bei der Planung müssen die Heizlast, die verfügbare Wärmequelle, die erforderlichen Wassertemperaturen, der Warmwasserbedarf, die Kühlziele, die elektrische Anschlussleistung, akustische Einschränkungen, die hydraulische Einbindung, die Regelung sowie die Bedingungen für Inbetriebnahme und Messung bestimmt werden.

Eine professionelle Beurteilung umfasst sechs Entscheidungsbereiche:

  1. Gebäudebedarf: Berechnung der Norm-Heizlast – also der bei der lokalen winterlichen Auslegungstemperatur erforderlichen Heizleistung – sowie Ermittlung des jährlichen Bedarfs für Raumheizung und Warmwasser.
  2. Wärmequelle: Prüfung des Aufstellorts eines Luftgeräts beziehungsweise der Machbarkeit einer Erdreich-, Grundwasser- oder gemeinsamen Kreislaufinfrastruktur.
  3. Wärmeverteilung: Prüfung der Leistung der Wärmeabgabesysteme, der erforderlichen Vorlauftemperaturen, des hydraulischen Abgleichs und der Zonierung.
  4. Zusätzliche Funktionen: Festlegung von Warmwasserkomfort, Kühlanforderungen, Speicher- und Zusatzheizstrategie.
  5. Standortbedingungen: Prüfung der elektrischen Anschlussleistung, des Platzes für die Anlagentechnik, der Zugänglichkeit, des Schallschutzes, der Entwässerung und der erforderlichen Genehmigungen.
  6. Inbetriebnahme: Dokumentation der Regelungseinstellungen, Volumenströme, Zähler- und Bilanzgrenzen, Unterlagen sowie der Einweisung des Betreibers.

Ein vergleichbares Angebot nennt das gewählte Modell, dessen Leistung unter den relevanten Auslegungsbedingungen, die vorgesehenen Vorlauftemperaturen, Schallwerte, elektrischen Anforderungen, den hydraulischen Leistungsumfang, Annahmen zur Warmwasserbereitung, Regelungsfunktionen und Verantwortlichkeiten bei der Inbetriebnahme. Ein einzelner Effizienzwert allein kann diese projektspezifischen Fragen nicht beantworten.

Der geschätzte jährliche Stromverbrauch lässt sich berechnen, indem der Nutzwärmebedarf durch die erwartete Jahresarbeitszahl geteilt wird – vorausgesetzt, beide Werte beziehen sich auf dieselben Funktionen und dieselbe Bilanzgrenze. Die Betriebskosten hängen anschließend vom gemessenen Stromverbrauch, dem geltenden Tarif, den Grundgebühren, der Wartung und einem möglichen zusätzlichen Energieträger für die Zusatzheizung ab.

Aktuelle Förderungen, Strompreise und Installationskosten variieren je nach Zeitpunkt, Land, Region und Immobilie. Eine datierte Projektkalkulation für Österreich oder den DACH-Raum ist daher verlässlicher als ein allgemeines Amortisationsversprechen.

Welche Fragen stellen Käufer, nachdem sie die Funktionsweise von Wärmepumpen kennengelernt haben?

Käufer fragen nach Heizkörpern, Dauerbetrieb, Pufferspeichern, Winterbetrieb, Stromverbrauch und Stromausfällen. Diese Fragen betreffen die praktische Anwendung des Systems und nicht das grundlegende Prinzip der Wärmeübertragung. Kurze Antworten bieten daher eine erste Orientierung, während Fachinformationen und die projektspezifische Planung die erforderlichen Details liefern.

Kann eine Wärmepumpe mit Heizkörpern betrieben werden?

Ja. Die Eignung hängt von der Raumheizlast, der Leistung der Heizkörper und der erforderlichen Wassertemperatur ab. Niedrigere Temperaturen fördern die Effizienz. Bei Gebäuden, die höhere Temperaturen benötigen, ist eine dokumentierte Beurteilung der Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

Muss eine Wärmepumpe ständig laufen?

Lange, gleichmäßige Laufzeiten können während der Heizperiode normal sein, weil ein korrekt geregeltes System dem laufenden Wärmebedarf des Gebäudes folgt. Die Laufzeit allein bestimmt nicht die Effizienz. Stromaufnahme, Wärmeabgabe, Temperatureinstellungen und Taktungsdaten liefern aussagekräftigere Hinweise.

Benötigt jede Wärmepumpe einen Pufferspeicher?

Nein. Ein Pufferspeicher wird für eine klar definierte hydraulische oder speichertechnische Funktion ausgewählt, beispielsweise für ein Mindestanlagenvolumen, die hydraulische Entkopplung, die Zonierung oder eine kurzfristige Lastverschiebung. Ob er erforderlich ist, ergibt sich aus dem Hydraulikschema des Wärmepumpenherstellers und dem Gebäudesystem.

Erzeugt eine Wärmepumpe Wärme?

Eine Wärmepumpe überträgt vorhandene thermische Energie und hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau. Die elektrische Arbeit erhöht die nutzbare Temperatur, doch die abgegebene Wärme umfasst auch die aus Luft, Erdreich, Wasser oder einer anderen Quelle aufgenommene Energie.

Was geschieht bei einer Unterbrechung der Stromversorgung?

Verdichter, Pumpen und Regelung benötigen Strom. Deshalb stellt die Wärmepumpe ihren Betrieb ein, wenn keine elektrische Versorgung verfügbar ist. Das Gebäude kühlt dann abhängig von den Außenbedingungen, der Dämmung, den inneren Wärmegewinnen und der thermischen Speichermasse ab. Kritische Einrichtungen benötigen eine separat geplante Strategie zur Aufrechterhaltung des Betriebs.

Wie lässt sich die Leistung nach der Installation überprüfen?

Messen Sie die Nutzwärmeabgabe und den Stromeinsatz innerhalb einer eindeutig definierten Bilanzgrenze und vergleichen Sie den Betrieb anschließend mit den Planungsannahmen. Vorlauftemperaturen, die Nutzung der Zusatzheizung, das Taktverhalten, Warmwassereinstellungen und die Fehlerhistorie helfen dabei, Abweichungen zu erklären. Der klimaaktiv-Leitfaden empfiehlt eine dokumentierte Abnahme und Inbetriebnahme als Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Installation.

Was ist der nächste Schritt auf dem Weg zu einem iDM-Wärmepumpensystem?

Der nächste Schritt ist eine gebäudespezifische Konfiguration auf Grundlage der Heizlast, der Quellenbedingungen, der Wärmeabgabetemperaturen und der Komfortanforderungen. Stellen Sie Energieverbrauchsdaten, Pläne und Angaben zu den Wärmeabgabesystemen zusammen. Nutzen Sie anschließend den iDM-Konfigurator oder wenden Sie sich an einen qualifizierten Partner, um ein passend ausgelegtes Angebot zu entwickeln.

Das Funktionsprinzip ist bei allen Anwendungen gleich: Eine Wärmepumpe nimmt Umweltwärme auf, erhöht deren nutzbares Temperaturniveau mithilfe von Strom und überträgt diese Energie in das Gebäude. Die Wirtschaftlichkeit der Investition hängt davon ab, wie gut dieser Prozess auf die Wärmequelle, die Gebäudelast, die Wärmeverteilungstemperaturen und die Regelstrategie abgestimmt ist.

Hauseigentümer können jährliche Energieverbrauchsdaten, Grundrisse und Angaben zu Heizkörpern oder Fußbodenheizungen vorbereiten. Facility Manager können zusätzlich Lastprofile, Betriebszeiten, Warmwasserbedarf, Kühlanforderungen und Daten zur elektrischen Anschlussleistung bereitstellen. Fachunternehmen können anhand dieser Angaben überprüfbare Auslegungsbedingungen definieren und die passende iDM-Familie sowie das geeignete Modell auswählen.

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