Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Installation einer Luftwärmepumpe umfasst das Aufstellen, Anschließen und Inbetriebnehmen eines Systems, das Wärme aus der Außenluft gewinnt und damit Raumheizung, Warmwasserbereitung und in manchen Fällen auch Kühlung ermöglicht. Eine fachgerechte Installation beinhaltet die Heizlastberechnung, die passende Dimensionierung des Geräts, hydraulische und elektrische Anschlüsse, die Einrichtung der Regelung, eine Schallbewertung sowie die Einhaltung aller relevanten gesetzlichen Vorgaben.

Für Gebäude in Österreich, Deutschland, der Schweiz und der EU ist die Luftwärmepumpe eine praxistaugliche Möglichkeit, Gas- oder Ölheizungen zu ersetzen, CO₂-Emissionen zu senken, die Energieeffizienz zu verbessern und erneuerbare Energien wie Photovoltaik einzubinden.

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Thomas Pletzer
Matthias Steiner
Christian Hutter
Adrian Egger
EXPERTEN-BERATUNG
Über 50 Jahre Erfahrung mit Wärmepumpen

Was bedeutet die Installation einer Luftwärmepumpe?

Definition

Die Installation einer Luftwärmepumpe bezeichnet den gesamten Prozess des Aufstellens, Anschließens und Inbetriebnehmens eines Luftwärmepumpensystems in einem Wohn- oder Gewerbegebäude. Dazu gehören die mechanische Montage, der Kältemittelkreis, die hydraulischen Rohrleitungen, die elektrische Verkabelung, die Konfiguration der Regelung sowie die Prüfung der normativen und gesetzlichen Anforderungen.

Eine Luftwärmepumpe ist ein mechatronisches Gerät. Sie entzieht der Außenluft thermische Energie und überträgt diese auf das Heizungs- und Warmwassersystem eines Gebäudes. Dafür nutzt sie einen Kältemittelkreislauf nach dem Prinzip der Dampfkompression – ähnlich wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt.

Hauptzweck

Die Installation macht es möglich, Wärme aus der Außenluft zu nutzen – selbst bei Temperaturen bis etwa −20 °C. Eine Einheit elektrischer Energie treibt das System an. Im Gegenzug liefert die Wärmepumpe zwei bis fünf Einheiten Wärmeenergie. Dieses Verhältnis wird als Leistungszahl, also COP, bezeichnet. Über eine ganze Heizsaison betrachtet spricht man von der saisonalen Leistungszahl, dem SCOP.

Einordnung

Die Installation einer Luftwärmepumpe liegt an der Schnittstelle von Energietechnik, Gebäudetechnik und Umweltrecht. Sie ersetzt oder ergänzt fossile Heizsysteme wie Gas- oder Ölkessel durch eine strombetriebene, CO₂-arme Alternative. In Österreich, Deutschland und der Schweiz wird dieser Umstieg durch Energiegesetze, Förderprogramme und Vorgaben zur Gebäudeeffizienz aktiv unterstützt.

Kurz gesagt: Die Installation einer Luftwärmepumpe ist der technische und rechtliche Prozess, mit dem fossile Heizsysteme durch ein elektrisch betriebenes, luftbasiertes Wärmesystem ersetzt oder ergänzt werden. Dadurch sinken dauerhaft der CO₂-Ausstoß und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Zweck der Installation einer Luftwärmepumpe

Hauptfunktion

Der wichtigste Zweck besteht darin, Raumheizung und Warmwasserbereitung mit strombasierter Energie zu ermöglichen, die mit erneuerbaren Quellen kombinierbar ist. Im Gebäude selbst findet keine direkte Verbrennung mehr statt.

Weitere Funktionen

Eine fachgerecht installierte Luftwärmepumpe kann zusätzlich folgende Aufgaben übernehmen:

  • Kühlung: Reversible Luftwärmepumpen können im Sommer aktiv kühlen und dadurch separate Klimaanlagen ersetzen.
  • Warmwasserbereitung: Integrierte oder externe Warmwasserspeicher stellen Brauchwasser mit etwa 45–60 °C bereit.
  • Netzdienlichkeit: Smart-Grid-fähige Systeme können Strom bevorzugt dann nutzen, wenn Tarife niedrig sind oder viel erneuerbare Energie verfügbar ist.
  • Gebäudezertifizierung: Die Installation hilft, SCOP-Grenzwerte nach EU-Ökodesign-Vorgaben und nationalen Energieausweis- bzw. Gebäudestandards zu erfüllen.

Warum der Zweck für die Planung wichtig ist

Die Planung muss immer zum vorgesehenen Einsatz passen. Ein System, das nur heizen soll, benötigt eine andere hydraulische Auslegung als ein System, das zusätzlich Warmwasser bereitet und kühlt. Fachbetriebe müssen daher vor der Auswahl der Komponenten, der Dimensionierung und der Rohrleitungsplanung klären, welche Funktionen die Anlage erfüllen soll.

Warum eine Luftwärmepumpe benötigt wird

Energie- und Klimaschutz

Gebäude verursachen rund 40 % des gesamten Energieverbrauchs in der EU. Raumheizung und Warmwasserbereitung machen dabei den größten Anteil aus. Ein großer Teil dieser Wärme wird nach wie vor mit Erdgas oder Heizöl erzeugt – also mit fossilen Brennstoffen, die bei der Verbrennung CO₂ freisetzen.

Die Installation einer Luftwärmepumpe setzt genau hier an. Sie verlagert die Wärmeerzeugung von der Verbrennung fossiler Energieträger im Gebäude hin zu Strom. Dieser Strom wird durch den Ausbau erneuerbarer Energien laufend klimafreundlicher.

Gesetzliche Treiber

In der DACH-Region und in der EU wurden zahlreiche Regelungen eingeführt, die den Umstieg auf Luftwärmepumpen zunehmend notwendig machen.

Deutschland – Gebäudeenergiegesetz 2024

Neue Heizsysteme müssen seit 2024 zu mindestens 65 % mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Wärmepumpen erfüllen diese Anforderung in der Regel automatisch, wenn sie an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind. Der Austausch fossiler Heizkessel wird in Neubauten und Bestandsgebäuden schrittweise eingeschränkt.

Österreich – Erneuerbare-Wärme-Gesetz und Wohnbauförderung

Ölheizungen werden seit 2020 in vielen Bundesländern schrittweise eingeschränkt oder verboten. Neue Gasanschlüsse in Wohngebäuden sind in mehreren Bundesländern, darunter Wien, Oberösterreich und die Steiermark, eingeschränkt. Die Wohnbauförderungen der Bundesländer knüpfen finanzielle Unterstützung zunehmend an erneuerbare Heizsysteme.

Schweiz – MuKEn 2014

Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich verlangen bei einem Heizkesseltausch einen Anteil erneuerbarer Energie. Fossile Heizkessel können in bestehenden Gebäuden nicht einfach ohne zusätzliche energetische Maßnahmen gleichwertig ersetzt werden.

EU-Rechtsrahmen

Die EU-Taxonomie verlangt für grüne Gebäudefinanzierungen Heizsysteme, die mit CO₂-armen Entwicklungspfaden vereinbar sind. Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III verpflichtet Mitgliedstaaten, den Anteil erneuerbarer Wärme und Kälte jährlich zu erhöhen. Die F-Gas-Verordnung beschränkt Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial und lenkt den Markt zu Alternativen wie R-32, R-290 oder R-454B. Die Ökodesign-Verordnung legt Mindestanforderungen an die saisonale Effizienz von Wärmepumpen fest.

Wirtschaftliche Gründe

Gas- und Ölpreise sind strukturell unsicherer geworden. Seit der europäischen Energiekrise 2021–2023 sind Haushalte und Betriebe langfristig stärkeren Preisschwankungen ausgesetzt. Eine Luftwärmepumpe reduziert dieses Risiko, weil sie Gas oder Öl durch Strom ersetzt. Dieser Strom kann teilweise oder vollständig mit einer eigenen Photovoltaikanlage erzeugt werden.

Wichtige wirtschaftliche Vorteile sind:

  • Wegfall von Gas- oder Öllieferverträgen
  • Nutzung von zeitabhängigen Stromtarifen, etwa Nachtstrom oder dynamischen Tarifen
  • Wertsteigerung der Immobilie durch bessere Energiekennwerte
  • Zugang zu attraktiven staatlichen Förderungen

Wichtige Merkmale einer fachgerechten Installation

Eine professionelle Luftwärmepumpeninstallation zeichnet sich durch mehrere technische und rechtliche Merkmale aus. Sie beeinflussen Effizienz, Sicherheit, Lebensdauer und Förderfähigkeit der Anlage.

Merkmal Funktion Norm / Regelung
Heizlastberechnung und Dimensionierung Anpassung der Leistung an den Gebäudebedarf EN 12831, PHPP
Inbetriebnahme des Kältemittelkreises Sicherstellung eines dichten und korrekt befüllten Systems F-Gas-Verordnung, EN 378
Hydraulische Einbindung Anschluss an den Heizkreis ÖNORM H 5151, DVGW W 551
Elektrischer Anschluss Versorgung von Verdichter, Regelung und Sicherheitseinrichtungen IEC 60364, VDE 0100
Regelungskonfiguration Optimierung nach Witterung und Bedarf EN 14825, Herstellervorgaben
Schallbewertung Prüfung der Lärmgrenzwerte vor und nach der Installation TA Lärm, ÖNORM S 5012
Inbetriebnahme und Leistungsprüfung Bestätigung der erwartbaren saisonalen Effizienz EN 14511, Fördervorgaben
Dokumentation Nachweis für Förderung, Planung und Behörden GEG, BEG, EWG, MuKEn

Heizlastberechnung und Dimensionierung

Die Heizlastberechnung ermittelt den maximalen Wärmebedarf eines Gebäudes bei einer festgelegten Außentemperatur.

Ziel ist es, eine Unterdimensionierung zu vermeiden, bei der das Gebäude im Winter nicht ausreichend warm wird. Gleichzeitig soll eine Überdimensionierung verhindert werden, weil sie zu häufigem Takten, geringerer Effizienz und höherem Verschleiß führt.

Die Berechnung erfolgt nach EN 12831. Dabei werden U-Werte der Gebäudehülle, Luftwechsel, Fensterflächen, Ausrichtung und die lokale Auslegungstemperatur berücksichtigt. In Österreich, Deutschland und der Schweiz variieren diese Auslegungstemperaturen je nach Klimazone – von etwa −10 °C in Tieflagen bis −20 °C in alpinen Regionen.

Eine korrekt berechnete Heizlast sorgt für Behaglichkeit im Winter, optimiert den SCOP und erfüllt häufig die Voraussetzungen für Förderanträge.

Ein gut gedämmtes Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche in Wien benötigt bei einer Auslegungstemperatur von etwa −12 °C typischerweise 6–9 kW Wärmepumpenleistung. Dasselbe Haus in Innsbruck kann bei −16 °C etwa 8–12 kW benötigen.

Typische Schritte:

  1. Gebäudedaten erheben, etwa U-Werte, Flächen und Wärmebrücken
  2. Lokale Auslegungstemperatur bestimmen
  3. Transmissions- und Lüftungswärmeverluste berechnen
  4. Sicherheitszuschlag, meist 10–15 %, berücksichtigen
  5. Wärmepumpenmodell passend zur benötigten Leistung auswählen

Inbetriebnahme des Kältemittelkreises

Die Inbetriebnahme des Kältemittelkreises umfasst das Montieren, Druckprüfen, Evakuieren und Befüllen des Kältekreises, insbesondere bei Split-Luftwärmepumpen.

Ziel ist ein hermetisch dichtes und korrekt befülltes System, das Wärme zuverlässig von der Außenluft auf den Heizkreis überträgt.

Der Kältekreislauf funktioniert vereinfacht in vier Schritten:

  1. Verdampfung: Das Kältemittel nimmt im Außenwärmetauscher Wärme aus der Umgebungsluft auf und verdampft.
  2. Verdichtung: Der Verdichter erhöht Druck und Temperatur des Kältemitteldampfs.
  3. Verflüssigung: Im Innenwärmetauscher gibt das heiße Kältemittel Wärme an das Heizungswasser ab und verflüssigt sich.
  4. Entspannung: Ein Expansionsventil senkt den Druck, wodurch das Kältemittel abkühlt und erneut in den Verdampfer strömt.

Gängige Kältemittel

Kältemittel GWP Status Typische Anwendung
R-410A 2.088 Wird schrittweise ersetzt Ältere Anlagen vor 2025
R-32 675 Derzeit weit verbreitet Wohngebäude, mittlere Leistung
R-290, Propan 3 Zunehmend verbreitet Natürliche, zukunftsfähige Lösung
R-454B 466 Übergangslösung Ersatz für R-410A-Systeme
R-744, CO₂ 1 Spezialanwendung Warmwasser und hohe Temperaturen

Seit 2025 müssen neue Wärmepumpensysteme auf dem EU-Markt Kältemittel mit einem GWP unter 750 verwenden. R-32 und R-290 erfüllen diese Anforderung. Für den Umgang mit regulierten Kältemitteln benötigen Installateurinnen und Installateure eine F-Gas-Zertifizierung.

Monoblock-Wärmepumpen werden werkseitig dicht verschlossen und vorbefüllt geliefert. Vor Ort ist kein Eingriff in den Kältemittelkreis notwendig. Das vereinfacht die Installation deutlich und ist ein wichtiger Grund, warum Monoblock-Systeme im Wohnbau der DACH-Region sehr verbreitet sind.

Hydraulische Einbindung

Die hydraulische Einbindung verbindet die Wärmepumpe mit dem wassergeführten Heizsystem des Gebäudes, also zum Beispiel mit Fußbodenheizung, Heizkörpern, Gebläsekonvektoren und Warmwasserspeicher.

Sie sorgt dafür, dass die von der Wärmepumpe erzeugte Wärme effizient in das Heizungswasser übertragen wird. Außerdem werden Volumenströme, Temperaturen und Druckverhältnisse so geregelt, dass Wärmepumpe und Heizkreis sicher arbeiten.

Wichtige hydraulische Komponenten

  • Pufferspeicher: Ein Wärmespeicher mit meist 50–200 Litern, der Wärmepumpenbetrieb und Heizkreisanforderung entkoppelt. Er reduziert Takten und verlängert die Lebensdauer des Verdichters.
  • Warmwasserspeicher: Ein gedämmter Speicher, der Brauchwasser mit 45–60 °C bereitstellt. Im Wohnbau sind 200–500 Liter üblich.
  • Umwälzpumpe: Fördert Wasser durch den Heizkreis. Hocheffizienzpumpen mit EC-Motoren senken den Stromverbrauch.
  • Mischventil: Regelt die Vorlauftemperatur unterschiedlicher Heizkreise, zum Beispiel bei Kombination von Fußbodenheizung und Heizkörpern.
  • Ausdehnungsgefäß: Nimmt Volumenänderungen des Heizungswassers auf und verhindert Druckspitzen.
  • Füll- und Entleerungsventile, Manometer, Entlüfter: Standardbauteile für Wartung und Betriebssicherheit.

Vorlauftemperaturen

Luftwärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher der COP und desto geringer die Betriebskosten.

Heizsystem Typische Vorlauftemperatur Eignung für Luftwärmepumpe
Fußbodenheizung 30–45 °C Sehr gut
Niedertemperatur-Heizkörper 45–55 °C Gut
Standardheizkörper im Bestand 55–65 °C Möglich, aber weniger effizient
Hochtemperatur-Heizkörper 70–80 °C Nicht empfehlenswert ohne Sanierung

Nach der Installation ist ein hydraulischer Abgleich erforderlich. Dabei werden die Durchflussmengen in Heizkörpern oder Fußbodenheizkreisen korrekt eingestellt. Ohne Abgleich entstehen ungleichmäßige Raumtemperaturen und ein schlechterer SCOP. In Deutschland ist der hydraulische Abgleich für viele Förderungen verpflichtend.

Elektrischer Anschluss

Der elektrische Anschluss stellt sicher, dass Wärmepumpe, Regelung und Zusatzkomponenten sicher und ausreichend mit Strom versorgt werden.

Typische elektrische Anforderungen

Komponente Typische Spezifikation
Verdichterversorgung 230 V einphasig oder 400 V dreiphasig
Steuerleitungen 24 V DC oder 230 V AC
Erdung Verpflichtender Schutzleiter für alle metallischen Teile
FI-Schutz 30 mA Fehlerstromschutzschalter
Überspannungsschutz Besonders in alpinen Regionen empfehlenswert
Smart-Meter-Schnittstelle Für netzdienlichen Betrieb und Tarifoptimierung

In vielen österreichischen und deutschen Gemeinden kann für die Aufstellung der Außeneinheit eine baurechtliche Genehmigung erforderlich sein, insbesondere in Schutzzonen, bei Denkmalschutz oder wenn Lärmgrenzwerte relevant sind.

Geräte mit mehr als etwa 3,7 kW elektrischer Anschlussleistung benötigen meist einen dreiphasigen Anschluss. Der Netzbetreiber, etwa Wiener Netze oder Bayernwerk, muss vor dem Anschluss informiert werden.

Konfiguration der Regelung

Die Regelung steuert den Betrieb der Wärmepumpe. Sie passt Verdichterleistung, Vorlauftemperatur und Betriebsmodus laufend an Außentemperatur, Wärmebedarf und Stromtarife an.

Ziel ist eine möglichst hohe saisonale Effizienz bei gleichbleibendem Komfort. Gleichzeitig koordiniert die Regelung Warmwasserbereitung, Kühlbetrieb und Smart-Grid-Funktionen.

Heizkurve und witterungsgeführte Regelung

Die Heizkurve ist eine der wichtigsten Einstellungen für einen effizienten Betrieb. Die Regelung misst die Außentemperatur und passt die Vorlauftemperatur entsprechend an. Wenn es draußen milder ist, benötigt das Gebäude weniger Wärme und die Wärmepumpe kann mit niedrigerer, effizienterer Vorlauftemperatur arbeiten.

Eine Heizkurve definiert zum Beispiel:

  • 45 °C Vorlauf bei −12 °C Außentemperatur
  • 28 °C Vorlauf bei +15 °C Außentemperatur

Eine richtig eingestellte Heizkurve verhindert Überheizung, senkt den Stromverbrauch und sorgt für ein gleichmäßiges Raumklima.

Weitere Regelungsfunktionen

  • Warmwasserpriorität: Die Wärmepumpe schaltet für die Warmwasserbereitung zeitweise auf den Speicher.
  • Thermische Desinfektion: Das Warmwasser wird regelmäßig auf über 60 °C erhitzt, um Legionellen zu vermeiden.
  • SG-Ready: Eine Schnittstelle erlaubt netzdienliche Betriebszustände, etwa das Laden des Pufferspeichers bei günstigen Strompreisen.
  • PV-Integration: Überschussstrom aus Photovoltaik wird zur Wärmeerzeugung genutzt und im Speicher zwischengespeichert.
  • Fernüberwachung: Cloud-Anbindungen ermöglichen Diagnose, Leistungsüberwachung und Softwareupdates.

Abtauzyklus

Der Abtauzyklus entfernt automatisch Eis vom Außenwärmetauscher. Besonders bei Außentemperaturen zwischen etwa −5 °C und +7 °C kann Feuchtigkeit aus der Luft an der Verdampferfläche gefrieren. Eis reduziert den Luftstrom und verschlechtert die Wärmeübertragung.

Typische Abtaumethoden sind:

  • Kreislaufumkehr: Die Wärmepumpe läuft kurzzeitig im Kühlbetrieb und leitet warmes Kältemittel durch den Außenwärmetauscher.
  • Heißgas-Bypass: Heißes Kältemittel wird direkt zum Außenwärmetauscher geführt.
  • Elektrische Abtauung: Heizwiderstände schmelzen das Eis, was jedoch die Effizienz reduziert.

Abtauvorgänge benötigen Energie und senken vorübergehend die Heizleistung. Intelligente, bedarfsabhängige Abtauverfahren verbessern die saisonale Effizienz.

Schallbewertung und Lärmschutz

Die Schallbewertung prüft, ob die Außeneinheit die zulässigen Lärmgrenzwerte einhält. Sie schützt Nachbargrundstücke vor Lärmbelastung und verhindert spätere kostenintensive Umplatzierungen.

Land Regelung Typischer Nachtgrenzwert im Wohngebiet
Deutschland TA Lärm 35–40 dB(A)
Österreich ÖNORM S 5012 etwa 35 dB(A)
Schweiz Lärmschutzverordnung 35–40 dB(A), je nach Zone

Lärmmindernde Maßnahmen sind:

  • Abstand zu Schlafzimmerfenstern und Grundstücksgrenzen
  • Schwingungsdämpfer unter der Außeneinheit
  • Schallschutzwände, sofern die Luftführung nicht behindert wird
  • Geräte mit leisem Nachtmodus
  • Ausrichtung des Luftauslasses weg von sensiblen Bereichen

Moderne Luftwärmepumpen erzeugen in einem Meter Abstand meist 45–60 dB(A). In 5–10 Metern Entfernung sinkt der Pegel oft auf 30–40 dB(A), was häufig den Wohngebietsgrenzwerten entspricht. Eine Schallbewertung vor der Installation schützt sowohl Fachbetrieb als auch Eigentümerin oder Eigentümer.

Arten und Modelle

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und überträgt sie auf einen wassergeführten Heizkreis. Sie wird an Fußbodenheizung, Heizkörper oder Gebläsekonvektoren angeschlossen und bereitet meist auch Warmwasser.

Sie ersetzt oder ergänzt Gas- und Ölkessel und ist im Wohnbau sowie im kleineren Gewerbe in Österreich, Deutschland und der Schweiz die dominierende Lösung.

Monoblock-Luft-Wasser-Wärmepumpe

Bei Monoblock-Geräten befinden sich alle kältemittelführenden Komponenten in einer Außeneinheit. Die Verbindung zum Gebäude erfolgt über Wasserleitungen. Vor Ort ist kein Umgang mit Kältemittel nötig, weshalb für die Gerätemontage selbst keine F-Gas-Zertifizierung erforderlich ist. Die Außenleitungen müssen jedoch gut gedämmt und gegen Frost geschützt werden.

Typische Anwendungen sind Neubauten und Sanierungen mit wenig Platz im Technikraum.

Split-Luft-Wasser-Wärmepumpe

Bei Split-Systemen sind Außen- und Inneneinheit über Kältemittelleitungen verbunden. Die Installation muss durch zertifizierte Fachkräfte erfolgen. Da die wasserführenden Komponenten im Gebäude liegen, ist das System besonders in sehr kalten Regionen betriebssicher.

Typische Anwendungen sind alpine Gebäude, lange Leitungswege oder Projekte mit besonderen Aufstellbedingungen.

Kompaktgerät

Kompaktgeräte kombinieren Wärmepumpe, Speicher, Regelung und Hydraulikmodul in einem kompakten Innengerät. Sie benötigen wenig Platz und eignen sich gut für Wohnungen oder Gebäude mit kleinem Technikraum.

Luft-Luft-Wärmepumpe

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe überträgt Wärme direkt von der Außenluft auf die Innenluft. Sie benötigt keinen wassergeführten Heizkreis.

Sie eignet sich für Raumheizung und Kühlung über Wandgeräte oder Luftkanäle, bereitet aber ohne Zusatzsystem kein Warmwasser.

Typische Anwendungen:

  • Einzelraumheizung und Kühlung in Wohnungen
  • Zusatzheizung in Gebäuden mit bestehendem Heizsystem
  • Büros mit mehreren Klimazonen
  • Gebäude ohne wassergeführte Zentralheizung

Im DACH-Wohnbau sind Luft-Luft-Systeme weniger verbreitet als Luft-Wasser-Wärmepumpen, weil dort wassergeführte Zentralheizungen dominieren. Für Kühlung im Sommer werden sie jedoch zunehmend eingesetzt.

Abluft-Wärmepumpe

Eine Abluft-Wärmepumpe nutzt die warme Abluft eines mechanisch belüfteten Gebäudes. Sie gewinnt Wärme aus der Fortluft zurück und nutzt sie für Warmwasser oder zur Unterstützung der Raumheizung.

Sie eignet sich vor allem für sehr gut gedämmte Gebäude mit Wohnraumlüftung. Die Leistung liegt meist bei 1,5–3 kW, der COP typischerweise bei 3,0–4,5.

Typische Anwendungen sind Passivhäuser, Niedrigstenergiegebäude und Neubauten mit kontrollierter Wohnraumlüftung.

Hybridwärmepumpe

Eine Hybridwärmepumpe kombiniert eine Luftwärmepumpe mit einem Gas- oder Ölkessel. Die Wärmepumpe deckt den Großteil des Jahreswärmebedarfs, während der Kessel nur bei sehr niedrigen Außentemperaturen oder Spitzenlasten zugeschaltet wird.

Solche Systeme können 80–95 % des jährlichen Wärmebedarfs über die Wärmepumpe abdecken. Sie sind besonders bei älteren Gebäuden, hoher Heizlast oder in sehr kalten Regionen eine Übergangslösung.

Einsatzbereiche

Neubau von Wohngebäuden

In Neubauten wird die Wärmepumpe bereits in der Planungsphase berücksichtigt. Fußbodenheizung, niedrige Vorlauftemperaturen, passende Speichergrößen und PV-Integration lassen sich von Anfang an optimal einplanen.

Gut gedämmte Neubauten erreichen mit Luftwärmepumpen häufig SCOP-Werte von 4,0–5,5.

Sanierung von Bestandsgebäuden

Die Sanierung ist oft anspruchsvoller. Viele bestehende Häuser nutzen Heizkörper, die ursprünglich für 70–80 °C Vorlauf ausgelegt wurden. Außerdem können Dämmstandard, Platzverhältnisse und Schallschutz die Planung erschweren.

Typische Lösungen sind:

  • Austausch gegen größere oder niedrigtemperaturfähige Heizkörper
  • Einbau eines Pufferspeichers
  • Hydraulischer Abgleich
  • Verbesserung der Gebäudehülle
  • Einsatz eines Monoblock-Systems

In Bestandsgebäuden liegen typische SCOP-Werte je nach Dämmung und Heizsystem bei etwa 2,8–4,0.

Gewerbe und leichte Industrie

Büros, Hotels, Verkaufsflächen und kleinere Gewerbebetriebe nutzen Luftwärmepumpen oft für Heizen und Kühlen. Dabei kommen größere Geräte mit 15–100 kW oder modular gekoppelte Systeme zum Einsatz. Häufig ist eine Anbindung an die Gebäudeleittechnik erforderlich.

Fernwärmeeinbindung

Großwärmepumpen mit Leistungen von mehreren hundert Kilowatt bis über 10 MW werden zunehmend in Fernwärmenetze integriert. Sie speisen Wärme direkt in das Netz ein und werden oft mit Abwärmenutzung und saisonalen Speichern kombiniert.

Alpine und ländliche Regionen

In alpinen Regionen Österreichs, Bayerns und der Schweiz stellen tiefe Wintertemperaturen, Landschaftsschutz und Schallschutz besondere Anforderungen. Anlagen müssen für −15 bis −20 °C ausgelegt sein. In sehr kalten Lagen kann ein Split- oder Hybridsystem sinnvoll sein.

Vorteile einer Luftwärmepumpe

Energieeffizienz

Moderne Luftwärmepumpen erreichen unter EN-14511-Testbedingungen COP-Werte von 3,0–5,0. Das bedeutet, dass aus einer Einheit Strom drei bis fünf Einheiten Wärme erzeugt werden.

Der SCOP berücksichtigt die gesamte Heizsaison, inklusive Kälteperioden, Abtauzyklen und Standby-Verluste.

Klimazone Heizsystem Typischer SCOP
Warm, z. B. Wiener Becken Fußbodenheizung 4,0–5,0
Gemäßigt, z. B. Graz oder München Fußbodenheizung 3,5–4,5
Kühl-alpin, z. B. Innsbruck oder Bern Fußbodenheizung 3,0–4,0
Beliebig Standardheizkörper 2,5–3,5

CO₂-Reduktion

Eine Luftwärmepumpe verursacht deutlich weniger CO₂ als ein Gas- oder Ölkessel. In Österreich ist der Effekt besonders stark, weil der Strommix einen hohen Anteil erneuerbarer Energie enthält.

Wärmequelle CO₂-Emissionen je kWh Wärme
Gas-Brennwertkessel 200–220 g
Ölkessel 280–310 g
Luftwärmepumpe mit österreichischem Strommix 30–50 g
Luftwärmepumpe mit deutschem Strommix 70–100 g
Luftwärmepumpe mit 100 % eigener PV ca. 5 g, bilanziell

Finanzielle Vorteile

Bei einem SCOP von 3,5 und einem Strompreis von 0,25 €/kWh kostet eine Kilowattstunde Wärme rund 0,071 €. Ein Gas-Brennwertkessel mit einem Gaspreis von 0,12 €/kWh erzeugt Wärme für etwa 0,124 €/kWh. Damit kann die Wärmepumpe deutlich günstiger sein.

Zusätzlich gibt es in der DACH-Region umfangreiche Förderungen.

Land Programm Maximale Förderung
Deutschland BEG EM Bis zu 70 % der förderfähigen Kosten
Österreich Raus aus Öl und Gas ca. 7.500–10.500 € pro Haushalt
Österreich Wohnbauförderung Je nach Bundesland zusätzlich
Schweiz Gebäudeprogramm Je nach Kanton, oft mehrere Tausend CHF
Südtirol Conto Termico 2.0 Bis zu 65 % der Kosten

Eine bessere Energiekennzahl kann zudem den Immobilienwert erhöhen, da Energieausweise und Gebäudebewertungen das Heizsystem direkt berücksichtigen.

Komfort und Betrieb

  • Gleichmäßige Raumtemperaturen durch witterungsgeführte Regelung
  • Kein Brennerlärm, keine Abgase und kein Brennstoffgeruch im Gebäude
  • Kühlfunktion bei reversiblen Systemen
  • Kein Risiko durch Kohlenmonoxid oder Gasleckagen
  • Geringerer Wartungsaufwand als bei Verbrennungsheizungen

Auswahlkriterien

Heizlast des Gebäudes

Die EN-12831-Heizlastberechnung ist die Grundlage jeder Auswahl. Die Wärmepumpe sollte die berechnete Heizlast bei der lokalen Auslegungstemperatur decken. Eine Überdimensionierung von mehr als 20–25 % sollte vermieden werden, da sie zu Takten und schlechterer Effizienz führt.

Klimazone

Entscheidend ist nicht nur die Leistung bei A7/W35, sondern auch bei −7 °C und −15 °C Außentemperatur. Invertergeräte können ihre Leistung besser anpassen und halten bei Kälte oft eine höhere Effizienz.

Heizsystem

Die Wärmeverteilung bestimmt die notwendige Vorlauftemperatur:

  • Fußbodenheizung: ideal für 35–45 °C
  • Heizkörper: Leistung bei niedriger Vorlauftemperatur prüfen
  • Gebläsekonvektoren: für Heizen und Kühlen geeignet

Monoblock oder Split

Monoblock eignet sich für einfache Installation, niedrige Kosten und wenig Platz im Technikraum. Split-Systeme sind vorteilhaft bei sehr kalten Klimazonen, längeren Leitungswegen oder besonderen Aufstellbedingungen.

Warmwasserbedarf

Ein Vier-Personen-Haushalt benötigt typischerweise einen Warmwasserspeicher mit 200–250 Litern. Größere Haushalte, Hotels oder Sportanlagen brauchen entsprechend größere Speicher oder Kaskadensysteme.

Schallschutz

Vor der Auswahl sollten Schallleistungspegel und zu erwartender Schalldruck an der Grundstücksgrenze berechnet werden. Wenn Grenzwerte knapp sind, sollte ein besonders leises Gerät gewählt oder eine Schallschutzmaßnahme eingeplant werden.

Kältemittel und F-Gas

Seit 2025 sollten Geräte mit Kältemitteln unter GWP 750 gewählt werden. R-290 und R-32 sind langfristig relevante Optionen. Bei Split-Systemen ist eine entsprechende F-Gas-Zertifizierung erforderlich.

Smart Grid und PV

Geräte mit SG-Ready-Schnittstelle sind sinnvoll, wenn eine Photovoltaikanlage vorhanden ist oder geplant wird. So kann Eigenstrom besser genutzt und die Wärmeerzeugung auf günstige Zeiten verschoben werden.

Förderfähigkeit

Für Förderungen sollte geprüft werden, ob:

  • das Gerät in einer anerkannten Produktliste geführt ist
  • CE-Kennzeichnung und Ökodesign-Anforderungen erfüllt sind
  • der SCOP die geforderten Grenzwerte erreicht
  • die Installation durch einen qualifizierten Fachbetrieb erfolgt

Vergleiche

Luftwärmepumpe vs. Erdwärmepumpe

Kriterium Luftwärmepumpe Erdwärmepumpe
Wärmequelle Außenluft Erdreich oder Grundwasser
Installationsaufwand Niedrig bis mittel Hoch
Kosten ca. 8.000–25.000 € ca. 20.000–50.000 € oder mehr
SCOP 3,0–5,0 4,0–6,0
Verhalten bei −15 °C Leistung sinkt Stabiler Betrieb
Genehmigungen Oft einfacher Bohrung, Geologie, Wasserrecht
Platzbedarf Außeneinheit Gartenfläche oder Tiefenbohrung
Empfehlung Die meisten Wohn- und Gewerbeobjekte Hohe Heizlast, große Gebäude, kalte Lagen

Luftwärmepumpe vs. Gas-Brennwertkessel

Kriterium Luftwärmepumpe Gas-Brennwertkessel
CO₂-Emissionen Niedrig und sinkend Hoch, fossil
Energiekosten je kWh Wärme ca. 0,05–0,09 € ca. 0,10–0,14 €
Installationskosten Höher Niedriger
Zukunftssicherheit Hoch Regulatorisch zunehmend eingeschränkt
Wartung Geringer Jährliche Wartung nötig
Kühlung Möglich Nicht möglich
Förderung Sehr gut Kaum noch attraktiv

Luftwärmepumpe vs. Biomassekessel

Kriterium Luftwärmepumpe Biomassekessel
Energiequelle Strom und Außenluft Pellets oder Holz
CO₂-Emissionen Sehr niedrig Nahezu CO₂-neutral bei nachhaltiger Herkunft
Versorgung Stromnetz, PV möglich Brennstofflagerung und Lieferung
Platzbedarf Außeneinheit und wenig Innenraum Heizraum und Lagerraum
Betrieb Vollautomatisch Teilweise manuell, Ascheentsorgung
Alpine Eignung Gut bei richtiger Auslegung Sehr gut
Förderung Hoch Hoch

Integration mit anderen Systemen

Photovoltaik

Eine PV-Anlage kann mit der Wärmepumpe verbunden werden, sodass selbst erzeugter Solarstrom bevorzugt für Heizung und Warmwasser genutzt wird.

So funktioniert es:

  1. Die PV-Anlage erzeugt Überschussstrom.
  2. Ein Energiemanagementsystem erkennt den Überschuss.
  3. Die Wärmepumpe erhält ein Signal über SG-Ready, Modbus oder eine andere Schnittstelle.
  4. Die Wärmepumpe lädt Warmwasser- oder Pufferspeicher über den Sollwert hinaus.
  5. Die gespeicherte Wärme wird später genutzt.

Dadurch kann der Strombezug um 20–40 % sinken. Der Eigenverbrauch der PV-Anlage kann von etwa 25–35 % auf 50–70 % steigen. Ein 8-kWp-PV-System auf einem österreichischen Einfamilienhaus kann 30–50 % des jährlichen Wärmepumpenstroms liefern. Im Sommer kann Warmwasser oft zu 80–100 % solar erzeugt werden.

Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung gewinnt 70–90 % der Wärme aus der Abluft zurück. In sehr gut gedämmten Gebäuden sinkt dadurch der Heizwärmebedarf stark. Eine kleine Luftwärmepumpe oder Abluftwärmepumpe kann dann den verbleibenden Bedarf und Warmwasser sehr effizient decken.

Thermische Speicher

Puffer- und Warmwasserspeicher entkoppeln Wärmeerzeugung und Wärmebedarf. Die Wärmepumpe kann dann laufen, wenn Strom günstig ist, die PV-Anlage Überschuss liefert oder das Netz besonders viel erneuerbare Energie bereitstellt.

Im Wohnbau sind Pufferspeicher mit 50–300 Litern üblich, im Gewerbe deutlich größere Speicher. Schichtenspeicher nutzen Temperaturzonen, sodass heißes Wasser oben und kühleres Wasser unten bleibt.

Home Energy Management System

Ein Home Energy Management System, kurz HEMS, koordiniert Wärmepumpe, PV-Anlage, Batteriespeicher, E-Auto-Ladestation und Haushaltsgeräte. Ziel ist es, Energiekosten und CO₂-Emissionen zu senken.

Die Wärmepumpe sollte dafür offene Schnittstellen wie SG-Ready, Modbus TCP, EEBUS oder eine Hersteller-API unterstützen. In Österreich und Deutschland nimmt die Bedeutung solcher Systeme durch PV-Ausbau und dynamische Stromtarife stark zu.

Smart Metering und Netzdienlichkeit

Smart Meter ermöglichen eine Kommunikation zwischen Gebäude und Stromnetz. Die Wärmepumpe kann dadurch ihren Stromverbrauch zeitlich anpassen, etwa bei günstigen Tarifen oder Netzanforderungen.

Der SG-Ready-Standard definiert vier Betriebszustände:

Zustand Verhalten der Wärmepumpe
Zustand 1: Sperre Netzbetreiber kann den Betrieb zeitweise sperren
Zustand 2: Normalbetrieb Betrieb nach interner Regelung
Zustand 3: Empfehlung Speicherladung wird erhöht
Zustand 4: Zwangsbetrieb Maximale Nutzung von Überschussstrom

Regulatorische Übersicht für Fachbetriebe in der DACH-Region

Deutschland

  • GEG 2024: Neue Heizungen müssen mindestens 65 % erneuerbare Energie nutzen.
  • BEG EM: Basisförderung 30 %, Effizienzbonus und Einkommensbonus möglich, insgesamt bis zu 70 %.
  • BAFA-Produktliste: Das Gerät muss gelistet sein.
  • F-Gas-Verordnung: Zertifizierung für Kältemittelarbeiten erforderlich.
  • Hydraulischer Abgleich: Für Förderungen verpflichtend.
  • TA Lärm: Schallbewertung in Wohngebieten relevant.

Österreich

  • Erneuerbare-Wärme-Gesetz: Öl- und Gasheizungen werden schrittweise eingeschränkt.
  • Raus aus Öl und Gas: Bundesförderung für den Heizungstausch.
  • Wohnbauförderung: Zusätzliche Förderungen je nach Bundesland.
  • ÖNORMen: EN 12831, ÖNORM H 5151, ÖNORM B 5019 und ÖNORM S 5012 sind relevant.
  • Gewerbeberechtigung: Installation durch entsprechend befugte Fachbetriebe.

Schweiz

  • MuKEn 2014: Beim Ersatz fossiler Heizungen ist ein erneuerbarer Anteil erforderlich.
  • Gebäudeprogramm: Kantonale Förderungen je nach Standort.
  • GEAK: Wärmepumpen verbessern die Gebäudebewertung.
  • Lärmschutzverordnung: Kantonale Lärmgrenzwerte sind zu beachten.

Südtirol

  • Conto Termico 2.0: Förderung von bis zu 65 % der Installationskosten beim Ersatz fossiler Heizungen.
  • Landesvorgaben: Südtiroler Gebäudestandards orientieren sich stark an Energieeffizienz und erneuerbaren Heizsystemen.

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Thomas Pletzer
Matthias Steiner
Christian Hutter
Adrian Egger
EXPERTEN-BERATUNG
Über 50 Jahre Erfahrung mit Wärmepumpen

Die Installation einer Luftwärmepumpe ist weit mehr als ein technischer Geräteaustausch. Sie ist ein zentraler Schritt in Richtung zukunftsfähiger Gebäudetechnik. Eine richtig dimensionierte, normgerecht installierte und sauber in Betrieb genommene Anlage verbindet Gebäude, Klimazone, Heizsystem, Kältemittelwahl, Regelung, Photovoltaik und Förderanforderungen zu einem effizienten Gesamtsystem.

Für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, Fachbetriebe und Planungsbüros in Österreich, Deutschland, der Schweiz und der EU bieten Luftwärmepumpen einen langfristig tragfähigen Weg zu geringeren CO₂-Emissionen, weniger Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, besserer Energieeffizienz und stabileren Betriebskosten.