Energiekennzeichnung im Wärmepumpenumfeld
Die Energiekennzeichnung im Wärmepumpenumfeld ist ein gesetzlich geregeltes Verfahren zur Beschreibung und zum Vergleich der standardisierten Energieeffizienz einer Wärmepumpe oder einer Wärmepumpen-Verbundanlage. Sie weist eine Energieeffizienzklasse aus und stellt wesentliche Produktdaten dar. Dazu können die Temperaturanwendung, die Wärmenennleistung, die Funktion zur Trinkwarmwasserbereitung und der Schallleistungspegel gehören.
Hersteller und Lieferanten berechnen die Angaben auf dem Etikett auf Grundlage vorgeschriebener Prüfdaten. Händler und Installateure zeigen das jeweils geltende Produkt- oder Verbundanlagenetikett an. Käufer nutzen diese Informationen, um gleichwertige Systeme miteinander zu vergleichen, bevor sie die vollständigen technischen Spezifikationen prüfen. In den EU-Rechtsvorschriften lautet der englische Begriff üblicherweise „energy labelling“, während „energy labeling“ die international gebräuchliche Schreibweise ist.
Die Energiekennzeichnung ist wichtig, weil der Begriff „Wärmepumpe“ allein nur wenig über die Eignung eines Systems aussagt. Die Leistung verändert sich in Abhängigkeit von Vorlauftemperatur, Außentemperatur, Warmwasserbedarf und Regelungsstrategie. Eine hohe Effizienzklasse bietet einen sinnvollen Ausgangspunkt. Das endgültige Ergebnis wird jedoch durch die richtige Dimensionierung, Installation, Inbetriebnahme und Betriebsweise bestimmt.
Energiekennzeichnung auf einen Blick
- Was ist sie? Ein standardisiertes Produktinformationssystem zur Darstellung der energetischen Leistung.
- Was leistet sie? Sie überführt technische Prüfergebnisse in vergleichbare Klassen und ausgewiesene Kennwerte.
- Wie wird sie verwendet? Verglichen werden sollten dieselbe Funktion, Temperaturanwendung, Klimagrundlage und Produktart.
- Warum ist sie wichtig? Sie verbessert Kaufentscheidungen, unterstützt die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen und verringert das Risiko fehlerhafter Spezifikationen.
- Was leistet sie nicht? Sie sagt weder die exakte Stromrechnung voraus noch garantiert sie die Leistung des installierten Gesamtsystems.
- Was ist die Energiekennzeichnung von Wärmepumpen?
- Was bedeutet „Wärmepumpenumfeld“?
- Energieetikett, ErP-Label und Energieeffizienzlabel
- Hauptzweck der Energiekennzeichnung
- Warum eine Energiekennzeichnung erforderlich ist
- Rechtlicher Rahmen in den wichtigsten Zielmärkten
- Aktuelles Etikett und vorgeschlagene Neuskalierung
- Wesentliche Merkmale eines Wärmepumpen-Energieetiketts
- Ausführliche Erläuterung der Etikettmerkmale
- So funktioniert die Energiekennzeichnung
- Für Wärmepumpen relevante Arten von Energieetiketten
- Anwendungsfälle für die Energiekennzeichnung von Wärmepumpen
- Vorteile der Energiekennzeichnung von Wärmepumpen
- Auswahl einer Wärmepumpe anhand der Energiekennzeichnung
- Mindestnachweise, die angefordert werden sollten
- Vergleiche verschiedener Kennwerte und Instrumente
- Integration mit anderen Wärmepumpensystemen
- Häufige Fehler bei der Energiekennzeichnung
- Energiekennzeichnung und iDM-Wärmepumpensysteme
- Häufig gestellte Fragen
Was ist die Energiekennzeichnung von Wärmepumpen?
Unter der Energiekennzeichnung von Wärmepumpen versteht man das Verfahren, bei dem die standardisierte energetische Leistung einer Wärmepumpe in einem vorgeschriebenen visuellen und technischen Format angegeben wird. Das sichtbare Energieetikett enthält die wichtigsten Informationen. Ein Produktdatenblatt und die technischen Unterlagen liefern ergänzende Einzelheiten.
In der EU gilt die Verordnung (EU) Nr. 811/2013 für wassergeführte Raumheizgeräte und Kombiheizgeräte mit einer Wärmenennleistung von bis zu 70 kW. Eine wassergeführte Wärmepumpe liefert Wärme an ein wasserbasiertes Zentralheizungssystem. Die Ökodesign-Anforderungen nach der Verordnung (EU) Nr. 813/2013 haben einen breiteren Anwendungsbereich und gelten für die erfassten Raum- und Kombiheizgeräte bis 400 kW.
Das derzeitige Etikett für einzelne Raumheizgeräte verwendet eine Effizienzskala von A+++ bis D. Diese Skala gilt seit dem 26. September 2019. Eine Kombi-Wärmepumpe kann zusätzlich eine separate Warmwasserbereitungs-Energieeffizienzklasse für die Trinkwarmwasserbereitung aufweisen.
Was bedeutet „Wärmepumpenumfeld“?
Das Wärmepumpenumfeld umfasst den gesamten betrieblichen Kontext rund um den Wärmeerzeuger. Dazu gehören das Gebäude, die Wärmequelle, die Wärmeverteilung, die Trinkwarmwasserbereitung, das Regelungssystem, die Speicher, die Stromversorgung und die angeschlossenen Energiesysteme.
Zu den wichtigsten Komponenten gehören:
- die Wärmepumpe,
- Außenluft, Erdreich, Grundwasser oder eine andere Wärmequelle,
- Fußbodenheizungen, Heizkörper oder andere Wärmeabgabesysteme,
- Trinkwarmwasserspeicher,
- Pufferspeicher,
- Temperatur- und Raumregelungen,
- Photovoltaikanlagen,
- Solarthermieanlagen,
- Smart Meter und variable Stromtarife,
- Gebäude- oder Energiemanagementsysteme,
- Überwachungs- und Fernwartungsplattformen.
Das Energieetikett beschreibt nur einen Teil dieses Umfelds. Es standardisiert die Leistung des Produkts oder der Verbundanlage. Es ersetzt weder die Gebäudeplanung noch die betriebliche Überwachung.
Energieetikett, ErP-Label und Energieeffizienzlabel
Diese Begriffe werden häufig für dasselbe sichtbare Produktetikett verwendet.
- Energieetikett ist der allgemeine Begriff.
- Energieeffizienzlabel betont die Effizienzklasse.
- ErP-Label ist eine in der Branche gebräuchliche Kurzbezeichnung für die Kennzeichnung nach dem EU-Rahmen für energieverbrauchsrelevante Produkte.
- Energieeffizienzlabel und Energieetikett sind gebräuchliche deutsche Begriffe.
- Energy labelling ist die in den englischsprachigen EU-Rechtsvorschriften verwendete Schreibweise.
Ökodesign und Energiekennzeichnung hängen zusammen, sind jedoch voneinander getrennte Instrumente. Ökodesign legt verbindliche Produktanforderungen fest. Die Energiekennzeichnung informiert Käufer über die Leistung und ordnet Produkte in Effizienzklassen ein.
Hauptzweck der Energiekennzeichnung
Der Hauptzweck der Energiekennzeichnung besteht darin, technisch komplexe Produkte leichter vergleichbar zu machen. Sie schafft eine gemeinsame Sprache für Hersteller, Installateure, Planer, Behörden und Kunden. Nach dem EU-Rahmen soll die Energiekennzeichnung Kunden in die Lage versetzen, effizientere Produkte auszuwählen und ihren Energieverbrauch zu senken.
Die Energiekennzeichnung erfüllt fünf wesentliche Aufgaben.
Standardisierter Vergleich
Definition: Ein standardisierter Vergleich bedeutet, dass Produkte anhand festgelegter Bedingungen und Berechnungsmethoden bewertet werden.
Zweck: Der Einfluss uneinheitlicher Werbeaussagen wird verringert. Produkte können auf derselben allgemeinen Messgrundlage verglichen werden.
Vorteil: Käufer können eine verlässlichere Vorauswahl treffen.
Beispiel: Zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen können bei derselben Temperaturanwendung von 55 °C verglichen werden, statt ein Produkt bei 35 °C und das andere bei 55 °C zu bewerten.
Klare Darstellung der Leistung
Definition: Die Leistungsdarstellung überführt technische Effizienzdaten in eine Klasse und ergänzende Kennwerte.
Zweck: Produktinformationen werden sowohl Fachleuten als auch Nichtfachleuten zugänglich gemacht.
Vorteil: Wichtige Unterschiede werden bereits in einer frühen Phase des Kaufprozesses sichtbar.
Beispiel: Ein Käufer kann erkennen, dass ein Produkt für Niedertemperatur- und Mitteltemperaturheizungen unterschiedliche Effizienzklassen aufweist.
Einhaltung gesetzlicher Anforderungen
Definition: Rechtskonformität bedeutet, dass die geltenden Pflichten hinsichtlich Etiketten, Produktinformationen, Werbung, Dokumentation und Modellregistrierung erfüllt werden.
Zweck: Es wird sichergestellt, dass dieselben ausgewiesenen Informationen das Produkt über die gesamte Lieferkette begleiten.
Vorteil: Hersteller, Händler und Installateure verringern das Risiko, unvollständige oder irreführende Energieangaben zu präsentieren.
Beispiel: Eine Onlinewerbung, die einen Preis oder energiebezogene Angaben enthält, muss auch die vorgeschriebene Energieeffizienzklasse des konkreten Modells angeben.
Markttransparenz
Definition: Markttransparenz bedeutet, dass die angegebenen Modelldaten zurückverfolgt und überprüft werden können.
Zweck: Sie unterstützt Verbraucher, professionelle Beschaffer und Marktüberwachungsbehörden.
Vorteil: Fehlerhafte Angaben lassen sich leichter erkennen.
Beispiel: Ein Käufer kann in EPREL nach Marke, Modellbezeichnung oder Registrierungsnummer suchen und das verfügbare Produktdatenblatt herunterladen.
Produktentwicklung
Definition: Produktentwicklung bezeichnet die technische Verbesserung von Effizienz, Geräuschverhalten und weiteren Produkteigenschaften.
Zweck: Ein sichtbares Klassifizierungssystem schafft einen wirtschaftlichen Anreiz zur Verbesserung von Produkten.
Vorteil: Hersteller konkurrieren auf Grundlage messbarer Leistungen und nicht nur über den Preis oder allgemeine Werbeaussagen.
Beispiel: Ein Hersteller kann den Teillastbetrieb verbessern oder den Hilfsstromverbrauch verringern, um die zugrunde liegende saisonale Leistung zu steigern.
Warum eine Energiekennzeichnung erforderlich ist
Wärmepumpen sind Systemprodukte. Ihre Leistung hängt von den Betriebsbedingungen ab. Ein einzelner Wert für die Maximalleistung oder ein einzelner COP-Wert kann nicht die gesamte Heizperiode abbilden.
Die Energiekennzeichnung ist notwendig, weil Käufer häufig mit mehreren Vergleichsproblemen konfrontiert sind.
Produkte können ähnlicher erscheinen, als sie tatsächlich sind
Zwei Produkte können dieselbe Wärmequelle und dasselbe Kältemittel nutzen, sich jedoch hinsichtlich saisonaler Effizienz, Leistungsbereich, Geräuschentwicklung oder Warmwasserleistung deutlich unterscheiden. Werbeaussagen wie „hohe Effizienz“ bieten keine einheitliche Messgrundlage.
Das Etikett ermöglicht einen ersten standardisierten Vergleich. Das Produktdatenblatt enthält anschließend die zugrunde liegenden Werte, die für eine genauere Bewertung erforderlich sind.
Die Vorlauftemperatur verändert die Leistung
Eine Wärmepumpe arbeitet in der Regel effizienter, wenn sie eine niedrigere Wassertemperatur bereitstellt. Dadurch entsteht ein Vergleichsproblem zwischen Anwendungen mit Fußbodenheizung und Anwendungen mit Heizkörpern.
Das aktuelle Etikett berücksichtigt diesen Unterschied durch Niedertemperatur- und Mitteltemperaturanwendungen. In den Unterlagen von Wärmepumpen werden üblicherweise Werte für einen Betrieb bei 35 °C und 55 °C angegeben. Die jeweils geltende Temperaturgrundlage muss erkennbar bleiben, wenn eine Effizienzklasse kommuniziert wird.
Das Klima beeinflusst Leistung und Effizienz
Die Außentemperatur wirkt sich unmittelbar auf Luftwärmepumpen aus. Auch Erdreich- und Wassertemperaturen beeinflussen die Bedingungen auf der Wärmequellenseite. Ein Gerät, das in einem milden Klima gute Leistungen erbringt, muss für ein Projekt in den Alpen oder in Finnland möglicherweise genauer geprüft werden.
EU-Angaben zu Wärmepumpen beruhen auf saisonalen Methoden und drei europäischen Klimabedingungen. Diese standardisierten Zonen verbessern die Vergleichbarkeit. Dennoch müssen die projektspezifischen Auslegungstemperaturen weiterhin geprüft werden.
Trinkwarmwasser stellt eine separate Last dar
Raumheizung und Trinkwarmwasserbereitung arbeiten auf unterschiedlichen Temperaturniveaus. Eine Kombi-Wärmepumpe kann deshalb eine sehr gute Raumheizungsleistung aufweisen, aber für den vorgesehenen Warmwasserbedarf weniger geeignet sein.
Die separate Warmwasserbereitungs-Energieeffizienzklasse und das Lastprofil machen diesen Unterschied sichtbar. Dadurch wird verhindert, dass die Raumheizungs-Effizienzklasse als vollständige Bewertung des Systems verstanden wird.
Schall verursacht Planungsrisiken
Luftwärmepumpen enthalten Ventilatoren und Verdichter. Das Geräuschverhalten beeinflusst den Standort des Außengeräts, behördliche Genehmigungen, den Schutz der Nachbarschaft und den Nutzerkomfort.
Das Etikett gibt die Schallleistung und nicht den standortspezifischen Schalldruck an. Dies bietet einen Ausgangspunkt für die akustische Planung, ersetzt jedoch keine Standort- oder Schallausbreitungsberechnung.
Verbundanlagen sind komplexer als Einzelprodukte
Ein Heizungsangebot kann eine Wärmepumpe, ein Zusatzheizgerät, eine Temperaturregelung und solarthermische Komponenten umfassen. Die Effizienzklasse des Einzelprodukts beschreibt nicht die berechnete Leistung der vollständigen geregelten Verbundanlage.
Ein Verbundanlagenetikett weist dafür ein separates Ergebnis aus. Dieses Ergebnis wird anhand der vorgeschriebenen Berechnung für Verbundanlagen ermittelt und muss klar vom Etikett der einzelnen Wärmepumpe unterschieden werden.
Käufer benötigen Nachweise und nicht nur Behauptungen
Ein Angebot kann Aussagen zu Effizienz, Kosten und Umweltwirkung enthalten. Ohne ein modellspezifisches Etikett und Produktdatenblatt kann der Käufer die Grundlage dieser Aussagen nur schwer überprüfen.
Das Etikett, das Produktdatenblatt und der EPREL-Eintrag bilden eine Nachweiskette. Diese unterstützt den Verkauf an Privatkunden, Ausschreibungen, die öffentliche Beschaffung und das Portfolioberichtswesen.
Rechtlicher Rahmen in den wichtigsten Zielmärkten
Europäische Union
Österreich, Deutschland, Italien einschließlich Südtirol, Spanien, Polen und Finnland folgen dem EU-Rahmen für die Energiekennzeichnung auf Produktebene. Die Verordnung (EU) 2017/1369 bildet den allgemeinen Rechtsrahmen. Die Verordnung (EU) Nr. 811/2013 enthält die spezifischen Vorschriften für wassergeführte Raumheizgeräte, Kombiheizgeräte und definierte Verbundanlagen.
Für die erfassten wassergeführten Heizgeräte gilt:
- Der Anwendungsbereich der Energiekennzeichnung reicht bis zu einer Wärmenennleistung von 70 kW.
- Die Ökodesign-Anforderungen reichen bis 400 kW.
- Ein Produktetikett und ein Produktdatenblatt müssen entsprechend den geltenden Anforderungen bereitgestellt werden.
- Lieferanten müssen den Behörden technische Unterlagen zur Verfügung stellen.
- Werbung mit energiebezogenen Angaben oder Preisen muss die relevante Effizienzklasse nennen.
- Händler müssen das Etikett am Verkaufsort und in den vorgeschriebenen Fernabsatzformaten anzeigen.
- Erfasste Modelle müssen vom verantwortlichen Lieferanten oder Importeur in EPREL registriert werden.
Die Marktüberwachung erfolgt durch nationale Behörden. Nationale Bau-, Schallschutz-, Planungs- und Fördervorschriften gelten unabhängig davon weiter. Ein rechtskonformes Produktetikett weist nicht automatisch die Einhaltung aller nationalen oder lokalen baurechtlichen Anforderungen nach.
Schweiz
Die Schweiz wendet nicht unmittelbar EU-Recht, sondern ihre eigene Energieeffizienzverordnung an. Die schweizerischen Anforderungen an Raum- und Kombiheizgeräte sind in der Energieeffizienzverordnung einschließlich Anhang 1.16 festgelegt und nehmen auf die entsprechenden EU-Verordnungen für Heizgeräte Bezug.
Das Schweizer Bundesamt für Energie erklärt, dass das Etikett für Raum- und Kombiheizgeräte bis 70 kW Angaben zur Energieeffizienz, Wärmenennleistung und Schallleistung enthält. Zudem weist die Behörde darauf hin, dass Mindestanforderungen bis 400 kW gelten. Sie betont ausdrücklich, dass Installation, Inbetriebnahme und Wartung einen erheblichen Einfluss auf die Energieeffizienz haben.
Englischsprachige Märkte und Märkte außerhalb der EU
Länder außerhalb der EU und der Schweiz können andere Produktkategorien, Prüfbedingungen und Kennzeichnungsskalen verwenden. Eine Effizienzklasse aus einem Markt darf nicht unmittelbar in eine Klasse eines anderen Marktes übertragen werden.
Bei internationalen Projekten sind folgende Schritte erforderlich:
- Verkaufs- und Installationsland bestimmen.
- Geltende Produktvorschriften bestätigen.
- Maßgebliche Prüfnorm bestätigen.
- Die zugrunde liegenden numerischen Leistungsdaten vergleichen.
- Lokale Anforderungen an Elektrik, Kältemittel, Schallschutz und Gebäude prüfen.
Aktuelles Etikett und vorgeschlagene Neuskalierung
Das derzeitige EU-Etikett für Heizgeräte verwendet weiterhin Plusklassen. Die Skala für einzelne Raumheizgeräte wurde 2019 auf A+++ bis D aktualisiert. Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Nachfolger würde das Etikett auf A bis G neu skalieren und einen QR-Code, eine Geräuschskala sowie weitere Symbole ergänzen.
Diese vorgeschlagenen Merkmale dürfen nicht als bereits geltende Anforderungen dargestellt werden. Insbesondere ist der QR-Code Bestandteil des vorgeschlagenen neuen Etikettendesigns und kein vorgeschriebenes Element des derzeitigen Etiketts nach der Verordnung Nr. 811/2013. Aktuelle Produkte können stattdessen anhand der Lieferanten- und Modellinformationen direkt in EPREL gesucht werden.
Wesentliche Merkmale eines Wärmepumpen-Energieetiketts
Ein Energieetikett für Wärmepumpen kann mehrere Informationsebenen enthalten. Das sichtbare Etikett zeigt das Hauptergebnis. Das Produktdatenblatt stellt detailliertere technische Werte bereit.
| Merkmal | Beantwortete Hauptfrage | Praktische Verwendung |
|---|---|---|
| Lieferant und Modellkennung | Welches konkrete Produkt wird deklariert? | Angebote, Etiketten und EPREL-Einträge abgleichen |
| Energieeffizienzklasse | Wie wird die standardisierte Leistung eingestuft? | Erste Vorauswahl erstellen |
| Anwendungen bei 35 °C und 55 °C | Auf welcher Wassertemperaturgrundlage wurde die Klasse bestimmt? | Fußbodenheizungs- und Heizkörperanwendungen korrekt vergleichen |
| Jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz, ηs | Welcher Zahlenwert liegt der Klasse zugrunde? | Produkte innerhalb derselben Anwendung vergleichen |
| Wärmenennleistung | Welche standardisierte Wärmeleistung wird angegeben? | Erste Eignungsprüfung der Leistung durchführen |
| Klimazonenangaben | Wie verändert sich die ausgewiesene Leistung je nach Klimabedingung? | Eignung für kalte und warme Klimazonen vorprüfen |
| Schallleistungspegel, LWA | Wie viel Schallenergie gibt das Produkt ab? | Akustische Planung beginnen |
| Warmwasserbereitungs-Energieeffizienzklasse | Wie effizient erzeugt ein Kombigerät Warmwasser? | Leistung der Trinkwarmwasserbereitung bewerten |
| Angegebenes Lastprofil | Welches standardisierte Warmwasserbedarfsprofil gilt? | Warmwasserprodukte auf derselben Grundlage vergleichen |
| Effizienzklasse der Verbundanlage | Welche berechnete Klasse erreicht die geregelte Kombination? | Kombinationen aus Wärmepumpe, Regelung und Solarthermie bewerten |
| Produktdatenblatt | Welche Detailwerte liegen dem Etikett zugrunde? | Technische Bewertung und Prüfung von Ausschreibungen |
| EPREL-Eintrag | Wo können die registrierten Modelldaten geprüft werden? | Rückverfolgbarkeit und Beschaffung |
Ausführliche Erläuterung der Etikettmerkmale
Lieferantenname und Modellkennung
Definition: Die Modellkennung ist der Code, der ein Modell von anderen Produkten derselben Marke unterscheidet.
Zweck: Sie verknüpft das sichtbare Etikett mit dem Produktdatenblatt, den technischen Unterlagen und dem EPREL-Eintrag.
Vorteil: Sie verhindert, dass Daten eines Modells oder einer Leistungsgröße auf ein anderes Produkt übertragen werden.
Beispiel: Ein Angebot für ein 12-kW-Modell darf nicht das Etikett eines ähnlichen 8-kW-Modells derselben Produktfamilie enthalten. Die vollständige Modellkennung muss übereinstimmen.
Raumheizungs-Energieeffizienzklasse
Definition: Die Raumheizungs-Energieeffizienzklasse ist eine auf Buchstaben basierende Einstufung, die aus der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz unter geregelten Bedingungen abgeleitet wird.
Zweck: Sie fasst eine komplexe Effizienzberechnung in einem leicht verständlichen Format zusammen.
Vorteil: Sie ermöglicht einen schnellen Vergleich, bevor die detaillierte technische Planung beginnt.
Beispiel: Eine Wärmepumpe kann für eine Anwendung bei 35 °C mit A+++ und für eine Anwendung bei 55 °C mit A++ eingestuft sein. Dies ist kein Widerspruch. Es zeigt, dass der erforderliche Temperaturhub bei 55 °C größer ist.
Die derzeitige EU-Skala für einzelne Raumheizgeräte reicht von A+++ bis D. Die Klasse muss stets zusammen mit der jeweiligen Temperaturanwendung und Produktkategorie betrachtet werden.
Niedertemperaturanwendung bei 35 °C
Definition: Die Anwendung bei 35 °C ist die standardisierte Niedertemperaturbedingung für die Wärmeverteilung, die beim Vergleich von Wärmepumpen verwendet wird.
Zweck: Sie repräsentiert Systeme, die nutzbare Wärme mit vergleichsweise niedrigen Wassertemperaturen bereitstellen können.
Vorteil: Sie unterstützt die Bewertung von Produkten für Niedertemperatur-Wärmeabgabesysteme.
Beispiel: Bei einem gut geplanten Neubau mit Fußbodenheizung kann die Bewertung vorrangig auf dem Etikettwert für 35 °C beruhen.
Der Wert von 35 °C ist keine Zusage, dass das Gebäude dauerhaft mit exakt 35 °C betrieben wird. Ein witterungsgeführtes System passt die Vorlauftemperatur normalerweise an die Außentemperatur an.
Mitteltemperaturanwendung bei 55 °C
Definition: Die Anwendung bei 55 °C ist die standardisierte Mitteltemperaturbedingung.
Zweck: Sie ermöglicht einen aussagekräftigeren Vergleich für viele Heizkörpersysteme und Anwendungen mit höheren Heiztemperaturen.
Vorteil: Sie verringert das Risiko, ein Produkt ausschließlich anhand einer attraktiven Niedertemperaturklasse auszuwählen.
Beispiel: Bei einer Sanierung mit vorhandenen Heizkörpern kann bei kalter Witterung eine Auslegungsvorlauftemperatur von etwa 50 °C oder 55 °C erforderlich sein. Die Klasse für 55 °C und die damit verbundenen Leistungsdaten sind deshalb relevanter als die Klasse für 35 °C.
Für die meisten Wärmepumpen, die rechtlich nicht als Niedertemperatur-Wärmepumpen definiert sind, wird auf dem Verbundanlagenetikett für Raumheizgeräte die Mitteltemperaturklasse verwendet.
Jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz, ηs
Definition: Die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz, dargestellt als ηs, ist das Verhältnis zwischen dem während einer festgelegten Heizperiode gedeckten Wärmebedarf und dem jährlichen Energieverbrauch, der zur Deckung dieses Bedarfs erforderlich ist. Sie wird in Prozent angegeben.
Zweck: Sie beschreibt die saisonale Leistung und nicht nur die Leistung an einem einzelnen Betriebspunkt.
Vorteil: Sie berücksichtigt mehr Informationen über den Teillastbetrieb, den Hilfsenergieverbrauch und den saisonalen Bedarf.
Beispiel: Zwei Produkte können derselben Klasse angehören, aber unterschiedliche ηs-Werte aufweisen. Das Produkt mit dem höheren ηs-Wert besitzt innerhalb derselben Klasse und Anwendung die bessere standardisierte Leistung.
Ein ηs-Wert von mehr als 100 % bedeutet nicht, dass die Wärmepumpe Energie erzeugt. Eine Wärmepumpe überträgt Umweltenergie aus Luft, Erdreich oder Wasser in das Heizsystem. Die abgegebene Wärme setzt sich daher sowohl aus der bezogenen elektrischen Energie als auch aus der aufgenommenen Umweltwärme zusammen.
Wärmenennleistung, Prated
Definition: Die Wärmenennleistung, dargestellt als Prated, ist die unter den regulatorisch festgelegten Nennbedingungen ausgewiesene Wärmeleistung. Sie wird in Kilowatt angegeben.
Zweck: Sie stellt einen standardisierten Leistungsreferenzwert bereit.
Vorteil: Sie hilft dabei, Produkte zu identifizieren, die für die berechnete Heizlast des Gebäudes geeignet sein könnten.
Beispiel: Eine Nennleistung von 10 kW bedeutet nicht automatisch, dass bei jeder Kombination aus Außen- und Vorlauftemperatur 10 kW zur Verfügung stehen. Der Planer muss die Leistungstabelle des Herstellers für die tatsächlichen Auslegungsbedingungen prüfen.
Die Wärmenennleistung ersetzt keine Heizlastberechnung des Gebäudes. Wird eine Wärmepumpe nur anhand der Wohnfläche oder der Leistung des alten Heizkessels ausgewählt, kann dies zu einer Überdimensionierung oder zu unzureichender Leistung bei kalter Witterung führen.
Leistung nach Klimazone
Definition: Klimazonenangaben beschreiben die standardisierte Leistung unter wärmeren, durchschnittlichen und kälteren europäischen Klimabedingungen.
Zweck: Sie berücksichtigen, dass Leistung und saisonale Effizienz einer Wärmepumpe von der Wärmequellentemperatur und dem Heizbedarf abhängen.
Vorteil: Sie verhindern, dass ein Ergebnis für mildes Klima ohne weitere Prüfung auf ein kälteres Projekt übertragen wird.
Beispiel: Ein Projekt in Südspanien und ein Projekt in Nordfinnland dürfen sich nicht auf dieselbe Auslegung für durchschnittliche Klimabedingungen stützen. Für jedes Projekt müssen die maßgeblichen Leistungs- und Effizienzdaten geprüft werden.
Die geregelten Klimazonen unterstützen den Vergleich. Sie ersetzen weder die örtliche Auslegungsaußentemperatur noch die Bewertung der Wärmequellentemperatur am tatsächlichen Standort.
Schallleistung innen und außen, LWA
Definition: Der Schallleistungspegel, dargestellt als LWA, bezeichnet die vom Produkt abgegebene A-bewertete Schallleistung. Er wird in Dezibel angegeben.
Zweck: Er liefert eine standardisierte Beschreibung der Schallquelle.
Vorteil: Er unterstützt den ersten Produktvergleich und die akustische Planung.
Beispiel: Ein Außengerät mit einer geringeren Schallleistung bietet im Allgemeinen einen besseren Ausgangspunkt für einen räumlich eingeschränkten Standort. Der endgültige Schalldruck am Fenster eines Nachbarn hängt dennoch von Entfernung, Hindernissen, Reflexionen, Betriebsart und Installation ab.
Schallleistung darf nicht mit Schalldruck verwechselt werden. Die Schallleistung beschreibt die Quelle. Der Schalldruck beschreibt den Pegel an einer bestimmten Position. Die EU-Vorschriften verlangen bei Wärmepumpen Angaben zur Schallleistung innen und außen.
Warmwasserbereitungs-Energieeffizienzklasse
Definition: Die Warmwasserbereitungs-Energieeffizienzklasse beschreibt die standardisierte Effizienz der Trinkwarmwasserbereitung.
Zweck: Sie trennt die Leistung der Trinkwarmwasserbereitung von der Raumheizungsleistung.
Vorteil: Sie hilft Nutzern, Kombi-Wärmepumpen mit vergleichbaren Warmwasserfunktionen zu beurteilen.
Beispiel: Ein Produkt kann eine ausgezeichnete Raumheizungs-Energieeffizienzklasse aufweisen, aber für den hohen Warmwasserbedarf eines großen Haushalts, Hotels oder Mehrfamiliengebäudes weniger geeignet sein.
Nach den geltenden Vorschriften verfügt die Warmwasserfunktion eines einzelnen Kombiheizgeräts über eine eigene Skala. Separate Wärmepumpen-Wassererwärmer beziehungsweise Warmwasser-Wärmepumpen fallen unter die Verordnung (EU) Nr. 812/2013 und nicht unter die Verordnung für Raumheizgeräte.
Angegebenes Warmwasser-Lastprofil
Definition: Das Lastprofil ist ein standardisiertes Zapfprofil für Warmwasser. Profile können durch Größen wie M, L, XL oder andere geregelte Kategorien gekennzeichnet werden.
Zweck: Es schafft einen wiederholbaren Prüfbedarf für die Warmwasserbereitung.
Vorteil: Produkte, die für einen gleichwertigen Warmwasserbedarf geprüft wurden, können gerechter verglichen werden.
Beispiel: Ein XL-Profil beschreibt einen anderen standardisierten Bedarf als ein M-Profil. Es darf nicht ausschließlich als Speichergröße oder als feste Zahl von Bewohnern verstanden werden.
Für ein reales Projekt müssen weiterhin Spitzenvolumenstrom, Speichervolumen, Wiederaufheizzeit, Hygieneanforderungen und gleichzeitige Bedarfsfälle berechnet werden.
Produktetikett
Definition: Das Produktetikett beschreibt den einzelnen Wärmeerzeuger als geregeltes Produkt.
Zweck: Es liefert ein standardisiertes Ergebnis, das unabhängig von einer konkreten Gebäudeinstallation ist.
Vorteil: Käufer können die grundlegende Leistung verschiedener Wärmepumpen vergleichen.
Beispiel: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann ein Produktetikett besitzen, auch wenn sie mit unterschiedlichen Regelungs- oder Speicherkonfigurationen angeboten wird.
Verbundanlagenetikett
Definition: Ein Verbundanlagenetikett beschreibt eine geregelte Kombination aus einem Raum- oder Kombiheizgerät und zulässigen Komponenten. Dazu können Temperaturregler, Zusatzheizgeräte und solarthermische Einrichtungen gehören.
Zweck: Es bildet den standardisiert berechneten Einfluss der zulässigen Komponenten der Verbundanlage ab.
Vorteil: Es liefert mehr Informationen als das Produktetikett der Wärmepumpe allein.
Beispiel: Eine Wärmepumpe kann zusammen mit einem geeigneten Temperaturregler und einer Solarthermieanlage ein Verbundanlagenergebnis erhalten, das von der Produktklasse abweicht.
Die Verbundanlagenklasse wird berechnet. Sie ist keine Messung des fertig installierten Gebäudes. Installateure können Verbundanlagen anhand zulässiger Komponenten und deren ausgewiesener Daten zusammenstellen.
Solareinrichtung
Definition: Nach der Verordnung Nr. 811/2013 bezeichnet eine Solareinrichtung solarthermische Komponenten. Dazu gehören ein Solarkollektor, ein solarer Warmwasserspeicher oder eine Solarkreispumpe.
Zweck: Durch diese Definition wird festgelegt, welcher solarthermische Beitrag in die Berechnung einer Verbundanlage einfließen darf.
Vorteil: Sie verhindert, dass nicht zugehörige Technologien in das geregelte Verbundanlagenergebnis einbezogen werden.
Beispiel: Ein auf dem Dach montierter Solarthermiekollektor kann in die Verbundanlagenberechnung einfließen. Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom und ist nicht die in dieser Verordnung definierte „Solareinrichtung“.
Produktdatenblatt
Definition: Das Produktdatenblatt ist ein standardisiertes Dokument, das ausführlichere Produktdaten enthält als das sichtbare Etikett.
Zweck: Es unterstützt den technischen Vergleich, die Prüfung der Rechtskonformität und die Marktüberwachung.
Vorteil: Käufer können die Zahlenwerte hinter der Effizienzklasse prüfen.
Beispiel: Ein Planer kann anhand des Produktdatenblatts ηs, Wärmenennleistung, Jahresenergieangaben, Klimadaten und Schallangaben überprüfen.
EPREL-Eintrag
Definition: EPREL ist die Europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung.
Zweck: Sie stellt registrierte Modellinformationen für Kunden, professionelle Beschaffer und Marktüberwachungsbehörden bereit.
Vorteil: Sie verbessert die Rückverfolgbarkeit und verringert die Abhängigkeit von einzelnen Werbeunterlagen.
Beispiel: Ein Käufer kann das konkrete Modell anhand des Lieferanten und der Modellkennung suchen, die Produktdetails anzeigen und das verfügbare Produktdatenblatt herunterladen.
Hersteller und Importeure müssen erfasste Produkte in EPREL registrieren, um die EU-Anforderungen an die Energiekennzeichnung zu erfüllen.
So funktioniert die Energiekennzeichnung
An der Energiekennzeichnung sind mehrere Parteien beteiligt. Jede Partei hat eine andere Aufgabe. Das Etikett bleibt nur dann aussagekräftig, wenn Modell, Produktart und ausgewiesene Konfiguration durchgängig übereinstimmen.
Hersteller, Bevollmächtigter oder Importeur
Der verantwortliche Lieferant erstellt die Produktdeklaration. Er muss die geltende Verordnung und die Produktkategorie bestimmen. Anschließend sind die vorgeschriebenen Messungen und Berechnungen anzuwenden.
Ein typischer Prozess des Lieferanten umfasst folgende Schritte:
- Produkt klassifizieren und regulatorischen Anwendungsbereich bestätigen.
- Geltende Prüf- und Berechnungsmethoden bestimmen.
- Erforderliche Parameter messen oder berechnen.
- Energieeffizienzklasse bestimmen.
- Energieetikett erstellen.
- Produktdatenblatt erstellen.
- Technische Unterlagen zusammenstellen.
- Modell gegebenenfalls in EPREL registrieren.
- Gedruckte und elektronische Etikettinformationen an Händler übermitteln.
- Belege für Marktüberwachungsbehörden aufbewahren.
Die ausgewiesenen Werte müssen sich auf das konkrete Modell beziehen. Eine Broschüre für eine gesamte Modellfamilie kann modellspezifische Informationen nicht ersetzen.
Händler und Vertriebspartner
Der Händler übermittelt die Deklaration des Lieferanten an den Kunden. Das Etikett muss im jeweiligen Verkaufsumfeld sichtbar sein. Auch Informationen im Fernabsatz müssen die geltenden Darstellungsvorschriften erfüllen.
Der Händler sollte:
- das Etikett dem konkreten Modell korrekt zuordnen,
- in der einschlägigen Werbung die vorgeschriebene Klasse anzeigen,
- Zugang zum vollständigen Etikett und zu den Produktinformationen bereitstellen,
- Produkt- und Verbundanlagenklassen voneinander unterscheiden,
- den Kontext von 35 °C beziehungsweise 55 °C nicht entfernen,
- das Etikett eines Modells nicht auf eine andere Leistungsgröße übertragen,
- die mit dem Produkt gelieferten Unterlagen aufbewahren.
Die EU-Vorschriften verpflichten sowohl Lieferanten als auch Händler zur korrekten Darstellung und zur Einhaltung der Vorgaben für Werbematerialien.
Installateur und Planer der Verbundanlage
Der Installateur kann für die Angaben zur Verbundanlage verantwortlich werden, wenn er zulässige Komponenten kombiniert. Er muss die geregelte Berechnung und die ausgewiesenen Komponentendaten verwenden. Eine Verbundanlagenklasse darf nicht anhand allgemeiner Annahmen geschätzt werden.
Der Installateur sollte:
- bestätigen, welche Komponenten zur angebotenen Verbundanlage gehören,
- die Produktinformationen der Wärmepumpe beschaffen,
- die zulässige Klasse des Temperaturreglers bestimmen,
- erforderliche Zusatzheizgeräte einbeziehen,
- ausschließlich zulässige solarthermische Daten berücksichtigen,
- die vorgeschriebene Verbundanlagenberechnung durchführen,
- das Verbundanlagenetikett und die zugehörigen Informationen bereitstellen,
- eindeutig angeben, welche Klasse für die Wärmepumpe und welche für die Verbundanlage gilt.
Der standardisierte Beitrag eines Temperaturreglers ist ein Berechnungswert. Er stellt keine garantierte prozentuale Verringerung der tatsächlichen Energierechnung des Kunden dar.
Planer oder Berater
Der Planer verwendet das Etikett zur Vorauswahl und geht anschließend zu projektspezifischen Leistungsdaten über.
Zu prüfen sind insbesondere:
- Auslegungsheizlast des Gebäudes,
- erforderliche Vorlauf- und Rücklauftemperaturen,
- Auslegungstemperatur der Außenluft oder Wärmequelle,
- Teillastbetriebsbereich,
- Trinkwarmwasserbedarf,
- Abtau- und Zusatzheizstrategie,
- hydraulische Auslegung,
- Schallausbreitung,
- elektrischer Anschluss,
- Regelungsschnittstellen,
- Kältemittelanforderungen,
- Service- und Inbetriebnahmevorgaben.
Das Etikett muss daher Bestandteil des Spezifikationsprozesses sein. Es darf diesen Prozess nicht ersetzen.
Käufer oder Gebäudeeigentümer
Der Käufer sollte zunächst gleichwertige Produkte vergleichen. Die niedrigste Temperaturanwendung oder die optisch attraktivste Effizienzklasse darf nicht automatisch den Ausschlag geben.
Ein praxisgerechter Ablauf ist:
- Erforderliche Heiz- und Warmwasserfunktionen definieren.
- Vollständige Modellkennung anfordern.
- Vollständiges Energieetikett beschaffen.
- Prüfen, ob sich die Klasse auf 35 °C oder 55 °C bezieht.
- Produktdatenblatt prüfen.
- Modell gegebenenfalls in EPREL suchen.
- Wärmenennleistung mit der berechneten Heizlast vergleichen.
- Angaben für kalte Klimabedingungen und Schallinformationen prüfen.
- Klären, ob das Angebot ein Produkt oder eine Verbundanlage betrifft.
- Einen Plan für Inbetriebnahme und Überwachung anfordern.
Betreiber
Der Betreiber steuert das System nach der Installation. Das tatsächliche Ergebnis hängt von Betriebstemperaturen, Regelungseinstellungen, Warmwasserprogrammen, Zusatzheizung und Wartung ab.
Überwacht werden sollten:
- bereitgestellte Wärmemenge,
- verbrauchte elektrische Energie,
- saisonale Leistungszahl,
- Vorlauftemperaturen,
- Betriebsstunden des Verdichters,
- Starts und Stopps,
- Verbrauch des Zusatzheizgeräts,
- Warmwassertemperaturen,
- Alarmhistorie,
- gegebenenfalls Temperaturen der Wärmequelle.
Das Schweizer Bundesamt für Energie nennt eine fachgerechte Installation, Inbetriebnahme und Wartung ausdrücklich als wesentliche Einflussfaktoren auf die tatsächliche Effizienz von Heizgeräten.
Für Wärmepumpen relevante Arten von Energieetiketten
Nicht alle Wärmepumpen verwenden dasselbe Etikett. Das anwendbare Etikett hängt von der Funktion, dem Wärmeübertragungsmedium und der Wärmenennleistung ab.
| Produkt oder System | Wichtigste EU-Verordnung | Anwendungsbereich | Hauptinformationen |
|---|---|---|---|
| Wassergeführtes Wärmepumpen-Raumheizgerät | Verordnung Nr. 811/2013 | Bis 70 kW | Raumheizungs-Effizienzklasse, Temperaturanwendung, Leistung und Schall |
| Wassergeführtes Wärmepumpen-Kombiheizgerät | Verordnung Nr. 811/2013 | Bis 70 kW | Angaben zu Raumheizung und Trinkwarmwasser |
| Wärmepumpen-Verbundanlage | Verordnung Nr. 811/2013 | Erfasste Verbundanlage bis 70 kW | Berechnete Verbundanlagenklasse |
| Separater Wärmepumpen-Wassererwärmer | Verordnung Nr. 812/2013 | Bis 70 kW | Warmwasserbereitungs-Effizienzklasse, Lastprofil und Schall |
| Warmwasserspeicher | Verordnung Nr. 812/2013 | Bis 500 Liter | Energetische Speicherleistung |
| Luft-Luft-Wärmepumpe oder Klimagerät | Verordnung Nr. 626/2011 | Bis 12 kW | Heiz- und gegebenenfalls Kühlleistung |
| Wassergeführte Wärmepumpe über 70 kW | Keine verpflichtende Produktkennzeichnung nach Nr. 811/2013 | Über 70 kW | Projekt- und herstellerspezifische technische Daten erforderlich |
| Wassergeführtes Heizgerät zwischen 70 und 400 kW | Ökodesign-Anwendungsbereich der Verordnung Nr. 813/2013 | Bis 400 kW | Ökodesign-Anforderungen gelten ohne das Verbraucheretikett nach Nr. 811/2013 |
Die Verordnung Nr. 812/2013 gilt ausdrücklich für Wassererwärmer bis 70 kW und Warmwasserspeicher bis 500 Liter. Die Verordnung Nr. 626/2011 gilt für elektrische Luft-Luft-Klimageräte mit einer Nennleistung von bis zu 12 kW.
Wärmepumpe für die Raumheizung
Dieses Produkt liefert Wärme an ein wasserbasiertes Heizsystem. Es erhält keine Effizienzklasse für die Trinkwarmwasserbereitung, sofern es rechtlich nicht als Kombiheizgerät deklariert ist.
Typische Anwendungen sind:
- Fußbodenheizungen,
- Niedertemperaturheizkörper,
- Gebläsekonvektoren,
- gemischte Wärmeabgabesysteme,
- Zentralheizungen für Häuser oder kleinere Gebäude.
Kombi-Wärmepumpe
Eine Kombi-Wärmepumpe stellt Raumheizung und Trinkwarmwasser bereit. Daher werden für beide Funktionen getrennte Leistungsinformationen angegeben.
Die Warmwasserdeklaration muss der tatsächlichen Produktkonfiguration entsprechen. Ein Wärmeerzeuger, der mit mehreren unterschiedlichen Inneneinheiten angeboten wird, kann konfigurationsspezifische Angaben erfordern.
Niedertemperatur-Wärmepumpe
„Niedertemperatur-Wärmepumpe“ kann eine konkrete rechtliche Produktkategorie bezeichnen. Der Begriff darf nicht lediglich als Marketingbeschreibung für jede Wärmepumpe verwendet werden, die bei 35 °C gut arbeitet.
Ein rechtlich als Niedertemperatur-Wärmepumpe definiertes Produkt wird bei der Klassifizierung anders behandelt. Die Produktklassifizierung muss daher den Konformitätsunterlagen des Lieferanten entnommen werden.
Verbundanlagenetikett
Ein Verbundanlagenetikett kann den geregelten Beitrag zulässiger Regelungen und solarthermischer Einrichtungen enthalten. Es kann von einem Hersteller oder einem Installateur erstellt werden.
Das Verbundanlagenetikett berücksichtigt nicht automatisch:
- Photovoltaikstrom,
- dynamische Stromtarife,
- die thermische Masse des Gebäudes,
- allgemeines Heimenergiemanagement,
- standortspezifische hydraulische Verluste,
- die standortspezifische Qualität der Inbetriebnahme,
- die im Feld gemessene Jahresarbeitszahl.
Große Wärmepumpenanlage
Eine wassergeführte Wärmepumpe mit mehr als 70 kW liegt außerhalb des derzeitigen Anwendungsbereichs des Verbraucheretiketts nach der Verordnung Nr. 811/2013. Das bedeutet nicht, dass ihre Leistung ungeregelt oder unwichtig wäre. Ökodesign-Anforderungen können weiterhin bis 400 kW gelten. Auch andere Produktvorschriften bleiben relevant.
Große Anlagen erfordern eine vertiefte technische Bewertung, einschließlich:
- projektspezifischer Betriebspunkte,
- Teillasteffizienz,
- saisonaler Energiesimulation,
- Redundanz,
- Kaskadenregelung,
- gleichzeitigem Heizen und Kühlen,
- Verfügbarkeit der Wärmequelle,
- elektrischer Leistungsaufnahme,
- hydraulischer Entkopplung,
- Messkonzept,
- Wartungsstrategie.
Anwendungsfälle für die Energiekennzeichnung von Wärmepumpen
Neubau mit Fußbodenheizung
Situation: Das Gebäude hat eine niedrige Auslegungsheizlast und Niedertemperatur-Wärmeabgabesysteme.
Verwendung des Etiketts: Die Klasse und der ηs-Wert für 35 °C bieten eine sinnvolle Grundlage für den ersten Vergleich.
Praktische Grenze: Der Planer muss dennoch die Mindestmodulation, die Trinkwarmwasserbereitung und die Anforderungen an die sommerliche Kühlung prüfen.
Sanierung mit bestehenden Heizkörpern
Situation: Das Gebäude kann bei kalter Witterung höhere Vorlauftemperaturen benötigen.
Verwendung des Etiketts: Das Ergebnis für 55 °C ist relevanter als das Ergebnis für 35 °C.
Praktische Grenze: Eine raumweise Bewertung der Heizflächen ist weiterhin erforderlich. Verbesserte Heizkörper oder eine Sanierung der Gebäudehülle können die erforderliche Vorlauftemperatur senken.
Projekt in den Alpen oder in kaltem Klima
Situation: Die Auslegungsaußentemperatur ist niedriger als die Referenztemperatur für durchschnittliches Klima.
Verwendung des Etiketts: Leistungswerte für kalte Klimabedingungen und ergänzende Daten helfen bei der Vorauswahl.
Praktische Grenze: Der Planer muss die genaue Leistung, den Abtaubetrieb und den Einsatz der Zusatzheizung bei den lokalen Auslegungsbedingungen prüfen.
Dicht bebautes Wohngebiet
Situation: Das Außengerät befindet sich in der Nähe von Schlafzimmern, Grundstücksgrenzen oder benachbarten Gebäuden.
Verwendung des Etiketts: Die Schallleistung des Außengeräts unterstützt den Produktvergleich.
Praktische Grenze: Eine standortspezifische akustische Berechnung ist erforderlich. Das Etikett sagt den Schalldruck am maßgeblichen Immissionsort nicht voraus.
Installateurangebot
Situation: Ein Installateur bietet eine Wärmepumpe, eine Regelung, einen Speicher und solarthermische Einrichtungen an.
Verwendung des Etiketts: Das Produktetikett beschreibt die Wärmepumpe. Das Verbundanlagenetikett beschreibt die geregelte Kombination.
Praktische Grenze: Im Angebot muss eindeutig erkennbar sein, welche Effizienzklasse zu welchem Gegenstand gehört.
E-Commerce und Fernabsatz
Situation: Ein Kunde kann das Produkt vor dem Kauf nicht physisch besichtigen.
Verwendung des Etiketts: Die vorgeschriebenen elektronischen Etikettinformationen ermöglichen einen standardisierten Vergleich.
Praktische Grenze: Das angezeigte Etikett muss dem konkreten Modell entsprechen und darf die relevante Temperaturanwendung nicht verbergen.
Professionelle Beschaffung
Situation: Ein Wohnungsunternehmen, Projektentwickler oder öffentlicher Auftraggeber benötigt vergleichbare Nachweise für mehrere Angebote.
Verwendung des Etiketts: Etikett, Produktdatenblatt und EPREL-Eintrag bilden einen Mindestnachweissatz.
Praktische Grenze: In der Beschaffung sollten zusätzlich die projektspezifische Leistung, Akustik, das Kältemittel, Regelungsschnittstellen, Serviceleistungen und Berichte zur Betriebsleistung spezifiziert werden.
Große Gewerbe- oder Nahwärmeanlage
Situation: Die ausgewählte Wärmepumpe überschreitet die Kennzeichnungsgrenze von 70 kW.
Verwendung des Etiketts: Ein einzelnes Verbraucheretikett nach der Verordnung Nr. 811/2013 ist nicht das wichtigste Auswahlwerkzeug.
Praktische Grenze: Die Auswahl muss auf projektspezifischen technischen Leistungsverzeichnissen, gegebenenfalls zertifizierten Daten, Energiesimulationen und vertraglichen Leistungsvorgaben beruhen.
Vorteile der Energiekennzeichnung von Wärmepumpen
Bessere Vergleichbarkeit
Die Energiekennzeichnung bietet Käufern einen gemeinsamen Ausgangspunkt. Sie verringert die Notwendigkeit, jede Leistungsbehauptung eines Herstellers von Grund auf neu zu interpretieren.
Schnellere Produktauswahl
Anhand von Effizienzklasse, Temperaturanwendung, Leistung und Schallwerten können offensichtlich ungeeignete Produkte aus einer Vorauswahl entfernt werden. Das technische Team kann sich anschließend auf die relevantesten Modelle konzentrieren.
Geringeres Spezifikationsrisiko
Das Etikett veranlasst das Projektteam dazu, die Vergleichsgrundlage eindeutig anzugeben. Dadurch werden Fehler vermieden, etwa der Vergleich eines Ergebnisses bei 35 °C mit einem Ergebnis bei 55 °C.
Bessere Nachweise bei Kaufentscheidungen
Etikett und Produktdatenblatt schaffen einen dokumentierten Entscheidungsweg. Dies ist für Ausschreibungen, interne Genehmigungen und Qualitätssicherung hilfreich.
Transparentere Angebote
Ein modellspezifisches Etikett hilft dabei, unvollständige Angebote zu erkennen. Es macht außerdem sichtbar, ob eine attraktive Effizienzklasse zum Produkt selbst oder zu einer umfangreicheren Verbundanlage gehört.
Verbesserte Marktüberwachung
EPREL und die technischen Unterlagen ermöglichen es Behörden, ausgewiesene Informationen mit den Produktnachweisen abzugleichen. EPREL unterstützt außerdem Verbraucher, Großabnehmer und die öffentliche Beschaffung.
Unterstützung der Produktverbesserung
Sichtbare Effizienzklassen schaffen Anreize zur Verbesserung der saisonalen Effizienz und weiterer Eigenschaften. Ökodesign schließt Produkte aus, die Mindestanforderungen nicht erfüllen, während das Etikett Produkte oberhalb des Mindestniveaus differenziert.
Umweltbezogene Vorauswahl
Ein niedrigerer standardisierter Energiebedarf kann zu geringeren Umweltwirkungen während der Nutzungsphase beitragen. Das Etikett ist jedoch keine vollständige Umweltbewertung.
Es berücksichtigt nicht vollständig:
- die CO₂-Intensität des verwendeten Stroms,
- Kältemittelleckagen,
- graue beziehungsweise verkörperte Emissionen,
- Auswirkungen der Herstellung,
- Transport,
- Installationsmaterialien,
- Produktlebensdauer,
- Rückgewinnung am Ende der Nutzungsdauer,
- tatsächliche Betriebstemperaturen,
- Wartungsqualität.
Auswahl einer Wärmepumpe anhand der Energiekennzeichnung
Das Etikett sollte als Bestandteil eines mehrstufigen Auswahlverfahrens verwendet werden. Die richtige Reihenfolge führt von den Anforderungen des Gebäudes zum Produkt und anschließend vom Produkt zum vollständigen System.
Schritt 1: Erforderliche Funktionen festlegen
Bestimmen Sie, ob das Produkt folgende Funktionen bereitstellen muss:
- Raumheizung,
- Trinkwarmwasser,
- aktive Kühlung,
- passive Kühlung,
- Schwimmbadheizung,
- Prozesswärme,
- gleichzeitiges Heizen und Kühlen.
Eine Raumheizungs-Effizienzklasse beschreibt nicht automatisch alle Zusatzfunktionen.
Schritt 2: Heizlast des Gebäudes berechnen
Verwenden Sie ein anerkanntes Verfahren zur Heizlastberechnung. Berücksichtigen Sie die lokale Auslegungsaußentemperatur und die Lüftungswärmeverluste.
Die neue Wärmepumpe darf nicht allein anhand folgender Werte ausgewählt werden:
- Typenschild des alten Heizkessels,
- Wohn- oder Nutzfläche,
- historischer Brennstoffverbrauch ohne Bereinigung,
- pauschale Watt-pro-Quadratmeter-Regel.
Schritt 3: Erforderliche Vorlauftemperatur bestimmen
Bewerten Sie die Wärmeabgabesysteme raumweise. Bestimmen Sie die bei der Auslegungsaußentemperatur benötigte Vorlauftemperatur.
Dieser Wert entscheidet darüber, ob das Etikettergebnis für 35 °C oder 55 °C relevanter ist. Er beeinflusst außerdem die tatsächliche Betriebseffizienz.
Schritt 4: Dieselbe Produktkategorie vergleichen
Vergleichen Sie Raumheizgeräte mit Raumheizgeräten und Kombiheizgeräte mit gleichwertigen Kombiheizgeräten. Ein Luft-Luft-Etikett darf nicht unmittelbar mit einem Luft-Wasser-Etikett verglichen werden.
Schritt 5: Dieselbe Temperaturanwendung vergleichen
Halten Sie die Ergebnisse für 35 °C und 55 °C getrennt. Eine höhere Klasse bei 35 °C belegt keine bessere Leistung bei 55 °C.
Schritt 6: Sowohl Effizienzklasse als auch ηs prüfen
Die Effizienzklasse gibt die Kategorie an. Der numerische ηs-Wert ermöglicht eine feinere Differenzierung.
Zwei Produkte derselben Klasse können sich unterscheiden hinsichtlich:
- ηs-Wert,
- Leistungsbereich,
- Leistung bei kalter Witterung,
- Schallpegel,
- Warmwasserleistung,
- Regelungsfunktionen.
Schritt 7: Leistung unter Auslegungsbedingungen prüfen
Prüfen Sie die Leistungstabelle des Herstellers bei der erforderlichen Außen- beziehungsweise Wärmequellentemperatur und der erforderlichen Vorlauftemperatur.
Zu bestätigen sind:
- verfügbare Verdichterleistung,
- Abtaureserve,
- Beitrag des Zusatzheizgeräts,
- Bivalenzpunkt,
- maximale elektrische Leistungsaufnahme,
- Leistung bei der Temperatur für die Trinkwarmwasserbereitung.
Schritt 8: Teillastbetrieb prüfen
Die meisten Heizsysteme arbeiten während eines großen Teils des Jahres unterhalb der Auslegungsleistung. Daher sind Mindestleistung und Modulationsbereich wichtig.
Ein überdimensioniertes Gerät mit unzureichender Mindestmodulation kann häufig takten. Häufiges Takten kann Komfort und Betriebseffizienz beeinträchtigen, selbst wenn die Effizienzklasse hoch ist.
Schritt 9: Warmwasserleistung prüfen
Bei Kombigeräten sind folgende Punkte zu bewerten:
- Warmwasserbereitungs-Energieeffizienzklasse,
- angegebenes Lastprofil,
- Speichervolumen,
- Wiederaufheizzeit,
- maximale Warmwassertemperatur,
- Nutzung des Zusatzheizgeräts,
- gleichzeitige Bedarfsfälle,
- Hygienestrategie.
Schritt 10: Schall bewerten
Verwenden Sie die Schallleistungsangabe als Quellenwert. Führen Sie anschließend eine standortspezifische akustische Planung durch.
Zu berücksichtigen sind:
- Entfernung zum Immissionsort,
- Wände und Gebäudeecken,
- reflektierende Oberflächen,
- Aufstellhöhe des Geräts,
- Schallschutzbarrieren,
- Nachtbetriebsart,
- Ventilator- und Verdichterdrehzahl,
- mehrere Geräte,
- lokale Grenzwerte.
Schritt 11: Verbundanlagenetikett prüfen
Bestimmen Sie, ob das Angebot eine geregelte Verbundanlage umfasst. Prüfen Sie die zulässigen Regelungs- und Solarthermiekomponenten.
Das Verbundanlagenetikett darf nicht als Nachweis der im Betrieb gemessenen Leistung verstanden werden. Es handelt sich um ein standardisiertes Berechnungsergebnis.
Schritt 12: Kältemittel separat bewerten
Die derzeitige Energieeffizienzklasse ermöglicht keine vollständige Bewertung der Klimawirkung des Kältemittels. Kältemittel werden durch separate Produktinformationen und Rechtsvorschriften geregelt, darunter die Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase.
Zu prüfen sind:
- Kältemittelart,
- Füllmenge,
- Treibhauspotenzial,
- Sicherheitsklasse,
- Installationsbeschränkungen,
- Verfügbarkeit von Serviceleistungen,
- Pflichten zur Dichtheitskontrolle,
- Rückgewinnung am Ende der Nutzungsdauer.
Schritt 13: EPREL und Produktunterlagen prüfen
Gleichen Sie die Modellkennung in folgenden Unterlagen ab:
- Angebot,
- Energieetikett,
- Produktdatenblatt,
- EPREL-Eintrag,
- technisches Datenblatt,
- Installationsanleitung,
- Konformitätserklärung.
Abweichungen müssen vor dem Kauf geklärt werden.
Schritt 14: Betriebskosten modellieren
Das Etikett kennt weder den zukünftigen Stromtarif noch die tatsächliche Nutzung des Gebäudes. Berechnen Sie den erwarteten Stromverbrauch anhand des projektspezifischen Bedarfs und einer realistischen saisonalen Leistung.
Berücksichtigen Sie:
- Raumheizungsbedarf,
- Warmwasserbedarf,
- Verteilverluste,
- Zusatzheizung,
- Pumpen und Hilfseinrichtungen,
- Stromtarif,
- fixe Entgelte,
- Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom,
- Wartung.
Schritt 15: Inbetriebnahme und Überwachung planen
Legen Sie fest, wie die tatsächliche Leistung überprüft werden soll. Sinnvolle Anforderungen sind Wärmemengenzähler, separate Stromzähler und eine regelmäßige Leistungsberichterstattung.
Auch ein Produkt mit hoher Effizienzklasse kann schlecht arbeiten, wenn:
- die Heizkurve zu hoch eingestellt ist,
- das hydraulische System nicht abgeglichen ist,
- das Zusatzheizgerät unnötig läuft,
- die Warmwassertemperaturen überhöht sind,
- Pumpen dauerhaft betrieben werden,
- Sensoren falsch positioniert sind,
- Filter oder Wärmetauscher verstopft sind.
Mindestnachweise, die angefordert werden sollten
Ein fachlich belastbares Angebot sollte Folgendes enthalten:
- genaue Produktbezeichnung,
- Energieetikett des Produkts,
- Produktdatenblatt,
- gegebenenfalls EPREL-Kennung,
- Heizlastberechnung des Gebäudes,
- Bewertung der Wärmeabgabesysteme und Vorlauftemperaturen,
- Leistungsdaten für den Auslegungsbetriebspunkt,
- Schallleistungsdaten,
- gegebenenfalls standortspezifische akustische Bewertung,
- Dimensionierung der Trinkwarmwasserbereitung,
- Hydraulikschema,
- Beschreibung der Regelung,
- gegebenenfalls Verbundanlagenetikett,
- Kältemittelinformationen,
- elektrische Anforderungen,
- Inbetriebnahmeplan,
- Garantie- und Serviceinformationen.
Vergleiche verschiedener Kennwerte und Instrumente
Energieetikett, Ökodesign, Gebäudeenergieausweis und Kältemittelrecht
| Instrument | Bewertungsgegenstand | Hauptzweck | Was damit nicht nachgewiesen wird |
|---|---|---|---|
| Produktenergieetikett | Einzelne Wärmepumpe oder einzelnes Heizgerät | Darstellung der standardisierten Energieeffizienz | Tatsächlicher Energieverbrauch des Gebäudes |
| Verbundanlagenetikett | Definierte Heizgeräte-Verbundanlage | Berechnung der Leistung zulässiger Komponenten | Im Feld geprüfte Leistung des installierten Systems |
| Ökodesign | In Verkehr gebrachtes Produkt | Festlegung von Mindestanforderungen | Relative Einstufung jedes einzelnen Modells |
| Gebäudeenergieausweis | Vollständiges Gebäude oder Gebäudeeinheit | Beschreibung der Energieeffizienz auf Gebäudeebene | Leistung eines einzelnen Wärmepumpenmodells |
| F-Gase-Verordnung | Kältemittel und damit verbundene Tätigkeiten | Regulierung fluorierter Treibhausgase | Saisonale Heizeffizienz |
| SPF- oder JAZ-Monitoring | Installiertes Betriebssystem | Messung des tatsächlichen jährlichen Verhältnisses zwischen Wärme und Strom | Unmittelbarer rechtlicher Ersatz für das Produktetikett |
Die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden behandelt die Energieeffizienz von Gebäuden. Sie berücksichtigt die Gebäudehülle, technische Systeme und erneuerbare Energien auf Gebäudeebene. Dies unterscheidet sich von der Energiekennzeichnung auf Produktebene.
Produktetikett und Verbundanlagenetikett
| Produktetikett | Verbundanlagenetikett |
|---|---|
| Gilt für den einzelnen Wärmeerzeuger | Gilt für eine definierte Kombination |
| Beruht auf Prüf- und Berechnungsdaten des Produkts | Beruht auf geregelten Berechnungen der Komponenten |
| Unterstützt den Vergleich einzelner Produkte | Unterstützt den Vergleich von Verbundanlagen |
| Berücksichtigt keine zulässigen Beiträge von Regelungen oder Solarthermie | Kann zulässige Beiträge von Regelungen und Solarthermie enthalten |
| Bleibt mit dem Produktmodell verknüpft | Bleibt mit der angebotenen Komponentenkombination verknüpft |
| Weist die Leistung des installierten Systems nicht nach | Weist die Leistung des installierten Systems nicht nach |
COP, SCOP, ηs, SPF und JAZ
| Kennwert | Bedeutung | Geeignete Verwendung | Wesentliche Einschränkung |
|---|---|---|---|
| COP | Wärmeleistung geteilt durch elektrische Leistungsaufnahme an einem Betriebspunkt | Vergleich eines definierten Prüfpunktes | Beschreibt keine gesamte Heizperiode |
| SCOP | Standardisierte saisonale Leistungszahl | Vergleich des saisonalen Wärmepumpenbetriebs | Beruht weiterhin auf standardisierten Annahmen |
| ηs | Regulatorische jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz in Prozent | Bestimmung und Vergleich der Energiekennzeichnungsleistung | Nicht identisch mit einem realen Wärme-Strom-Verhältnis im Haushalt |
| SPF | Über einen definierten realen Zeitraum gemessene saisonale Leistungszahl | Bewertung eines installierten Systems | Abhängig von Systemgrenze und Messkonzept |
| JAZ | Deutsche Bezeichnung „Jahresarbeitszahl“ für ein jährliches Leistungsverhältnis | Bewertung des tatsächlichen oder berechneten Jahresbetriebs | Es muss angegeben werden, welche Strom- und Wärmemengen einbezogen sind |
Die Bilanzgrenzen müssen übereinstimmen. Eine SPF kann nur den Verdichter berücksichtigen. Eine andere kann Pumpen, Regelungen und Zusatzheizung einschließen. Solche Werte sind nur direkt vergleichbar, wenn dieselbe Messgrenze verwendet wird.
Energieeffizienzklasse und jährliche Stromrechnung
Eine Energieeffizienzklasse ist keine Kostenklasse. Das Etikett beruht auf standardisierten Bedingungen für die energetische Leistung. Die Stromrechnung hängt vom Gebäude und vom Tarif ab.
Ein Produkt mit niedrigerer Effizienzklasse kann in einem kleinen Gebäude mit niedriger Heizlast und niedrigen Vorlauftemperaturen weniger Strom verbrauchen als ein höher eingestuftes Produkt in einem großen Gebäude mit hohen Vorlauftemperaturen. Die Klasse ist für den Vergleich gleichwertiger Produkte geeignet, nicht für den Vergleich unterschiedlicher Gebäude.
Energieetikett und Umweltkennzeichnung
Das Energieetikett beschreibt vor allem die energetische Leistung während der Nutzungsphase. Es stellt keine vollständige Umweltbewertung über den gesamten Lebenszyklus dar. Im derzeitigen Rechtsrahmen für Heizgeräte werden die Auswirkungen der Kältemittel außerdem durch separate Vorschriften behandelt.
Eine vollständige Umweltbewertung kann zusätzlich Folgendes einbeziehen:
- Stromerzeugungsmix,
- Kältemittel,
- verkörperte CO₂-Emissionen,
- Materialien,
- Produktlebensdauer,
- Reparierbarkeit,
- Transport,
- Recycling,
- tatsächliche jährliche Effizienz.
Integration mit anderen Wärmepumpensystemen
Das Energieetikett schafft eine standardisierte Produktgrundlage. Die Systemintegration bestimmt, wie die Wärmepumpe im Gebäude tatsächlich arbeitet. Mehrere Integrationsmerkmale können die reale Leistung verbessern, ohne in der Effizienzklasse des Einzelprodukts vollständig sichtbar zu sein.
Witterungsgeführte Temperaturregelung
Definition: Eine witterungsgeführte Regelung verändert die Heizwassertemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur.
Zweck: Sie stellt nur die Temperatur bereit, die zur Aufrechterhaltung des Raumkomforts erforderlich ist.
Vorteil: Niedrigere durchschnittliche Vorlauftemperaturen können die Wärmepumpeneffizienz verbessern.
Beispiel: Bei milder Witterung kann die Regelung die Vorlauftemperatur absenken, statt dauerhaft einen Wert von 50 °C aufrechtzuerhalten.
Zulässige Temperaturregler können einen Beitrag zur geregelten Verbundanlagenberechnung leisten. Dieser berechnete Beitrag darf nicht als garantierte Einsparung am konkreten Standort dargestellt werden.
Einzelraumregelung und Zonierung
Definition: Eine Einzelraumregelung passt die Wärmeabgabe an den Bedarf des jeweiligen Raums an.
Zweck: Sie erhält den Komfort und begrenzt unnötige Wärmeabgabe.
Vorteil: Sie kann Überheizung vermeiden und einen transparenteren Betrieb ermöglichen.
Beispiel: Schlafzimmer können mit einer niedrigeren Solltemperatur als Wohnräume betrieben werden, während die zentrale Regelung die Wärmepumpenleistung koordiniert.
Eine schlecht abgestimmte Zonierung kann jedoch zu einem zu geringen Wasservolumenstrom und häufigem Takten führen. Einzelraumregelung und Wärmepumpenregelung müssen daher als Gesamtsystem funktionieren.
Integration von Solarthermie
Definition: Solarthermische Einrichtungen wandeln Sonnenstrahlung unmittelbar in nutzbare Wärme um.
Zweck: Sie können die Trinkwarmwasserbereitung und bei bestimmten Systemen auch die Raumheizung unterstützen.
Vorteil: Zulässige solarthermische Einrichtungen können den berechneten Bedarf der Heizgeräte-Verbundanlage reduzieren.
Beispiel: Ein Solarkollektor und ein solarer Warmwasserspeicher können Bestandteil einer geregelten Verbundanlagenberechnung sein.
Solarthermie ist die „Solareinrichtung“, die von den derzeitigen Vorschriften für Heizgeräte-Verbundanlagen erfasst wird.
Integration von Photovoltaik
Definition: Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenstrahlung in elektrische Energie um.
Zweck: Sie kann einen Teil des elektrischen Bedarfs der Wärmepumpe decken.
Vorteil: Ein koordinierter Betrieb kann die Nutzung des am Standort erzeugten Photovoltaikstroms erhöhen und den Strombezug in geeigneten Zeiträumen verringern.
Beispiel: Bei einem Überschuss an Photovoltaikstrom kann die Regelung die Warmwassertemperatur anheben oder einen thermischen Speicher beladen.
Nach der derzeitigen rechtlichen Definition einer Verbundanlage gelten Photovoltaikmodule nicht als geregelte Solareinrichtung. Die PV-Integration kann den tatsächlichen Stromverbrauch und die Betriebskosten verbessern, führt nach der geltenden Verordnung Nr. 811/2013 aber normalerweise nicht zu einem Solarenergiebeitrag in der Verbundanlagenberechnung.
Thermische Speicherung
Definition: Thermische Speicher halten Wärme in Wasser oder in der Gebäudestruktur zur späteren Nutzung vor.
Zweck: Sie entkoppeln die Wärmeerzeugung vom unmittelbaren Wärmebedarf.
Vorteil: Sie können die Warmwasserverfügbarkeit, die Tarifoptimierung, den Abtaubetrieb oder die hydraulische Stabilität unterstützen.
Beispiel: Ein Trinkwarmwasserspeicher kann in einer Phase mit Photovoltaiküberschuss erwärmt werden.
Ein Speicher ist nicht automatisch vorteilhaft. Zu hohe Speichertemperaturen, Bereitschaftsverluste oder unnötig große Puffervolumen können den Stromverbrauch erhöhen.
Intelligente Tarife und Energiemanagement
Definition: Ein Energiemanagement koordiniert die Wärmepumpe mit Strompreisen, Photovoltaikerzeugung und weiteren Energieverbrauchern.
Zweck: Es verlagert flexible Lasten in geeignete Zeiträume und erhält gleichzeitig den Komfort.
Vorteil: Es kann die Betriebskosten senken und die Nutzung des lokal erzeugten Stroms verbessern.
Beispiel: Das System kann das Gebäude vor einer Hochpreisphase geringfügig vorwärmen und den Betrieb während der Preisspitze reduzieren.
Das aktuelle Produktetikett bildet den individuellen Stromtarif eines Kunden nicht ab. Eine dynamische Optimierung gehört daher zur Betriebsebene und nicht zur Produktkennzeichnung.
Gebäudeleitsysteme
Definition: Ein Gebäudeleitsystem verbindet Heizung, Kühlung, Lüftung, Messsysteme und weitere gebäudetechnische Einrichtungen.
Zweck: Es koordiniert mehrere Systeme und ermöglicht eine zentrale Überwachung.
Vorteil: Es kann die Fehlererkennung, Zeitplanung und Berichterstattung für Gebäudeportfolios verbessern.
Beispiel: Eine große Wärmepumpe kann Betriebszustände, Temperaturen und Alarme über eine Gebäudeautomationsschnittstelle übermitteln.
In der Spezifikation sollten folgende Punkte festgelegt werden:
- Kommunikationsprotokoll,
- verfügbare Datenpunkte,
- Schreibrechte,
- Alarmverarbeitung,
- Cybersicherheit,
- Dateneigentum,
- Verantwortlichkeiten für Aktualisierungen,
- ausfallsicherer Betrieb.
Überwachung und Optimierung
Definition: Die Überwachung zeichnet Betriebsdaten des installierten Systems auf.
Zweck: Sie überprüft, ob die Planungsannahmen erreicht werden.
Vorteil: Sie kann überhöhte Temperaturen, den Einsatz der Zusatzheizung, häufiges Takten oder eine sinkende Leistung der Wärmequelle sichtbar machen.
Beispiel: Aus monatlichen Wärme- und Stromdaten kann eine SPF oder JAZ berechnet und eine Heizperiode mit der nächsten verglichen werden.
Die Überwachung vervollständigt die Leistungskette:
- Das Etikett beschreibt die standardisierte Produktleistung.
- Die Systemplanung prognostiziert die projektspezifische Leistung.
- Die Inbetriebnahme stellt den korrekten Betrieb her.
- Die Überwachung überprüft die tatsächliche Leistung.
- Die Optimierung korrigiert Abweichungen.
Häufige Fehler bei der Energiekennzeichnung
Fehler 1: Vergleich von 35 °C mit 55 °C
Dies ist kein gleichwertiger Vergleich. Die Temperaturanwendung muss stets sichtbar bleiben.
Fehler 2: Behandlung der Effizienzklasse als Stromverbrauchsprognose
Die Effizienzklasse kennt weder die Gebäudelast noch den Stromtarif oder das Nutzerverhalten.
Fehler 3: Nichtbeachtung der Wärmenennleistung
Ein hocheffizientes Produkt kann für die Auslegungsbedingungen dennoch zu klein sein.
Fehler 4: Verwendung der Wärmenennleistung als einziges Dimensionierungskriterium
Die Leistung verändert sich mit der Wärmequellen- und Vorlauftemperatur. Die vollständige Leistungstabelle ist erforderlich.
Fehler 5: Verwechslung von Schallleistung und Schalldruck
Die Schallleistung beschreibt die Quelle. Der örtliche Schalldruck erfordert eine standortspezifische Berechnung.
Fehler 6: Behandlung des Verbundanlagenetiketts als Feldmessung
Das Verbundanlagenergebnis wird aus geregelten Komponentendaten berechnet. Es wird nicht nach der Installation gemessen.
Fehler 7: Bezeichnung von Photovoltaikmodulen als „Solareinrichtung“ der Verbundanlage
Die aktuelle regulatorische Definition bezieht sich auf solarthermische Einrichtungen.
Fehler 8: Verwendung eines Produktetiketts für eine andere Leistungsgröße
Jedes angebotene Modell muss mit seinem eigenen Etikett und seinen eigenen Unterlagen übereinstimmen.
Fehler 9: Vergleich eines Wärmepumpen-Wassererwärmers mit einem Kombiheizgerät, ohne die Funktion zu prüfen
Separate Wassererwärmer und Kombiheizgeräte gehören zu verwandten, aber unterschiedlichen Produktkategorien.
Fehler 10: Annahme, dass jede Wärmepumpe ein Etikett nach der Verordnung Nr. 811/2013 benötigt
Die Grenze des Verbraucheretiketts für erfasste wassergeführte Raum- und Kombiheizgeräte liegt bei 70 kW. Für größere Anlagen ist ein anderer Nachweisansatz erforderlich.
Fehler 11: Verwechslung der Produktkennzeichnung mit einem Gebäudeenergieausweis
Das Produktetikett bewertet den Wärmeerzeuger oder die Verbundanlage. Der Gebäudeenergieausweis bewertet das Gebäude.
Fehler 12: Darstellung des vorgeschlagenen A-bis-G-Etiketts als bereits geltend
Das A-bis-G-Design wurde im Überarbeitungsverfahren 2025–2026 vorgeschlagen. Bis zum Inkrafttreten von Nachfolgevorschriften verwendet der derzeit geltende Rechtsrahmen für Heizgeräte weiterhin das bestehende Etikett.
Energiekennzeichnung und iDM-Wärmepumpensysteme
Die Energiekennzeichnung bildet die erste Ebene des Produktvergleichs. Bei der Spezifikation eines iDM-Systems müssen die ausgewiesenen Produktdaten anschließend mit der Heizlast des Gebäudes, den Temperaturanforderungen, der Wärmequelle, der Hydraulik, den Regelungen und der Überwachung verknüpft werden.
iDM Energiesysteme bietet Wärmepumpensysteme mit Leistungen von ungefähr 2 kW bis 1.500 kW an. Nur der Teil dieses Leistungsspektrums, der in den maßgeblichen Anwendungsbereich der Produktkennzeichnung fällt, sollte anhand des Verbraucheretiketts nach der Verordnung Nr. 811/2013 bewertet werden. Größere iDM-Systeme erfordern projektspezifische Leistungstabellen und technische Berechnungen. Bei ihnen darf die Auswahl nicht auf einem einzelnen Verbraucheretikett beruhen.
Der iDM NAVIGATOR übernimmt die Regelung und Überwachung von iDM-Wärmepumpen. iDM dokumentiert außerdem Schnittstellen für Photovoltaik-Wechselrichter und variable Strompreise. Die Optimierungsfunktion iON verwendet Eingangsgrößen wie Wetterprognosen, Day-Ahead-Strompreise, angeschlossene PV-Daten, PV-Ertragsprognosen, den prognostizierten Warmwasserbedarf und ein digitales Gebäudemodell. Diese Funktionen liegen oberhalb der Energiekennzeichnungsebene und befassen sich damit, wie das System im tatsächlichen Gebäude Energie nutzt.
Eine vollständige Bewertung eines iDM-Systems sollte daher vier Ebenen umfassen:
- Produktdeklaration: Energieetikett, ηs, Leistung, Schall und Produktinformationen.
- Systemplanung: Heizlast, Vorlauftemperatur, Wärmequelle, Wärmeabgabesysteme, Hydraulik und Warmwasser.
- Systemkoordination: NAVIGATOR-Regelung, Raumregelung, Photovoltaik, Tarife und angeschlossene Systeme.
- Betriebliche Überprüfung: Inbetriebnahme, Überwachung, Analyse und Optimierung.
Dieser Ansatz ordnet das Energieetikett richtig ein. Das Etikett schafft die Vorauswahl. Die technische Planung wählt das System aus. Eine intelligente Regelung koordiniert den Betrieb. Die Überwachung überprüft das Ergebnis.
Die Energiekennzeichnung ist der standardisierte Ausgangspunkt für das Verständnis der Leistung einer Wärmepumpe. Sie identifiziert das Produkt, nennt die Energieeffizienzklasse und liefert wichtige Informationen über Temperaturanwendung, saisonale Effizienz, Leistung, Trinkwarmwasserbereitung und Schall. Außerdem unterstützt sie einen rechtskonformen Verkauf, die Beschaffung und die Marktüberwachung.
Das Etikett sollte verwendet werden, um eine technisch belastbare Vorauswahl zu erstellen. Bei der endgültigen Auswahl müssen zusätzlich die Heizlast des Gebäudes, die erforderliche Vorlauftemperatur, das örtliche Klima, die Auslegung der Wärmeabgabesysteme, der Trinkwarmwasserbedarf, die Akustik, das Kältemittel, die Integration der Regelung und der Service berücksichtigt werden. Inbetriebnahme und Überwachung entscheiden anschließend darüber, ob das installierte System die vorgesehene Leistung erreicht.
Bei einem iDM-Wärmepumpensystem stellt das Energieetikett die gesetzlich geregelte Produktgrundlage dar. Die Systemplanung verbindet diese Grundlage mit dem Gebäude. Eine NAVIGATOR-basierte Regelung und ein vernetztes Energiemanagement unterstützen anschließend den koordinierten Betrieb von Heizung, Kühlung, Trinkwarmwasserbereitung, Photovoltaikerzeugung und variablen Strombedingungen.
Häufig gestellte Fragen
Ist A+++ die derzeit beste EU-Effizienzklasse für Wärmepumpen?
A+++ ist die höchste Klasse auf der aktuellen Skala für einzelne Raumheizgeräte. Sie ist nur dann aussagekräftig, wenn Produktkategorie und Temperaturanwendung identisch sind. Ein Ergebnis von A+++ bei 35 °C darf nicht als A+++-Ergebnis bei 55 °C behandelt werden.
Warum zeigt eine Wärmepumpe zwei Effizienzklassen?
Viele Etiketten wassergeführter Wärmepumpen zeigen Ergebnisse für Anwendungen bei 35 °C und 55 °C. Die beiden Klassen stehen für unterschiedliche Heizwassertemperaturen. Bei der niedrigeren Temperatur kann die Wärmepumpe normalerweise effizienter arbeiten.
Garantiert eine A+++-Wärmepumpe eine niedrige Stromrechnung?
Nein. Die Stromrechnung hängt außerdem vom Wärmebedarf, der Vorlauftemperatur, dem Klima, der Warmwassernutzung, dem Stromtarif, der Zusatzheizung und dem Systembetrieb ab. Die Effizienzklasse unterstützt den Produktvergleich unter standardisierten Bedingungen.
Können zwei A+++-Wärmepumpen unterschiedliche Leistungen aufweisen?
Ja. Sie können sich hinsichtlich ηs-Wert, Leistungsbereich, Leistung bei kalter Witterung, Schallpegel, Warmwasserleistung und Regelungsfunktionen unterscheiden. Die vollständigen Produktinformationen müssen verglichen werden.
Was ist der Unterschied zwischen Produktetikett und Verbundanlagenetikett?
Das Produktetikett beschreibt den einzelnen Wärmeerzeuger. Das Verbundanlagenetikett beschreibt eine geregelte Kombination mit zulässigen Regelungen, Zusatzheizgeräten und solarthermischen Einrichtungen.
Verbessert eine Photovoltaikanlage das Verbundanlagenetikett?
Nicht nach der aktuellen Definition einer Solareinrichtung in der Verordnung Nr. 811/2013. Diese Definition umfasst solarthermische Einrichtungen. Eine PV-Anlage kann den tatsächlichen Eigenverbrauch und die Betriebskosten verbessern, führt aber normalerweise nicht zu einem Solarenergiebeitrag in der aktuellen Verbundanlagenberechnung.
Enthält das derzeitige Wärmepumpenetikett einen QR-Code?
Ein QR-Code war Bestandteil des von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen neu skalierten Etiketts. Er ist kein vorgeschriebenes Element des derzeitigen Heizgeräteetiketts nach der Verordnung Nr. 811/2013. Informationen zu aktuell registrierten Modellen können direkt in EPREL gesucht werden.
Zeigt das Etikett die Klimawirkung des Kältemittels?
Die derzeitige Effizienzklasse ermöglicht keine vollständige Bewertung des Kältemittels. Kältemittelart, Füllmenge, Treibhauspotenzial und die geltenden Anforderungen des F-Gase-Rechts müssen separat geprüft werden.
Erhält eine Wärmepumpe über 70 kW ein Energieetikett?
Der Anwendungsbereich des derzeitigen Verbraucheretiketts nach der Verordnung Nr. 811/2013 endet bei erfassten wassergeführten Raum- und Kombiheizgeräten bei 70 kW. Ökodesign-Anforderungen reichen bis 400 kW. Größere Projekte müssen auf technische Leistungstabellen und projektspezifische Berechnungen zurückgreifen.
Gilt das EU-Etikett unmittelbar in der Schweiz?
Nein. Die Schweiz wendet ihre eigene Energieeffizienzverordnung an. Die schweizerischen Anforderungen nehmen auf die maßgeblichen EU-Verordnungen für Heizgeräte Bezug und verwenden einen eng verwandten Rechtsrahmen.
Kann das Etikett eine Heizlastberechnung ersetzen?
Nein. Das Etikett beschreibt das Produkt. Eine Heizlastberechnung bestimmt die erforderliche Heizleistung des Gebäudes.
Kann das Etikett eine akustische Bewertung ersetzen?
Nein. Das Etikett gibt die Schallleistung an. Eine akustische Bewertung berechnet den zu erwartenden Schalldruck an den maßgeblichen Immissionsorten.
Warum kann die Effizienz einer Wärmepumpe über 100 % liegen?
Die Wärmepumpe überträgt zusätzlich zur eingesetzten elektrischen Energie Umweltwärme. Die abgegebene Wärmemenge ist deshalb größer als die bezogene elektrische Energie. Dies bedeutet nicht, dass Energie erzeugt wird.
Welche Unterlagen sollte ein Kunde vom Installateur anfordern?
Der Kunde sollte das genaue Produktetikett, das Produktdatenblatt, die Modellkennung, die Heizlastberechnung, die Leistungsdaten für die Auslegungsbedingungen, akustische Angaben, das Hydraulikschema, gegebenenfalls das Verbundanlagenetikett und einen Inbetriebnahmeplan anfordern.





