Einbindung der Trinkwarmwasserbereitung in Wärmepumpenanlagen

Die Einbindung der Trinkwarmwasserbereitung verbindet eine Wärmepumpenanlage mit dem Trinkwassersystem des Gebäudes. Dadurch kann dieselbe effiziente Heiztechnologie nicht nur für die Raumheizung, sondern auch für eine zuverlässige Warmwasserversorgung genutzt werden – etwa für Duschen, Waschtische, Küchen und den täglichen Sanitärbedarf.

In einem iDM-Wärmepumpensystem legt diese Einbindung fest, wie Warmwasser erzeugt, gespeichert, geregelt, hygienisch abgesichert und verteilt wird, ohne Komfort oder Energieeffizienz zu beeinträchtigen. Sie verbindet zentrale Komponenten und Funktionen wie Warmwasserspeicher, Schichtspeicher, Frischwasserstationen, Vorrangschaltung, Legionellenschutz, PV-Überschussnutzung und intelligentes Tarifmanagement zu einem funktionierenden Gesamtsystem.

Für Hauseigentümer:innen, Planer:innen und Installateur:innen ist das Verständnis der Trinkwarmwasser-Einbindung wesentlich, weil sie direkten Einfluss auf Effizienz, Hygienevorgaben, Betriebskosten, Förderfähigkeit und langfristige Betriebssicherheit der Anlage hat.

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Thomas Pletzer
Matthias Steiner
Christian Hutter
Adrian Egger
EXPERTEN-BERATUNG
Über 50 Jahre Erfahrung mit Wärmepumpen

Table of Contents

Was bedeutet die Einbindung der Trinkwarmwasserbereitung?

Die Einbindung der Trinkwarmwasserbereitung – häufig auch Warmwasserintegration oder TWW-Integration genannt – ist der technische Prozess, bei dem eine Wärmepumpenanlage mit der Trinkwasserversorgung eines Gebäudes verbunden wird, um erwärmtes Wasser für den täglichen Gebrauch zu erzeugen, zu speichern und zu verteilen. Sie definiert, wie eine Wärmepumpe nutzbares Warmwasser für Armaturen, Duschen, Badewannen und Küchengeräte bereitstellt – zusätzlich zu ihrer Hauptaufgabe, der Raumheizung.

In einer Wärmepumpenanlage bestimmt die TWW-Integration den Systemaufbau für die Warmwasserbereitung. Sie umfasst die hydraulische Verbindung zwischen Wärmepumpe, Speicher und Verteilnetz. Gleichzeitig regelt sie die Steuerungslogik, also wann, wie und mit welcher Temperatur Warmwasser erzeugt wird.

Die Warmwasserintegration ist kein einzelnes Produkt, sondern eine definierte Funktionsebene innerhalb eines vollständigen Wärmepumpensystems. Die Qualität dieser Einbindung entscheidet direkt über Energieeffizienz, Einhaltung hygienischer Vorgaben, Nutzerkomfort und Betriebskosten.

Einbindung der Trinkwarmwasserbereitung = die geregelte Kopplung der thermischen Leistung einer Wärmepumpe mit der Erwärmung und Speicherung von Trinkwasser in einem Wohn- oder Gewerbegebäude.

Hauptzweck der TWW-Integration

Der zentrale Zweck der Einbindung der Trinkwarmwasserbereitung besteht darin, hygienisches Warmwasser mit den gesetzlich geforderten Temperaturen bereitzustellen und dabei Wärmepumpentechnologie als primäre Energiequelle zu nutzen. Damit werden herkömmliche fossile Heizkessel oder elektrische Direktheizungen ersetzt oder ergänzt.

Die TWW-Integration erfüllt drei wesentliche Betriebsfunktionen:

  • Wärmeerzeugung: Die Wärmepumpe entzieht einer Umweltquelle – Luft, Erdreich oder Wasser – Energie und hebt diese auf das für Trinkwarmwasser erforderliche Temperaturniveau an.
  • Wärmespeicherung: Ein Puffer- oder Schichtspeicher speichert die erzeugte Wärme und stellt sie bei Bedarf bereit, ohne dass die Wärmepumpe ständig laufen muss.
  • Geregelte Verteilung: Die integrierte Regelung steuert Temperaturniveaus, Vorrangschaltungen und Nachladezyklen, um eine unterbrechungsfreie Versorgung sicherzustellen.

Eine korrekt eingebundene Warmwasserbereitung senkt den gesamten Energieverbrauch des Systems. Sie verlagert die Warmwasserproduktion in Niedertarifzeiten, stimmt sie mit dem Heizwärmebedarf ab und verhindert Systemkonflikte, die zu Effizienzverlusten führen würden.

Warum die Einbindung der Trinkwarmwasserbereitung notwendig ist

Das Energieproblem herkömmlicher Warmwassersysteme

Klassische Warmwasserbereiter nutzen elektrische Heizstäbe oder Gasbrenner zur Erwärmung des Wassers. Diese Systeme arbeiten mit Wirkungsgraden von rund 100 % oder darunter. Wärmepumpen erreichen dagegen Effizienzen von 250–500 %, ausgedrückt als Leistungszahl beziehungsweise COP von 2,5 bis 5,0.

Ohne TWW-Integration kann eine Wärmepumpe diese Effizienzvorteile nicht für die Warmwasserbereitung nutzen. In diesem Fall bleibt ein elektrischer Heizstab oft die Standardlösung – wodurch ein großer Teil des Effizienzvorteils der gesamten Anlage verloren geht.

Rechtliche und normative Anforderungen

Europäische und nationale Vorgaben verlangen, dass Wärmepumpensysteme eine hygienische Warmwasserbereitung mit definierten Temperaturen ermöglichen. Wichtige Regelwerke sind unter anderem:

  • EU-Gebäuderichtlinie EPBD: Verlangt, dass Niedrigstenergiegebäude ihren Warmwasserbedarf über hocheffiziente Systeme decken.
  • EN 806 / ÖNORM B 5019 Österreich / DIN 1988 Deutschland: Definieren Standards für Trinkwasserinstallationen, einschließlich Temperaturhaltung zur Vermeidung von bakteriellem Wachstum.
  • Vorgaben zur Legionellenprävention: In Österreich, Deutschland und der Schweiz müssen Trinkwassersysteme in Mehrparteienhäusern Vorschriften erfüllen, die eine regelmäßige thermische Desinfektion mit 70 °C oder höher vorsehen.
  • ErP-Richtlinie EU 2013/814: Klassifiziert und kennzeichnet Heizsysteme, einschließlich Wärmepumpen-Konfigurationen für Trinkwarmwasser, nach Energieeffizienzklassen.

Eine fehlerhafte Einbindung der Warmwasserbereitung kann zu Hygienerisiken und rechtlicher Nichtkonformität führen.

Das Komfortproblem

Eine Wärmepumpe ohne integriertes Warmwassermanagement erzeugt Temperaturkonflikte. Wenn Raumheizung und Warmwasserbedarf gleichzeitig auftreten, muss das System eine Funktion priorisieren. Ohne strukturierte Einbindung kann das zu folgenden Problemen führen:

  • kalte Duschen während aktiver Heizzyklen
  • übermäßig häufige Nachladezyklen, die die Lebensdauer des Verdichters verkürzen
  • schwankende Warmwassertemperaturen

Eine fachgerechte Integration löst dieses Problem durch Warmwasservorrang und ausreichende Speicherpufferung.

Das Effizienzproblem

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Trinkwarmwasser benötigt jedoch höhere Temperaturen – typischerweise 55 °C bis 60 °C im Speicher, im Vergleich zu 35 °C bis 45 °C bei Fußbodenheizungen.

Ohne optimierte TWW-Integration läuft das System dauerhaft auf erhöhtem Temperaturniveau. Dadurch sinkt die Gesamtleistungszahl der Anlage.

Eine intelligente Warmwasserintegration begrenzt den Hochtemperaturbetrieb auf klar definierte Zeitfenster. Das schützt die Verdichtereffizienz und reduziert den Stromverbrauch.

Zentrale Funktionen der TWW-Integration in Wärmepumpensystemen

Funktion Aufgabe Normative Relevanz
Vorrangschaltung Schaltet das System zwischen Heizbetrieb und Warmwasserbetrieb um Sichert die Versorgungskontinuität
Thermische Desinfektion Periodisches Aufheizen auf 70 °C zur Abtötung von Legionellen ÖNORM B 5019, DIN VDI 6023
Schichtspeicher Temperaturschichtung im Speicher zur Effizienzsteigerung Unterstützt effizienten Betrieb beim Zapfen
Intelligente Tarifintegration Verlegt die Warmwasserproduktion in günstige Stromtarifzeiten Senkt Betriebskosten
Heizstab als Backup Elektrischer Widerstandsheizer für Spitzenlast oder Notbetrieb Sichert Versorgung bei Abtauung oder extremer Kälte
Wärmemengenzähler / Energiemonitoring Misst den Energieeinsatz für die Warmwasserbereitung separat Für Förderungen in AT/DE/CH erforderlich
Anti-Legionellen-Zeitprogramm Automatisierter wöchentlicher oder frei programmierbarer thermischer Desinfektionszyklus Rechtssicherheit in Mehrparteienhäusern
Hygienische Frischwasserstation Plattenwärmetauscher erwärmt Trinkwasser im Durchfluss und vermeidet gespeichertes Trinkwasser Höchster Hygienestandard, keine Stagnation

Detaillierte Erklärung der Funktionen

Vorrangschaltung

Definition:
Die Vorrangschaltung ist die Logik innerhalb der Wärmepumpenregelung, die festlegt, welcher Wärmebedarf zuerst bedient wird – Raumheizung oder Trinkwarmwasser.

Zweck:
Sie verhindert, dass gleichzeitige Anforderungen die Wärmepumpe überlasten, und stellt sicher, dass der Warmwasserspeicher innerhalb eines definierten Zeitfensters nachgeladen wird.

Funktionsweise:
Wenn die Temperatur im Warmwasserspeicher unter den eingestellten Schwellenwert fällt, schaltet die Regelung die Wärmepumpe in den Warmwasserbetrieb. Die Raumheizung wird vorübergehend pausiert. Sobald die Zieltemperatur im Speicher erreicht ist, wird der Heizbetrieb wieder aufgenommen.

Es gibt zwei Hauptbetriebsarten:

  • Absoluter Warmwasservorrang: Warmwasserbedarf hat immer Vorrang vor der Raumheizung. Diese Betriebsart wird bei Anlagen mit hohem oder schwer vorhersehbarem Warmwasserbedarf eingesetzt.
  • Paralleler Warmwasser- und Heizbetrieb: Die Wärmepumpe bedient beide Funktionen gleichzeitig. Das erfordert eine höhere Anlagenleistung und wird vor allem in größeren Anlagen mit ausreichender Verdichterleistung eingesetzt.

Nutzen:
Temperaturkonflikte werden vermieden. Eine gleichmäßige Warmwasserversorgung ist ohne manuelle Eingriffe gewährleistet.

Beispiel:
In einem Einfamilienhaus mit iDM-Wärmepumpensystem wird der Warmwasservorrang täglich um 05:00 Uhr aktiviert. Der Speicher wird vor der morgendlichen Spitzenlast auf 55 °C geladen. Nach Abschluss der Speicherladung nimmt die Raumheizung den Betrieb wieder auf.

Schichtspeicher

Definition:
Ein Schichtspeicher speichert warmes Wasser in klar getrennten Temperaturzonen: heißeres Wasser oben, kühleres Wasser unten. Diese Schichtung bleibt möglichst ohne Durchmischung erhalten.

Zweck:
Die Schichtung maximiert das nutzbare Warmwasservolumen bei der gewünschten Temperatur und hält gleichzeitig die Rücklauftemperatur zur Wärmepumpe niedrig. Dadurch bleibt die Leistungszahl der Wärmepumpe möglichst hoch.

Funktionsweise:
Kaltes Leitungswasser tritt unten in den Speicher ein. Die Wärmepumpe lädt den Speicher mit geringer Strömungsgeschwindigkeit von unten nach oben. Warmwasser wird oben entnommen. Der Temperaturverlauf bleibt zwischen den Nachladezyklen stabil.

Nutzen:
Ein 300-Liter-Schichtspeicher kann bei gleicher durchschnittlich gespeicherter Energiemenge deutlich mehr nutzbares Warmwasser liefern als ein vollständig durchmischter 300-Liter-Speicher, weil die Zapftemperatur im oberen Speicherbereich konstant hoch bleibt.

Wichtige Auslegungskriterien:

  • Speichervolumen in Litern – dimensioniert nach EN 12897 oder DIN 4708, abhängig von der Belegung
  • Bereitschafts-Wärmeverlust in Watt – niedrigere Werte bedeuten bessere Dämmung
  • Anschlüsse für Solarthermie- oder Photovoltaik-Integration
  • Anzahl der Wärmetauscherregister
  • Innenmaterial des Speichers, zum Beispiel emaillierter Stahl, Edelstahl oder kunststoffbeschichtete Ausführung

Thermische Desinfektion / Anti-Legionellen-Funktion

Definition:
Die thermische Desinfektion ist ein automatisiertes Verfahren, bei dem das gespeicherte Wasser für eine definierte Zeit auf 70 °C oder höher erwärmt wird, um Legionella pneumophila und andere Krankheitserreger abzutöten.

Zweck:
Legionellen vermehren sich besonders in Wasser, das zwischen 25 °C und 50 °C gespeichert wird. Übliche Wärmepumpentemperaturen für Trinkwarmwasser – etwa 55 °C Speichertemperatur – reduzieren das Risiko, beseitigen es aber nicht in allen Systemkonfigurationen vollständig. Die thermische Desinfektion stellt daher einen periodischen Abtötungszyklus sicher.

Normative Grundlage:

  • ÖNORM B 5019 Österreich: Schreibt Konzepte zur Legionellenprävention für Gebäude mit zentraler Warmwasserversorgung vor.
  • DVGW W 551 / VDI 6023 Deutschland: Technische Regeln für Trinkwasseranlagen, einschließlich Temperaturhaltung und Desinfektionsanforderungen.
  • SVGW-Richtlinie W3 Schweiz: Vergleichbare Anforderungen für Schweizer Trinkwasserinstallationen.

Funktionsweise:
Die Regelung aktiviert einmal pro Woche – oder nach frei wählbarer Programmierung – den Heizstab oder eine zusätzliche Wärmequelle. Das gesamte Speichervolumen wird auf mindestens 70 °C gebracht. Diese Temperatur wird für eine Mindestdauer gehalten, typischerweise mindestens 3 Minuten an der am weitesten entfernten Entnahmestelle.

Nutzen:
Die Anlage erfüllt die rechtlichen Anforderungen in Mehrparteienhäusern, Pflegeheimen, Hotels und allen Gebäuden mit zentraler Warmwasserverteilung.

Praktischer Hinweis:
Eine thermische Desinfektion mit 70 °C kann von einer Standard-Luft/Wasser-Wärmepumpe bei Außentemperaturen unter etwa 15 °C in der Regel nicht allein erreicht werden. Ein zusätzlicher Heizstab oder ein Zusatzkessel übernimmt dann den letzten Temperaturhub.

Hygienische Frischwasserstation

Definition:
Eine hygienische Frischwasserstation ist ein Wärmetauschermodul, das Trinkwasser erst bei Bedarf im Durchfluss erwärmt, statt es zu speichern. Die Wärmepumpe lädt dabei einen Pufferspeicher mit Heizungswasser. Wenn Warmwasser gezapft wird, überträgt ein Plattenwärmetauscher die Wärme aus dem Puffer in Echtzeit auf frisches Leitungswasser.

Zweck:
Gespeichertes Trinkwasser wird vollständig vermieden. Es entsteht keine Stagnation. Legionellen können sich in nicht gespeichertem Trinkwasser nicht vermehren.

Funktionsweise:
Der Pufferspeicher enthält Heizungswasser, also Wasser aus einem nicht trinkwasserführenden Kreislauf, und wird auf etwa 50–65 °C geladen. Beim Öffnen einer Warmwasserarmatur startet eine Zirkulationspumpe. Der Plattenwärmetauscher überträgt Wärme auf den Trinkwasserstrom und hebt diesen auf die eingestellte Auslauftemperatur, typischerweise 45–55 °C.

Nutzen:

  • maximale Hygiene, da kein Trinkwasser gespeichert wird
  • Vermeidung des Legionellenrisikos ohne regelmäßige thermische Desinfektionszyklen
  • konstante Auslauftemperatur unabhängig von der Zapfmenge
  • geeignet für Anlagen, bei denen Wasserqualität oder Speicherhygiene besonders kritisch sind

Anwendungsfall:
iDM-Wärmepumpensysteme können mit hygienischen Frischwasserstationen für Wohn- und Gewerbeanwendungen konfiguriert werden, bei denen strenge Anforderungen an die Trinkwasserhygiene gelten – besonders relevant in öffentlichen Gebäuden und Gesundheitseinrichtungen in Österreich.

Intelligente Tarif- und Lastmanagement-Integration

Definition:
Die intelligente Tarifintegration verbindet den Zeitplan der Warmwasserbereitung mit dynamischen Strompreisen, Netzsignalen oder der Erkennung von Photovoltaik-Überschuss. Das System lädt den Warmwasserspeicher in Zeiten mit günstiger oder kostenloser elektrischer Energie.

Zweck:
Die Stromkosten der Warmwasserbereitung werden reduziert, indem die Nachfrage in günstigere Zeitfenster verschoben wird.

Funktionsweise:

  • Die Wärmepumpenregelung erhält Informationen zu zeitabhängigen Stromtarifen oder ein Netzsignal.
  • Die Warmwasserladung wird in Niedertarifzeiten geplant, zum Beispiel während Nachtstromzeiten.
  • Die PV-Überschusserkennung aktiviert die Warmwasserbereitung, wenn die Solarstromerzeugung den aktuellen Gebäudeverbrauch übersteigt.
  • Der Speicher wirkt als thermische Batterie und speichert Solarenergie in Form von Warmwasser.

Nutzen:

  • Reduktion der jährlichen Stromkosten für Warmwasser um 20–40 % in Haushalten mit PV-Anlage
  • Erhöhung des Eigenverbrauchs von Photovoltaikstrom
  • Verringerung der Netzeinspeisung bei niedrigen oder fehlenden Einspeisetarifen
  • Unterstützung von Lastflexibilität für Netzbetreiber

Regulatorischer Kontext:
Der EU-Rahmen zum Smart Readiness Indicator, kurz SRI, gemäß Delegierter Verordnung EU 2020/2155 bewertet Gebäude danach, wie gut sie ihren Energiebedarf flexibel steuern können. Eine intelligente Tarifintegration für die Warmwasserbereitung verbessert diesen SRI-Wert direkt.

Heizstab als Backup

Definition:
Ein Heizstab ist ein elektrisches Widerstandsheizelement im Warmwasserspeicher. Er schaltet sich zu, wenn die Wärmepumpe allein die erforderliche Temperatur nicht erreichen kann.

Zweck:
Er stellt die Warmwasserversorgung sicher bei:

  • thermischen Desinfektionszyklen mit 70 °C
  • extrem kalter Witterung mit reduzierter Wärmepumpenleistung
  • Abtauzyklen der Wärmepumpe
  • Wartung oder Störungen

Funktionsweise:
Die Regelung überwacht die Speichertemperatur. Wird die Zieltemperatur innerhalb eines definierten Zeitfensters mit der Wärmepumpe allein nicht erreicht, aktiviert sich der Heizstab automatisch. Er wird so dimensioniert, dass er den Spitzenbedarf im Notfall auch eigenständig abdecken kann.

Typische Auslegung:
2 kW bis 9 kW, abhängig von Speichervolumen und Anwendung.

Effizienzhinweis:
Der Betrieb eines Heizstabs hat eine Leistungszahl von 1,0. Häufiger Einsatz verschlechtert daher die Gesamteffizienz der Anlage. Eine korrekte Systemdimensionierung und gute Speicherisolierung minimieren die Einschalthäufigkeit.

Typen und Systemmodelle

Integrierte Monoblock-Systeme mit Warmwasserbereitung

Beschreibung:
Die Wärmepumpeneinheit enthält die Warmwasserbereitung als integrierte Funktion. Die interne Regelung steuert Heizung und Warmwasser als ein gemeinsames System.

Merkmale:

  • Eine einzige Regelung steuert beide Funktionen.
  • Vorrang- und Temperatureinstellungen sind werkseitig vorbereitet.
  • Kompakter Installationsaufbau
  • Geringere hydraulische Komplexität

Geeignet für:
Neubau im Wohnbereich, Einfamilienhäuser und Anlagen, bei denen einfache Installation und kompakte Bauweise im Vordergrund stehen.

Split-System mit separatem Warmwasserspeicher

Beschreibung:
Ein eigener Warmwasserspeicher wird über einen separaten hydraulischen Kreis mit der Wärmepumpe verbunden. Die Wärmepumpe lädt den Speicher unabhängig vom Heizkreis.

Merkmale:

  • Warmwasserspeicher und Heizpuffer sind getrennte Behälter.
  • Beide Speicher können unabhängig voneinander optimal dimensioniert werden.
  • Größere Flexibilität bei der Platzierung des Warmwasserspeichers
  • Unterstützung der Solarthermie-Einbindung über ein Warmwasserregister

Geeignet für:
Größere Wohngebäude, Sanierungen, bei denen der Speicher entfernt von der Wärmepumpe aufgestellt werden muss, sowie Anlagen, die Solarthermie mit Wärmepumpen-Warmwasserbereitung kombinieren.

Kombispeicher

Beschreibung:
Ein großer Speicher integriert sowohl das Heizpuffervolumen als auch das Warmwasservolumen in einem Behälter. Dies erfolgt über interne Register, Zonen oder eingebaute Wärmetauscher.

Merkmale:

  • Ein Speicher ersetzt zwei getrennte Behälter.
  • Der Platzbedarf wird deutlich reduziert.
  • Interne Schichtung trennt Heiz- und Warmwasserzonen.
  • Wärmeverluste aus der Heizungszone können die Warmwasserzone passiv vorwärmen.

Geeignet für:
Anlagen mit begrenztem Platzangebot, Passivhausprojekte, bei denen thermische Masse und Wärmespeicherung wichtig sind, sowie Sanierungen, bei denen nur ein Speicherstandort verfügbar ist.

Hygienische Frischwasserstation

Beschreibung:
Wie oben beschrieben: Es wird kein Trinkwasser gespeichert. Der Pufferspeicher enthält ausschließlich Heizungswasser.

Geeignet für:
Mehrparteienhäuser, Gesundheits-, Bildungs- und Beherbergungsbetriebe sowie Anlagen mit besonders strengen Anforderungen an die Trinkwasserhygiene.

Warmwasser-Wärmepumpe für Abluft oder Außenluft

Beschreibung:
Eine eigene Warmwasser-Wärmepumpe, getrennt von der Hauptwärmepumpe für die Raumheizung, nutzt Wärme aus Raumabluft oder Außenluft und erwärmt damit einen eigenen Speicher.

Merkmale:

  • Betrieb unabhängig vom Heizkreis
  • COP von 2,5–4,0 bei der Warmwasserbereitung
  • Kann bei Anschluss an Abluftkanäle auch eine mechanische Lüftungsfunktion übernehmen
  • Keine Konkurrenz zur Raumheizung

Geeignet für:
Gebäude, bei denen die Hauptwärmepumpe nur für die Heizung ausgelegt ist, Wohnungen sowie Sanierungen bestehender Zentralheizungen.

Anwendungsfälle

Einfamilienhaus – Neubau

Profil:
Vier-Personen-Haushalt, Neubau, Fußbodenheizung, Wärmepumpe mit integriertem Warmwasserspeicher.

Warmwasserbedarf:
200–300 Liter pro Tag bei 45 °C.

Integrationsansatz:
Integrierte Monoblock-Wärmepumpe mit 300-Liter-Schichtspeicher für Trinkwarmwasser. Absoluter Warmwasservorrang täglich von 05:00 bis 07:00 Uhr. Die PV-Überschusserkennung aktiviert zusätzliche Warmwasserladungen während der Solarstromerzeugung. Wöchentliche thermische Desinfektion mit 70 °C über Heizstab am Sonntagabend.

Ergebnis:
85–90 % des Warmwasserbedarfs werden durch die Wärmepumpe gedeckt. Der Heizstab wird nur für die wöchentliche Desinfektion und gelegentlich bei längeren Kälteperioden unter −10 °C Außentemperatur aktiviert.

Mehrparteienhaus – Sanierung

Profil:
Acht Wohneinheiten. Ein bestehender Gaskessel wird durch eine Sole/Wasser-Wärmepumpe ersetzt. Zentrale Warmwasserversorgung. Rechtlich vorgeschriebene Legionellenkonformität ist erforderlich.

Warmwasserbedarf:
800–1.200 Liter pro Tag bei 55 °C Speichertemperatur.

Integrationsansatz:
Sole/Wasser-Wärmepumpe mit zwei 600-Liter-Schichtspeichern in hydraulischer Reihenschaltung. Hygienische Frischwasserstation auf jeder Etage. Zentrale Regelung mit Legionellenüberwachung und Konformitätsprotokollierung. Thermisches Desinfektionskonzept gemäß ÖNORM B 5019.

Ergebnis:
Volle rechtliche Konformität. Kein gespeichertes Trinkwasser an den Entnahmestellen. 70 % geringere Energiekosten für Warmwasser im Vergleich zum Gaskessel. Förderfähig im Rahmen des österreichischen Programms „Raus aus Öl und Gas“.

Gewerblicher Hotelneubau

Profil:
Hotel mit 40 Zimmern. Wärmepumpensystem für Heizen und Kühlen. Hoher und schwankender Warmwasserbedarf.

Warmwasserbedarf:
4.000–6.000 Liter pro Tag, mit deutlichen Spitzen am Morgen und am Abend.

Integrationsansatz:
Zwei Luft/Wasser-Wärmepumpen in Kaskadenschaltung. 3.000-Liter-Pufferspeicher. Frischwasserstation zur Versorgung von zwei Verteilkreisen. Intelligentes Lastmanagement mit Anbindung an die Gebäudeleittechnik, kurz GLT beziehungsweise BMS. Tägliche thermische Desinfektion um 03:00 Uhr.

Ergebnis:
Konstante Versorgung auch bei Spitzenbedarf. Kein Temperaturabfall während der morgendlichen Spitzenlast. Volle Legionellenkonformität. Verbesserung des SRI-Werts für die Hotelzertifizierung.

Landwirtschaftliches Gebäude mit kombiniertem Wärmebedarf

Profil:
Landwirtschaftlicher Betrieb mit Wohngebäude, Stallungen und Warmwasserbedarf für die Milchreinigung. Hoher Prozesswarmwasserbedarf.

Warmwasserbedarf:
Gemischter Bedarf aus Sanitärwarmwasser und Prozesswarmwasser. Prozesswasser mit 60–70 °C für die Milchreinigung.

Integrationsansatz:
Sole/Wasser-Wärmepumpe mit zwei Speichern. Sanitärwarmwasserspeicher mit 55 °C. Prozesswarmwasserspeicher mit zusätzlichem Heizstab zur Anhebung auf 70 °C. Intelligente Zeitplanung trennt die Milchreinigungszyklen vom Warmwasserbedarf im Wohnbereich.

Ergebnis:
Prozess- und Sanitärwarmwasser werden vollständig durch Wärmepumpe und Zusatzheizelement bereitgestellt. Der Ölkessel wird ersetzt. Förderfähig im Rahmen österreichischer Energieprogramme für die Landwirtschaft.

Vorteile

Energieeffizienz

  • Warmwasserbereitung mit Wärmepumpe erreicht COP-Werte von 2,5–5,0 gegenüber COP 1,0 bei elektrischen Widerstandsheizungen.
  • Der jährliche Stromverbrauch für Warmwasser sinkt um 50–75 % gegenüber herkömmlichen elektrischen Warmwasserbereitern.
  • Intelligente Tarifintegration reduziert die Stromkosten für Warmwasser zusätzlich um 20–40 %.
  • Die Nutzung von PV-Überschussstrom senkt die Nettoenergiekosten in den Sommermonaten weiter in Richtung null.

Rechtliche und normative Konformität

  • Erfüllt EPBD-Anforderungen an die Warmwasser-Energieeffizienz von Niedrigstenergiegebäuden.
  • Ermöglicht die rechtssichere Legionellenprävention in Mehrparteienhäusern.
  • Qualifiziert für die Energieeffizienzkennzeichnung gemäß ErP-Richtlinie, etwa für Systeme der Klasse A+++.
  • Unterstützt die Förderfähigkeit in Österreich, zum Beispiel im Rahmen der Sanierungsoffensive, in Deutschland über die BEG – Bundesförderung für effiziente Gebäude – und in der Schweiz über kantonale Förderprogramme.

Komfort und Betriebssicherheit

  • Gleichmäßige Warmwassertemperatur unabhängig von den Außenbedingungen
  • Warmwasservorrang verhindert Kaltwasserunterbrechungen während Heizzyklen
  • Intelligente Zeitprogramme stellen sicher, dass vor morgendlichen Verbrauchsspitzen ausreichend Warmwasser bereitsteht
  • Backup-Heizstab garantiert Versorgung bei Stillstand oder Störung der Wärmepumpe

Hygiene und Sicherheit

  • Thermische Desinfektion beseitigt Legionellen in Systemen mit gespeicherter Warmwasserbereitung.
  • Hygienische Frischwasserstationen vermeiden das Speicherrisiko vollständig.
  • Konformität mit ÖNORM B 5019, DVGW W 551 und SVGW W3.
  • Regelungsprotokolle ermöglichen dokumentierte Nachweise für Betreiber:innen und Gebäudeverantwortliche.

Kostensenkung

  • Geringere Warmwasser-Energiekosten ab dem ersten Betriebstag
  • Kein separater Warmwasserbereiter mit eigenen Anschaffungs- und Wartungskosten erforderlich
  • Geringere Wartungskosten im Vergleich zu Gas- oder Ölkesseln
  • Wärmepumpenbasierte Warmwasserintegration kann Investitionsförderungen ermöglichen und damit die Anschaffungskosten reduzieren

Umweltauswirkung

  • Mit erneuerbarem Strom erzeugtes Warmwasser ist bilanziell CO₂-frei.
  • Warmwasserbereitung mit Erd- oder Luftwärmepumpe senkt CO₂-Emissionen gegenüber Gasboilern um 60–90 %.
  • Unterstützung nationaler und europäischer Klimaziele, etwa European Green Deal und Fit for 55.

Auswahlkriterien

Die Auswahl der richtigen Einbindung für die Trinkwarmwasserbereitung erfordert die Bewertung von sechs zentralen Kriterien.

Täglicher Warmwasserbedarf

Der Bedarf wird in Litern pro Person und Tag berechnet.

  • Österreichisch/deutscher Richtwert: 50–70 Liter pro Person und Tag bei 45 °C
  • DIN 4708 enthält Berechnungsverfahren für zentrale Warmwassersysteme in Mehrparteienhäusern
  • ÖNORM M 7140 bietet eine vergleichbare österreichische Methodik zur Bedarfsermittlung

Richtwerte für die Speicherdimensionierung:

Belegung Empfohlenes Speichervolumen
1–2 Personen 150–200 Liter
3–4 Personen 200–300 Liter
5–6 Personen 300–400 Liter
Mehrparteienhaus / Gewerbe Berechnung nach DIN 4708 / ÖNORM M 7140

Wärmepumpenleistung und Temperaturbereich

Nicht jede Wärmepumpe erreicht Warmwassertemperaturen effizient.

  • Luft/Wasser-Wärmepumpen erzeugen für Warmwasser typischerweise Vorlauftemperaturen von 55–65 °C.
  • Hochtemperatur-Wärmepumpen erreichen Vorlauftemperaturen von 70–75 °C und ermöglichen damit Warmwasserbereitung ohne Zusatzheizung.
  • Sole/Wasser-Wärmepumpen liefern ganzjährig stabile Leistung und damit eine gleichmäßige Warmwasserbereitung.

Prüffrage:
Kann die Wärmepumpe bei der niedrigsten zu erwartenden Außentemperatur eine Vorlauftemperatur von 60 °C erreichen? Wenn nicht, ist im Winter ein Heizstab für die Warmwasserbereitung erforderlich.

Gebäudetyp und Hygieneanforderungen

Gebäudetyp Empfohlenes Warmwassersystem
Einfamilienhaus Integrierter Speicher oder Kombispeicher
Mehrparteienhaus Frischwasserstation je Einheit, zentraler Puffer
Hotel oder Beherbergung Frischwasserstation plus thermische Desinfektion über GLT/BMS
Gesundheits- oder Pflegeeinrichtung Frischwasserstation, tägliche Desinfektion, protokollierte Konformität
Landwirtschaft / Industrie Zwei-Speicher-System mit Trennung von Prozess- und Sanitärwarmwasser

Verfügbarer Platz

  • Integrierte Speicher benötigen nur wenig zusätzlichen Platz.
  • Separate Warmwasserspeicher erfordern etwa 1,5–3,0 m² Technikraumfläche.
  • Frischwasserstationen sind kompakt und können in Versorgungsschächten installiert werden.
  • Kombispeicher benötigen nur eine Stellfläche, sind aber höher als Standardspeicher; typische Höhe 1,6–2,2 m.

Photovoltaik-Integration

Wenn eine PV-Anlage vorhanden oder geplant ist, sollte die Warmwasserintegration Folgendes unterstützen:

  • Eingang zur Erkennung von PV-Überschuss, digital oder analog über den Wechselrichter
  • einstellbare Leistungsstufen des Heizstabs, zum Beispiel 1–3 kW, 3–6 kW oder 6–9 kW, für proportionale PV-Lastaufnahme
  • Kompatibilität mit Smart-Home-Gateways für Automatisierungen

Regelungskompatibilität

Das Warmwassersystem muss entweder von der nativen Wärmepumpenregelung oder von einer kompatiblen Gebäudeautomation gesteuert werden.

  • Prüfen, ob Warmwasservorrang, Zeitprogramm für thermische Desinfektion und Tarifmanagement standardmäßig verfügbar sind.
  • Bei Bedarf Kompatibilität mit Smart-Home-Plattformen wie KNX, Modbus oder SG-Ready sicherstellen.
  • Fernüberwachung und Protokollierungsfunktionen für die Konformitätsdokumentation prüfen.

Vergleiche

Wärmepumpen-Warmwasser gegenüber Gasboiler-Warmwasser

Kriterium Wärmepumpen-Warmwasser Gasboiler-Warmwasser
Energieeffizienz COP 2,5–5,0 Wirkungsgrad ≤100 %
Betriebskosten Niedrig, abhängig vom Strompreis Mittel bis hoch, abhängig vom Gaspreis
CO₂-Emissionen Niedrig bis null bei erneuerbarem Strom Hoch durch fossile Verbrennung
Installationsaufwand Mittel bis hoch Niedrig bis mittel
Regulatorische Zukunftssicherheit Zukunftssicher gemäß EPBD und Fit for 55 Rückläufig, da Gasheizungen zunehmend eingeschränkt werden
Förderfähigkeit Hoch in AT, DE und CH Abnehmend oder keine Förderung
Legionellenmanagement Erfordert definiertes Konzept Klassisches thermisches Management

Gespeicherter Warmwasserspeicher gegenüber hygienischer Frischwasserstation

Kriterium Gespeicherter Warmwasserspeicher Frischwasserstation
Hygieneniveau Standard, Desinfektionskonzept erforderlich Maximal, kein gespeichertes Trinkwasser
Komplexität Geringer Höher, da Wärmetauscher und Pumpe erforderlich sind
Installationskosten Niedriger Höher
Legionellenrisiko Vorhanden, wird durch thermische Desinfektion beherrscht Konstruktiv vermieden
Warmwasservolumen Durch Speicherkapazität begrenzt Theoretisch unbegrenzt im Durchflussbetrieb
Reaktionszeit Sofort verfügbar Geringe Verzögerung von wenigen Sekunden durch Wärmeübertragung
Beste Anwendung Einfamilienhäuser Mehrparteienhäuser, Gewerbe, Gesundheitswesen

Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Warmwasserbereitung gegenüber eigener Warmwasser-Wärmepumpe

Kriterium Integrierte Luft/Wasser-Wärmepumpe Eigene Warmwasser-Wärmepumpe
Systemkomplexität Eine Regelung, eine Installation Zwei getrennte Systeme
Konflikte zwischen Heizung und Warmwasser Durch Vorrangschaltung geregelt Keine, da vollständig unabhängig
Energieeffizienz für Warmwasser Gut, COP 2,5–4,5 Gut, COP 2,5–4,0
Investitionskosten Niedriger, da ein System Höher, da zwei Systeme
Lüftungsnutzen Keiner Kann Abluftlüftung unterstützen
Beste Anwendung Die meisten Wohngebäude Sanierung, Wohnungen oder Anlagen, bei denen Konfliktfreiheit entscheidend ist

Integration mit anderen Systemen

Solarthermie-Integration

Solarthermische Kollektoren erzeugen Warmwasser aus Sonnenstrahlung. In Kombination mit einer Wärmepumpen-Warmwasserbereitung erwärmt das Solarregister im Speicher das eintretende Wasser vor. Die Wärmepumpe hebt die Temperatur anschließend auf den Zielwert an.

Funktionsweise der Integration:

  • Solarthermie wird an das untere Register eines Warmwasserspeichers mit zwei Wärmetauschern angeschlossen.
  • Die Wärmepumpe wird an das obere Register oder an einen direkten Ladeanschluss angebunden.
  • Die Regelung überwacht den Solarertrag und reduziert den Betrieb der Wärmepumpe für Warmwasser entsprechend.
  • In den Sommermonaten kann Solarthermie allein 60–90 % des Warmwasserbedarfs decken.

Nutzen:
Die Laufzeit der Wärmepumpe für Warmwasser sinkt im Sommer. Die Lebensdauer des Verdichters wird verlängert. Die jährlichen Stromkosten für Warmwasser werden weiter reduziert.

Photovoltaik-Integration

PV-Anlagen erzeugen Strom. Überschüssige Erzeugung, die nicht direkt im Gebäude verbraucht wird, kann über die Wärmepumpe oder den Heizstab in die Warmwasserbereitung geleitet werden.

Integrationsablauf:

  1. Der PV-Wechselrichter sendet ein Überschusssignal an die Wärmepumpenregelung, etwa über SG-Ready-Schnittstelle oder digitalen Eingang.
  2. Die Regelung aktiviert den Warmwasserbetrieb – entweder über Wärmepumpe oder Heizstab.
  3. Der Warmwasserspeicher wird mit kostenlosem Solarstrom geladen.
  4. Die Nutzung des Überschusses reduziert die Netzeinspeisung und erhöht den Eigenverbrauch.

SG-Ready-Standard:
SG-Ready ist eine standardisierte deutsche Smart-Grid-Schnittstelle für Wärmepumpen. Sie definiert vier Betriebszustände, darunter einen Zustand für erhöhte Warmwasserproduktion bei Netz- oder PV-Überschuss. iDM-Wärmepumpensysteme unterstützen den SG-Ready-Standard.

Smart-Home- und Gebäudeautomationsintegration

Die Warmwasserintegration kann über Standardprotokolle mit Smart-Home-Systemen verbunden werden.

Unterstützte Protokolle in professionellen Wärmepumpenanlagen:

  • KNX: Gebäudeautomationsstandard, häufig im europäischen Gewerbebau und im gehobenen Wohnbau eingesetzt
  • Modbus RTU / TCP: Industrielles Kommunikationsprotokoll für die Integration in Gebäudeleittechnik
  • SG-Ready: Standardisierte Smart-Grid-Schnittstelle für Wärmepumpen in Deutschland und Österreich
  • Hersteller-Apps: Herstellerspezifische Plattformen für Überwachung und Regelung

Mögliche Funktionen über intelligente Integration:

  • Fernanpassung der Warmwasser-Solltemperatur
  • Zeitplanung von Warmwasservorrang-Phasen
  • Überwachung des Energieverbrauchs für Warmwasser
  • Meldungen über erfolgreiche oder fehlgeschlagene thermische Desinfektion
  • Integration mit Anwesenheitssensoren zur Anpassung der Warmwasser-Zeitprogramme

Integration mit Lüftungssystemen

In hoch gedämmten Gebäuden können Abluft-Wärmepumpensysteme Wärme aus der abgeführten Raumluft gewinnen und für die Warmwasserbereitung nutzen.

Funktionsweise:

  • Die mechanische Lüftung saugt warme, feuchte Abluft aus Bad, WC und Küche ab.
  • Eine eigene Warmwasser-Wärmepumpe entzieht diesem Abluftstrom Wärme.
  • Die abgekühlte und entfeuchtete Luft wird ins Freie abgeführt.
  • Die gewonnene Wärme lädt den Warmwasserspeicher.

Nutzen:
Mechanische Lüftung und Warmwasserbereitung werden kombiniert. Diese Lösung eignet sich für Passivhäuser und Niedrigstenergiegebäude. Eine separate Wärmequelle für Warmwasser ist nicht erforderlich.

Schnittstelle zu Fernwärme

In manchen europäischen Stadtgebieten versorgt Fernwärme den primären Heizkreis. Eine Wärmepumpe kann ergänzend eingebunden werden oder die Warmwasserbereitung übernehmen – besonders dann, wenn die Vorlauftemperaturen in Fernwärmenetzen aus Effizienzgründen abgesenkt werden.

Integrationshinweis:
Wenn die Vorlauftemperatur der Fernwärme unter 60 °C sinkt – ein zunehmender Trend in Niedertemperatur-Fernwärmenetzen –, kann eine Wärmepumpe als Warmwasser-Nachhebeeinheit die Temperatur auf das gesetzlich erforderliche Speicherniveau anheben. Das ist ein wachsender Anwendungsfall bei städtischen Sanierungen in Österreich und Deutschland.

Planen Sie Ihr Wärmepumpensystem mit iDM Energiesysteme. Entdecken Sie effiziente Lösungen zum Heizen, Kühlen und für die Warmwasserbereitung – für Neubauten, Sanierungen und moderne Energiesysteme. Konfigurieren und personalisieren Sie Ihre iDM Wärmepumpenlösung mit nur wenigen Klicks.

Thomas Pletzer
Matthias Steiner
Christian Hutter
Adrian Egger
EXPERTEN-BERATUNG
Über 50 Jahre Erfahrung mit Wärmepumpen

Die Einbindung der Trinkwarmwasserbereitung ist eine zentrale Funktionsebene jeder Wärmepumpenanlage. Sie bestimmt Energieeffizienz, hygienische Sicherheit, Nutzerkomfort und regulatorische Konformität.

Eine richtig geplante Warmwasserintegration:

  • erzeugt Warmwasser mit COP 2,5–5,0 statt COP 1,0 wie bei elektrischen Widerstandsheizungen
  • erfüllt gesetzliche Anforderungen zur Legionellenprävention gemäß ÖNORM B 5019, DVGW W 551 und SVGW W3
  • integriert Solarthermie, Photovoltaik und Smart-Home-Systeme für maximale Effizienz
  • ermöglicht Förderfähigkeit in Österreich, Deutschland und der Schweiz
  • lässt sich vom Einfamilienhaus bis zum gewerblichen Mehrparteiengebäude skalieren

iDM Energiesysteme GmbH unterstützt mit seinen Wärmepumpensystemen das gesamte Spektrum der Warmwasserintegration – von integrierten Monoblock-Speichern über hygienische Frischwasserstationen bis hin zu GLT- beziehungsweise BMS-angebundenen Mehrsystemanlagen. Jede iDM-Anlage umfasst standardmäßig native Warmwasservorrangschaltung, SG-Ready-Schnittstelle, Zeitprogramme für thermische Desinfektion und intelligentes Tarifmanagement.