Installation einer Erdwärmepumpe mit horizontalen Erdkollektoren

Die Installation einer Erdwärmepumpe mit horizontalen Erdkollektoren ist eine praxisgerechte, norm- und genehmigungstaugliche sowie energieeffiziente Lösung für Gebäude, bei denen ausreichend Grundstücksfläche vorhanden ist. Durch die Kombination aus oberflächennahen Erdkollektoren, einem geschlossenen Solekreis, einer präzisen Heizlastauslegung und einer leistungsstarken Sole-Wasser-Wärmepumpe wird die im Erdreich gespeicherte, relativ konstante Energie in zuverlässige Raumwärme, Warmwasser und optional auch Kühlung umgewandelt.

Für Hauseigentümer, Bauträger und Energieplaner in Österreich, Deutschland und der Schweiz bieten horizontale Erdkollektoren eine kosteneffiziente Alternative zu fossilen Heizsystemen und Tiefenbohrungen. Gleichzeitig unterstützen sie langfristige Energieunabhängigkeit, niedrigere Betriebskosten und die Einhaltung erneuerbarer Gebäudestandards. Mit zertifizierter Planung, korrekter Bodenbewertung und bewährter Wärmepumpentechnologie von Herstellern wie iDM Energiesysteme schaffen horizontale Erdwärmesysteme eine langlebige Grundlage für CO₂-arme Wärmeversorgung in der gesamten DACH-Region.

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Thomas Pletzer
Matthias Steiner
Christian Hutter
Adrian Egger
EXPERTEN-BERATUNG
Über 50 Jahre Erfahrung mit Wärmepumpen

Table of Contents

Was ist die Installation einer Erdwärmepumpe mit horizontalen Erdkollektoren?

Die Installation einer Erdwärmepumpe mit horizontalen Erdkollektoren bezeichnet den Prozess, bei dem ein Netz aus flüssigkeitsgefüllten Rohrleitungen horizontal im Erdreich verlegt wird, um dort gespeicherte Sonnenenergie aufzunehmen und als nutzbare Wärme in ein Gebäude zu übertragen.

Das System verbindet eine im Gebäude installierte Erdwärmepumpe mit einem Kollektorkreis, der außerhalb des Gebäudes in flachen Gräben verlegt wird. Im Inneren der Wärmepumpe hebt ein Kältemittelkreislauf die aus dem Erdreich gewonnene Energie auf ein nutzbares Temperaturniveau an. Das Ergebnis sind Raumheizung, Warmwasserbereitung und bei vielen Anlagen auch passive oder aktive Kühlung – mit hoher saisonaler Effizienz.

Diese Installationsmethode ist eine der zwei wichtigsten erdgekoppelten Kollektorarten in Mitteleuropa. Sie unterscheidet sich von vertikalen Erdsondensystemen dadurch, dass sie vollständig in den oberen 1,2 bis 2,0 Metern des Erdreichs arbeitet. Eine Tiefenbohrung ist nicht erforderlich. Horizontale Erdkollektorsysteme zählen in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu den am häufigsten installierten Varianten von erdgekoppelten Wärmepumpenanlagen.

Hauptzweck

Der zentrale Zweck eines horizontalen Erdkollektorsystems besteht darin, oberflächennahe Geothermie für die Beheizung von Wohn- und Gewerbegebäuden nutzbar zu machen.

In einer Tiefe von 1,2 bis 2,0 Metern weist das Erdreich ganzjährig eine relativ konstante Temperatur auf – in Mitteleuropa typischerweise zwischen 8 °C und 12 °C. Die Kollektorrohre nehmen diese niederwertige Wärmeenergie auf. Die Wärmepumpe hebt sie anschließend auf nutzbare Heiztemperaturen von 35 °C bis 55 °C an. Dadurch wird die Verbrennung fossiler Energieträger durch eine erneuerbare, im Erdreich gespeicherte Energiequelle ersetzt.

Die wichtigsten Funktionen einer Erdwärmepumpe mit horizontalem Erdkollektor sind:

  • Aufnahme gespeicherter Sonnenenergie aus dem oberflächennahen Untergrund
  • Versorgung von Niedertemperatur-Heizsystemen mit Raumwärme
  • Bereitstellung von Warmwasser
  • Ermöglichung passiver Kühlung, auch Natural Cooling genannt, im Sommer
  • Betrieb als erneuerbares Heizsystem im Einklang mit EU- und nationalen Energievorschriften

Definition

Erdwärmepumpe / Ground-Source Heat Pump

Eine Erdwärmepumpe ist ein mechanisches Kältegerät, das die Erde im Winter als Wärmequelle und im Sommer als Wärmesenke nutzt. Sie arbeitet nach dem Prinzip des Dampfkompressions-Kältekreislaufs. Das System erreicht eine Leistungszahl, den sogenannten Coefficient of Performance oder COP, die deutlich über 1,0 liegt. Das bedeutet, dass die Anlage mehr thermische Energie bereitstellt, als sie an elektrischer Energie verbraucht.

Begriff Bedeutung
Ground-Source Heat Pump, GSHP Oberbegriff; die Wärmequelle ist das Erdreich
Geothermische Wärmepumpe In EU-Regelwerken häufig gleichbedeutend mit GSHP verwendet
Sole-Wasser-Wärmepumpe Technische Bezeichnung im deutschsprachigen Markt
Horizontales Kollektorsystem Spezielle Installationsvariante mit flachen, horizontalen Erdkreisen

Horizontaler Erdkollektor / Flächenkollektor

Ein horizontaler Erdkollektor ist ein geschlossenes Rohrnetz, das in horizontalen Gräben in einer Tiefe von 1,2 bis 2,0 Metern unter der Geländeoberfläche verlegt wird. Durch die Rohre zirkuliert ein Solegemisch – üblicherweise Wasser mit Propylenglykol oder Ethylenglykol –, das zwischen Erdreich und Verdampfer der Wärmepumpe Wärme transportiert.

Der Kollektor nimmt geothermische Energie aus dem Oberboden auf. Diese Energie stammt überwiegend aus Sonnenstrahlung, die an der Oberfläche absorbiert und durch den Boden nach unten weitergeleitet wird. Das horizontale Kollektorsystem nutzt diesen oberflächennahen Wärmespeicher, ohne dass eine Tiefenbohrung erforderlich ist.

Installation

Installation bezeichnet den gesamten technischen Ablauf aus Planung, Aushub, Rohrverlegung, Anschluss, Druckprüfung, Inbetriebnahme und Zertifizierung des Kollektorfelds sowie der Wärmepumpe. Dazu gehören Erdarbeiten, kältetechnische und hydraulische Einbindung, elektrische Anschlüsse sowie die finale Systeminbetriebnahme.

Zweck der Anlage

Die Installation einer Erdwärmepumpe mit horizontalen Erdkollektoren erfüllt vier miteinander verbundene Zwecke:

  1. Erneuerbare Wärmeerzeugung Das System ersetzt Öl-, Gas- oder elektrische Direktheizungen durch eine erneuerbare Energiequelle. Erdwärme gilt gemäß EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III als erneuerbare Energie, sofern ein Seasonal Performance Factor, also eine Jahresarbeitszahl, von über 2,5 erreicht wird.
  2. Einhaltung von Energieeffizienzvorgaben Neubauten in Österreich, Deutschland und der Schweiz müssen strenge Anforderungen an den Primärenergiebedarf erfüllen. Dazu zählen die OIB-Richtlinie 6 in Österreich, das Gebäudeenergiegesetz, GEG, in Deutschland und die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich, MuKEn 2014, in der Schweiz. Erdwärmepumpen erreichen zuverlässig jene Jahresarbeitszahlen, die für die Einhaltung dieser Vorgaben erforderlich sind.
  3. Kosteneffiziente Langzeitheizung Da keine Brennstoffkosten anfallen und der Wartungsaufwand gering ist, bieten horizontale Erdkollektorsysteme eine gut kalkulierbare Betriebskostenstruktur über eine Lebensdauer von 20 bis über 30 Jahren.
  4. Kühlfunktion Im Sommer wirkt das Erdreich als natürliche Wärmesenke. Anlagen mit passiver Kühlfunktion nutzen die kühle Sole, um Wärme aus dem Gebäude aufzunehmen, ohne den Verdichter zu aktivieren. Dadurch kann der Energiebedarf für Kühlung nahezu auf null reduziert werden.

Warum eine Erdwärmepumpe mit horizontalen Erdkollektoren benötigt wird

Das Problem: Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bei der Gebäudewärme

Heizung macht rund 50 % des gesamten Energieverbrauchs in EU-Gebäuden aus. In Österreich, Deutschland und der Schweiz stellen Raumheizung und Warmwasser gemeinsam den größten Anteil der Haushaltsenergiekosten dar. Ein großer Teil bestehender und neuer Gebäude nutzt weiterhin Gas- oder Ölheizungen, die CO₂ emittieren und von schwankenden Brennstoffpreisen abhängig sind.

Der regulatorische Treiber

Die EU-Gebäuderichtlinie, EPBD, Neufassung 2024, verlangt, dass alle neuen Wohngebäude als Niedrigstenergiegebäude ausgeführt werden. Das deutsche GEG 2024 schreibt vor, dass neue Heizsysteme mindestens 65 % ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken müssen. Österreich verfolgt in seiner Energiestrategie den Ausstieg aus fossilen Heizsystemen bis 2040. Diese Vorgaben schaffen eine strukturelle, regulatorisch getriebene Nachfrage nach erdgekoppelten Wärmepumpensystemen.

Die praktische Lösung

Horizontale Erdkollektoren lösen dieses Problem überall dort, wo ausreichend Grundstücksfläche vorhanden ist. Sie bieten:

  • Jahresarbeitszahlen von 3,5 bis 5,0 in typischen mitteleuropäischen Klimazonen
  • vollständige Unabhängigkeit von Erdgas- und Heizöllieferketten
  • Kompatibilität mit Fußbodenheizung, Heizkörpern und Warmwasserbereitung
  • eine bewährte, planungs- und finanzierungssichere Technologie mit jahrzehntelangen Betriebsdaten in der DACH-Region

Die Versorgungslücke

Die Nachfrage nach erdgekoppelten Systemen übersteigt in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich die verfügbaren Installationskapazitäten. Hauseigentümer, Bauträger und Energieplaner benötigen daher klare, zuverlässige technische Orientierung für die richtige Systemauswahl, Dimensionierung und Installation. Dieser Inhalt schließt diese Wissenslücke gezielt.

Wichtige Merkmale horizontaler Erdkollektorsysteme

Horizontale Erdkollektor-Wärmepumpensysteme besitzen eine Reihe klar definierter technischer Merkmale, die sie von anderen Wärmequellen unterscheiden.

Zentrale Systemeigenschaften

  • Geschlossener Solekreis: Kein Risiko einer Bodenverunreinigung, da die Sole vollständig im Kollektorkreis eingeschlossen bleibt.
  • Geringe Verlegetiefe: Gräben sind typischerweise 1,2 bis 2,0 Meter tief; Tiefenbohrungen sind nicht erforderlich.
  • Große Kollektorfläche: In der Regel 1,5- bis 2,5-mal so groß wie die beheizte Gebäudefläche.
  • Frosttoleranter Betrieb: Soletemperaturen können bis auf −5 °C sinken, ohne das System zu beschädigen.
  • Passive Regeneration: Das Erdreich lädt sich durch Sonneneinstrahlung und Niederschlag auf natürliche Weise wieder auf.
  • Lange Lebensdauer: PE-Xa- oder PE100-Kollektorrohre sind für eine Betriebsdauer von über 50 Jahren ausgelegt.
  • Leiser Außenbetrieb: Keine Außeneinheit, daher keine Geräusch- oder Sichtbeeinträchtigung im Außenbereich.
  • Keine Abhängigkeit von Außenluft: Die Leistung bleibt unabhängig von der Außentemperatur stabil.
  • Reversibler Betrieb: Viele Systeme ermöglichen passive oder aktive Kühlung mit derselben Anlage.

Detaillierte Erklärung der wichtigsten Merkmale

Der Solekreis

Definition:
Der Solekreis ist der geschlossene hydraulische Kreislauf, der die horizontalen Kollektorrohre mit dem Verdampfer der Wärmepumpe verbindet. Er führt eine Wärmeträgerflüssigkeit – eine Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel –, die thermische Energie aus dem Erdreich zur Wärmepumpe transportiert.

Zweck:
Die Sole nimmt beim Durchströmen des Kollektors niederwertige Wärme aus dem umgebenden Boden auf. Sie tritt mit 0 °C bis 8 °C in den Verdampfer der Wärmepumpe ein und kehrt nach der Wärmeentnahme mit −2 °C bis +3 °C ins Erdreich zurück.

Parameter Wert
Flüssigkeitstyp Wasser plus Propylenglykol, lebensmitteltauglich, oder Ethylenglykol
Frostschutzkonzentration Üblicherweise 25–33 Volumenprozent
Frostschutz bis −12 °C bis −15 °C
Betriebsdruck 1,5–3,0 bar
Rohrmaterial PE-Xa oder PE100, vernetztes oder hochdichtes Polyethylen

Vorteile:
Die geschlossene Ausführung verhindert jeden Kontakt zwischen Wärmeträgerflüssigkeit und Grundwasser. Dadurch werden die Umweltschutzanforderungen des deutschen Wasserhaushaltsgesetzes, WHG, und des österreichischen Wasserrechtsgesetzes, WRG, erfüllt.

Praxisbeispiel:
Ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche in Oberösterreich benötigt typischerweise einen Solekreis mit 400 bis 600 Metern Kollektorrohr, eine Umwälzpumpe mit einer Leistungsaufnahme von 50 bis 150 W und ein Solevolumen von 100 bis 180 Litern.

Kollektorrohrverlegung und Grabenausführung

Definition:
Die Kollektoranordnung beschreibt, wie die Rohre im ausgehobenen Bereich verlegt werden. Drei Hauptvarianten kommen zum Einsatz: gerade parallele Rohrläufe, mäanderförmige beziehungsweise serpentinenartige Schleifen und Spiral- oder Slinky-Kollektoren.

Zweck:
Die Verlegeart bestimmt die Entzugsleistung pro Quadratmeter Grundstücksfläche, die Aushubkosten und die thermische Regenerationsfähigkeit des Bodens.

Verlegeart Rohrabstand Flächenbedarf Entzugsleistung
Gerade parallele Rohrläufe 0,5–1,0 m Hoch 10–20 W/m²
Mäander- oder Serpentinenverlegung Mittel bis hoch 15–25 W/m²
Slinky- oder Spiralkollektor Kompakt horizontal Geringerer Flächenbedarf 20–35 W/m²

Vorteile:
Slinky-Kollektoren reduzieren den erforderlichen Flächenbedarf im Vergleich zu geraden Rohrläufen um 30–50 %. Dadurch eignen sie sich für Grundstücke mit begrenztem Platzangebot, bei denen Tiefenbohrungen nicht sinnvoll oder nicht möglich sind.

Regulatorischer Hinweis:
In Deutschland regeln DIN EN 15450 und die VDI-Richtlinie 4640 Blatt 2 die Auslegung horizontaler Erdkollektorsysteme. In Österreich gilt die ÖNORM EN 15450. Diese Standards legen unter anderem Mindestentzugsleistungen nach Bodentyp und erforderliche Regenerationsreserven fest.

Thermische Bodeneigenschaften und Standortbewertung

Definition:
Die Wärmeleitfähigkeit des Bodens gibt an, wie gut das Erdreich Wärme zu den Kollektorrohren transportiert. Sie wird in W/(m·K) gemessen.

Zweck:
Der Bodentyp bestimmt unmittelbar, wie viel Wärme pro Quadratmeter Kollektorfläche entzogen werden kann. Wird der Kollektor aufgrund falscher Bodendaten zu klein dimensioniert, kann dies zu Leistungsproblemen und zum Gefrieren des Erdreichs führen.

Bodentyp Wärmeleitfähigkeit in W/(m·K) Entzugsleistung
Trockener Sandboden 0,3–0,5 10–15 W/m²
Feuchter Sandboden 1,0–1,5 15–25 W/m²
Ton/Lehm, feucht 1,5–2,0 20–30 W/m²
Wasserführender oder vernässter Boden 2,0–2,5 25–35 W/m²
Fels/Kies 2,5–4,0 30–45 W/m²

Vorteile:
Eine genaue Bodenbewertung verhindert Unterleistung. Standorte mit hohem Grundwasserstand bieten die besten Entzugsraten, da die Wasserbewegung kontinuierlich Wärme nachliefert.

Praktische Anwendung:
Eine Standortanalyse in Bayern oder Tirol umfasst typischerweise Bodenproben, geologische Kartierung und die Prüfung vorhandener hydrogeologischer Daten. iDM-zertifizierte Installateure führen vor der Systemdimensionierung eine Standortbewertung durch.

Wärmepumpenaggregat

Definition:
Das Wärmepumpenaggregat ist die im Innenraum aufgestellte mechanische Einheit, die das Kältemittel verdichtet und dadurch dessen Temperatur anhebt. Es verbindet den Solekreis auf der Verdampferseite mit dem Heizsystem auf der Kondensatorseite.

Zweck:
Der Verdichter ist das energieumwandelnde Kernbauteil der Anlage. Er hebt die Niedertemperaturenergie der Sole auf das Temperaturniveau an, das für das Wärmeverteilsystem erforderlich ist.

Parameter Typischer Wert
Nenn-Heizleistung 6–60 kW, Wohnbau und kleiner Gewerbebereich
COP bei B0/W35 4,0–5,5, Erdreich 0 °C / Vorlauf 35 °C
Jahresarbeitszahl, JAZ 3,5–5,0
Kältemittel R410A, ältere Anlagen; R32; R290, Propan; R454B
Maximale Vorlauftemperatur 55–70 °C, je nach Modell
Verdichtertyp Scrollverdichter, am häufigsten; invertergeregelter Scrollverdichter

Vorteile:
Invertergeregelte Verdichter passen ihre Leistung stufenlos an. Dadurch sinkt der Stromverbrauch, häufiges Takten wird vermieden und die Soletemperaturen bleiben stabil. Das verlängert die Systemlebensdauer und verbessert die Jahresarbeitszahl.

iDM-Produktbezug:
Die iDM Energiesysteme GmbH produziert mit der TERRA-Serie Sole-Wasser-Wärmepumpen, die für die Integration mit horizontalen Erdkollektoren ausgelegt sind. Die TERRA-Baureihe erreicht Nenn-COP-Werte von bis zu 5,3 bei B0/W35 und ist nach EN 14511 zertifiziert.

Verteilerstation

Definition:
Der Verteiler ist der zentrale hydraulische Verteilungspunkt, an dem mehrere Kollektorkreise an einen gemeinsamen Vor- und Rücklauf zur Wärmepumpe angeschlossen werden.

Zweck:
Die Verteilerstation gleicht die Durchflüsse in allen Kollektorkreisen ab und ermöglicht es, einzelne Kreise für Wartung oder Reparatur abzusperren.

Typische Spezifikationen:

  • Material: Edelstahl oder hochwertiger Kunststoff
  • Anzahl der Kreise: 2–12 Kollektorkreise pro Verteiler
  • Einbauort: Erdschacht oder frostgeschützter Gebäudeeintritt
  • Durchflussabgleich: manuelle oder automatische Abgleichventile je Kreis
  • Zugang: Revisionsdeckel auf Geländeniveau

Vorteile:
Ein korrekt ausgelegter Verteiler sorgt für eine gleichmäßige Wärmeentnahme über das gesamte Kollektorfeld. Unausgeglichene Durchflüsse führen zu lokalem Gefrieren des Bodens und verringern die Gesamtleistung der Anlage.

Arten und Systemvarianten

Es gibt mehrere Varianten horizontaler Erdkollektorsysteme. Die Auswahl hängt von verfügbarer Grundstücksfläche, Bodenverhältnissen, Heizwärmebedarf des Gebäudes und lokalen Vorschriften ab.

Flächenkollektor

Der Flächenkollektor ist die Standardvariante. Die Rohre werden in parallelen Gräben in 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe verlegt. Die Grabenbreite beträgt typischerweise 60 bis 80 cm. Diese Ausführung ist in Österreich und Deutschland die am häufigsten verwendete Konfiguration.

Geeignet für:
Grundstücke mit großzügiger Garten- oder Feldfläche sowie Böden mit mittlerer Wärmeleitfähigkeit.

Spiralkollektor / Slinky-Kollektor

Die Rohre werden zu horizontalen Spiralen gewickelt und in breiteren, flacheren Gräben verlegt. Durch die Spiralform erhöht sich die Rohrlänge pro Meter Graben.

Geeignet für:
Grundstücke mit begrenzter Fläche und Installationen, bei denen das Aushubvolumen reduziert werden soll.

Oberflächennahe Geothermie-Matte

Geothermie-Matten sind vormontierte Mattensysteme aus einem engmaschigen Gitter kleiner PE-Rohre, die in eine Geotextil-Trägerschicht eingebettet sind. Sie werden ausgerollt und anschließend mit Verfüllmaterial bedeckt.

Geeignet für:
Neubauprojekte, bei denen der Kollektor während der Geländemodellierung oder Außenanlagenherstellung eingebaut werden kann, sowie Wohnbauentwicklungen mit standardisierten Grundstücken.

Horizontaler Kollektor in zwei Tiefen

Bei dieser Variante werden zwei Rohrlagen in unterschiedlichen Tiefen innerhalb desselben Grabens verlegt, zum Beispiel in 1,2 m und 2,0 m Tiefe. Dadurch erhöht sich die Entzugsleistung bei gleicher Oberfläche.

Geeignet für:
Standorte mit begrenzter Grundstücksfläche, aber guten thermischen Bodeneigenschaften, sowie Anwendungen mit mittlerem Wärmebedarf.

Energiekorb / Energiepfahl

Der Energiekorb ist eine kompakte Mischform aus vertikaler und horizontaler Erdwärmenutzung. Gewickelte Rohrkörbe werden in gebohrte oder ausgehobene Schächte mit etwa 2 bis 4 Metern Tiefe eingebracht. Mehrere Körbe werden an einen gemeinsamen Verteiler angeschlossen.

Geeignet für:
Standorte, an denen klassische Grabenverlegung nur eingeschränkt möglich ist, flache Bohrungen aber umsetzbar sind, etwa auf bereits bebauten oder eingeschränkt zugänglichen Grundstücken.

Anwendungsfälle

Horizontale Erdkollektor-Wärmepumpensysteme eignen sich für viele Gebäudetypen im mitteleuropäischen Bestand und Neubau.

Neubau von Einfamilienhäusern

Anwendung:
Einfamilienhäuser mit Heizlasten von 6 bis 20 kW. Dies ist der häufigste Einsatzbereich für horizontale Erdkollektoren in Österreich, Bayern und der Schweiz.

Warum horizontale Erdkollektoren hier gut funktionieren:
Beim Neubau kann der Kollektor während der Baustellenvorbereitung und vor der Gartengestaltung eingebaut werden. Gartenflächen von 300 bis 800 m² sind üblich und reichen in der Regel für Kollektorfelder aus, die 100 bis 250 m² beheizte Wohnfläche versorgen.

Regulatorische Eignung:
GEG 2024 in Deutschland, OIB-Richtlinie 6 in Österreich und MuKEn 2014 in der Schweiz unterstützen Erdwärmepumpen als primäre erneuerbare Heiztechnologie.

Sanierung von Wohngebäuden mit Gartenfläche

Anwendung:
Austausch einer Öl- oder Gasheizung durch eine Erdwärmepumpe in bestehenden Einfamilienhäusern.

Warum horizontale Erdkollektoren hier gut funktionieren:
Wenn ausreichend Gartenfläche vorhanden ist, vermeiden horizontale Kollektoren die Kosten und den Planungsaufwand von Tiefenbohrungen. Die Wärmepumpe kann im bestehenden Heizraum installiert werden.

Zentrale Herausforderung:
Bestehende Heizkörpersysteme müssen eventuell angepasst werden, damit sie mit den niedrigeren Vorlauftemperaturen von 35 °C bis 45 °C arbeiten, bei denen Wärmepumpen besonders effizient sind. Eine Niedertemperatur-Fußbodenheizung ist das ideale Wärmeverteilsystem.

Mehrfamilienhäuser

Anwendung:
Gebäude mit 4 bis 20 Wohneinheiten und einer gemeinsamen Heizlast von 20 bis 80 kW.

Warum horizontale Erdkollektoren hier gut funktionieren:
Größere Gebäudegrundflächen und umgebende Grundstücksflächen ermöglichen entsprechend dimensionierte Kollektorfelder. Eine einzelne Wärmepumpe oder ein Kaskadensystem versorgt mehrere Wohneinheiten aus einem zentralen Technikraum.

Planungshinweis:
Kollektorfelder für Mehrfamilienhäuser erfordern eine präzise hydraulische Auslegung. Häufig wird zusätzlich eine Überwachung der Kollektortemperaturen vorgesehen, um langfristige thermische Erschöpfung frühzeitig zu erkennen.

Landwirtschaftliche Gebäude und Hofstellen

Anwendung:
Bauernhäuser, Wirtschaftsgebäude und Verarbeitungsbereiche mit großen verfügbaren Außenflächen.

Warum horizontale Erdkollektoren hier gut funktionieren:
Landwirtschaftliche Liegenschaften verfügen meist über ausreichend Feld- und Grundstücksflächen, deren Nutzung für Kollektoren vergleichsweise geringe Zusatzkosten verursacht. Böden wie feuchter Lehm und Ton bieten häufig überdurchschnittlich gute Wärmeleitfähigkeit.

Kleine Gewerbe- und Leichtindustriebauten

Anwendung:
Bürogebäude, Werkstätten und kleinere Produktionsgebäude mit Heizlasten von 30 bis 100 kW.

Warum horizontale Erdkollektoren hier gut funktionieren:
Wenn Grundstücksfläche und geologische Bedingungen geeignet sind, bieten horizontale Kollektoren niedrigere Installationskosten als Erdsondenbohrungen bei vergleichbarer Leistung. Die kombinierte Nutzung für Heizen und Kühlen verbessert zusätzlich die Wirtschaftlichkeit.

Vorteile

Vorteile bei der Energieeffizienz

  • Hohe Jahresarbeitszahl, JAZ/SPF: Horizontale Erdkollektorsysteme erreichen in Mitteleuropa typischerweise eine JAZ von 3,5 bis 5,0. Pro 1 kWh eingesetzter elektrischer Energie werden 3,5 bis 5,0 kWh Wärme bereitgestellt.
  • Stabile Leistung: Im Gegensatz zu Luft-Wärmepumpen behalten erdgekoppelte Systeme eine konstante Leistungszahl unabhängig von der Außenlufttemperatur. Die Effizienz sinkt bei Kälteperioden nicht in gleichem Maß ab.
  • Niedrige Systemtemperaturen: Erdwärmepumpen sind für Fußbodenheizungen mit 30 °C bis 40 °C Vorlauftemperatur optimiert. Das ist der effizienteste Betriebspunkt der Wärmepumpe.

Umweltvorteile

  • CO₂-Reduktion: Beim Betrieb mit erneuerbarem Strom verursacht ein Erdwärmesystem mit JAZ 4,0 rund 75 % weniger CO₂ als ein moderner Gas-Brennwertkessel, bezogen auf den österreichischen Strommix 2024.
  • Keine Verbrennung: Vor Ort entstehen keine NOx-, SOx-, CO₂- oder Feinstaubemissionen.
  • Einstufung als erneuerbare Energie: Erdwärme gilt gemäß EU-Richtlinie RED III als erneuerbare Energie und unterstützt nationale Ziele für erneuerbare Energien.
  • Geringer Eingriff ins Landschaftsbild: Es ist keine Außeneinheit sichtbar. Die Kollektorfläche kann nach der Installation wieder als Garten oder Rasen genutzt werden.

Betriebliche Vorteile

  • Geringer Wartungsaufwand: Der geschlossene Solekreis benötigt kaum Aufmerksamkeit. Die Wartung umfasst im Wesentlichen eine jährliche Kontrolle der Wärmepumpe und eine Prüfung der Solekonzentration alle 3 bis 5 Jahre.
  • Leiser Betrieb: Es gibt keinen Außenverdichter und keinen Ventilator. Geräusche entstehen nur am innen aufgestellten Wärmepumpenaggregat, typischerweise mit 35 bis 50 dB(A) in 1 m Entfernung.
  • Lange Lebensdauer: PE-Kollektorrohre sind für über 50 Jahre ausgelegt. Wärmepumpenverdichter erreichen bei korrekter Inbetriebnahme im Durchschnitt 20 bis 25 Jahre Lebensdauer.
  • Kühlmöglichkeit: Viele Systeme ermöglichen im Sommer passive Kühlung, indem die kühle Sole Gebäudewärme aufnimmt, ohne den Verdichter einzuschalten.

Finanzielle Vorteile

  • Unabhängigkeit von Brennstoffkosten: Die Heizkosten beschränken sich auf den Stromverbrauch. Es besteht keine Abhängigkeit von Gas- oder Ölpreisschwankungen.
  • Förderfähigkeit: Erdwärmepumpen können in Österreich, Deutschland und der Schweiz für bundesweite, regionale oder kantonale Förderungen infrage kommen, etwa Bundesförderungen in Österreich, BEW sowie BAFA/KfW-Förderungen in Deutschland und kantonale Energieförderungen in der Schweiz.
  • Immobilienwert: Energieeffiziente Gebäude mit Erdwärmeheizung erzielen häufig bessere Wiederverkaufswerte und bessere Energieausweise.
  • Planbare Betriebskosten: Der Stromverbrauch ist berechenbar und relativ konstant. Das erleichtert die langfristige Energiekostenplanung.

Auswahlkriterien

Die Auswahl eines horizontalen Erdkollektorsystems erfordert eine strukturierte Bewertung von Standortbedingungen, Gebäudeeigenschaften und Systemanforderungen.

Verfügbare Grundstücksfläche

Mindestflächenbedarf:

  • Klassischer Flächenkollektor: 1,5- bis 2,5-mal die beheizte Fläche in m²
  • Slinky-Kollektor: 1,0- bis 1,5-mal die beheizte Fläche in m²
  • Beispiel: Ein Haus mit 150 m² Wohnfläche und 12 kW Heizlast benötigt 225 bis 375 m² Kollektorfläche bei Standardausführung oder 150 bis 225 m² bei Slinky-Ausführung

Ausschluss- und Mindestabstände:
Kollektorrohre müssen Mindestabstände einhalten zu:

  • Gebäudefundamenten: mindestens 1,5 m
  • Bäumen und tiefwurzelnden Sträuchern: mindestens 2,0 m
  • Trinkwasserleitungen: mindestens 1,5 m
  • Abwasserleitungen: mindestens 1,0 m
  • Grundstücksgrenzen: abhängig von lokalen Vorschriften, typischerweise 0,5 bis 1,5 m

Bodentyp und Grundwasserverhältnisse

Bedingung Auswirkung auf die Systemauslegung
Feuchter Ton oder Lehm Ideal; hohe Entzugsleistung; kleinere Kollektorfläche
Trockener Sandboden Erfordert 30–50 % mehr Kollektorfläche
Hoher Grundwasserstand Maximiert die Leistung; WHG/WRG-Anforderungen beachten
Felsiger Untergrund Erschwert Grabenaushub; Erdsonde als Alternative prüfen
Frostempfindlicher Boden Auslegung muss dauerhaftes Gefrieren unter −3 °C verhindern

Schritte der Standortbewertung:

  1. Bestimmung des Bodentyps durch Sichtprüfung und lokale geologische Karten
  2. Ermittlung von Grundwassertiefe und saisonalen Schwankungen über Behördenunterlagen
  3. Prüfung möglicher Altlasten, insbesondere bei ehemaligen Gewerbe- oder Industrieflächen
  4. Berechnung der Entzugsleistung nach VDI 4640 Blatt 2 in Deutschland oder ÖNORM M 7755 in Österreich

Heizlast des Gebäudes

Eine genaue Heizlastberechnung ist Voraussetzung für eine korrekte Dimensionierung. Überdimensionierte Anlagen takten zu häufig und verschleißen schneller. Unterdimensionierte Anlagen können den gewünschten Komfort nicht zuverlässig sicherstellen.

Norm für die Heizlastberechnung:

  • EN 12831-1: Energetische Bewertung von Gebäuden – Heizlastberechnung

Erforderliche Eingabedaten:

  • U-Werte der Gebäudehülle, also Wände, Dach, Fenster und Bodenplatte
  • Norm-Außentemperatur, abhängig vom Standort, in der DACH-Region häufig −10 °C bis −16 °C
  • Beheizte Fläche und raumweise Heizlast
  • Warmwasserbedarf, abhängig von Personenanzahl und täglicher Litermenge
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, falls vorhanden

Kompatibilität des Wärmeverteilsystems

Erdwärmepumpen erreichen ihre höchste Effizienz bei niedrigen Verteilsystemtemperaturen. Daher muss das Wärmeverteilsystem vor der Auswahl der Wärmepumpe geprüft werden.

Wärmeverteilsystem Ideale Vorlauftemperatur Wärmepumpen-Eignung Hinweise
Fußbodenheizung 30–40 °C Ausgezeichnet Höchste JAZ erreichbar
Niedertemperatur-Heizkörper 45–55 °C Gut JAZ etwas reduziert
Standard-Heizkörper 55–70 °C Akzeptabel Hochtemperatur-Wärmepumpe erforderlich
Fan-Coil-Geräte 35–45 °C Ausgezeichnet Ermöglicht auch Kühlung
Warmwasserbereitung 55–65 °C Gut Kombinierbar mit Heizungswärmepumpe

Regulatorische Anforderungen und Bewilligungen

Horizontale Erdkollektoren erfordern in der Regel keine Bewilligung für Tiefenbohrungen. Sie unterliegen jedoch Vorschriften, die je nach Land, Bundesland, Kanton oder Gemeinde variieren.

Deutschland:

  • Anzeige bei der unteren Wasserbehörde in den meisten Bundesländern erforderlich
  • WHG § 49: Grundwasserschutz; geschlossener Solekreis erforderlich
  • VDI 4640 Blatt 2: technische Planungsrichtlinie

Österreich:

  • WRG, Wasserrechtsgesetz: Anzeige oder Bewilligung je nach Bundesland und Standort erforderlich
  • ÖNORM H 5151: Planungsnorm für Wärmepumpenanlagen
  • In einigen Bundesländern, etwa Vorarlberg oder Salzburg, kann für Kollektorfelder oberhalb definierter Schwellenwerte eine formelle Bewilligung erforderlich sein

Schweiz:

  • Kantonale Gewässerschutzvorschriften sind maßgeblich; zuständige kantonale Bau- oder Energiebehörde konsultieren
  • Schweizer Energiegesetz, EnG: Förderungen sind häufig an zertifizierte Installateure und gelistete Produkte gebunden
  • SIA 384/6: Planung von Wärmepumpenanlagen

Allgemeine Anforderung:
Die Sole sollte aus umweltverträglichen, nicht toxischen und biologisch abbaubaren Frostschutzmitteln bestehen. In wasserrechtlich sensiblen Bereichen wird Propylenglykol gegenüber Ethylenglykol bevorzugt.

Vergleiche

Horizontale Erdkollektoren im Vergleich zu vertikalen Erdsonden

Kriterium Horizontaler Erdkollektor Vertikale Erdsonde
Einbautiefe 1,2–2,0 m 50–250 m
Erforderliche Grundstücksfläche Hoch, 1,5- bis 2,5-mal beheizte Fläche Minimal, weniger als 10 % der beheizten Fläche
Installationskosten Niedriger, kein Bohrgerät erforderlich Höher, bohrkostenintensiv
Leistungsstabilität Saisonal stärker schwankend Ganzjährig sehr stabil
COP / JAZ 3,5–5,0 4,0–5,5
Genehmigungskomplexität Niedrig bis mittel Mittel bis hoch
Regeneration des Erdreichs Durch Sonne und Niederschlag Langsamer, durch geothermischen Wärmefluss
Am besten geeignet für Grundstücke mit Gartenfläche Urbane Grundstücke mit wenig Fläche
Wartungszugang Voller Zugang grundsätzlich möglich Unterirdisch nur eingeschränkt zugänglich

Fazit: Horizontale Erdkollektoren sind die kosteneffiziente Wahl, wenn ausreichend Grundstücksfläche vorhanden ist. Vertikale Erdsonden bieten eine noch gleichmäßigere Leistung und benötigen weniger Fläche, verursachen aber deutlich höhere Installationskosten.

Horizontale Erdwärmekollektoren im Vergleich zu Luft-Wärmepumpen

Kriterium Horizontaler Erdkollektor Luft-Wärmepumpe
Wärmequelle Erdreich, stabil bei etwa 8–12 °C Außenluft, etwa −15 bis +35 °C
COP bei −7 °C Außentemperatur 4,0–5,0 2,0–2,8
Leistung im Winter Stabil Sinkt bei niedrigen Außentemperaturen
Installationsaufwand Hoch, Erdarbeiten erforderlich Niedrig, Außeneinheit plus Leitungen
Installationskosten Höher Niedriger
Geräuschentwicklung Außen geräuschlos Außeneinheit mit 45–65 dB(A)
Optische Wirkung Keine sichtbare Außeneinheit Außeneinheit sichtbar
Flächenbedarf Hoch Minimal
Kühlfunktion Passive Kühlung möglich Aktive Kühlung möglich
Am besten geeignet für Ländliche und suburbane Grundstücke mit Garten Urbane Standorte mit wenig Platz

Fazit: Erdgekoppelte Systeme sind Luft-Wärmepumpen bei niedrigen Außentemperaturen überlegen – genau dann, wenn der Heizbedarf am höchsten ist. Die höheren Installationskosten werden durch die bessere Effizienz über die Betriebsdauer ausgeglichen.

Horizontale Erdkollektoren im Vergleich zu Grundwasser-Wärmepumpen

Kriterium Horizontaler Erdkollektor Grundwasser-Wärmepumpe, offenes System
Wassersystem Geschlossener Solekreis Offener Kreislauf mit entnommenem Grundwasser
Leistung Gut, JAZ 3,5–5,0 Sehr gut, JAZ 4,5–6,0
Bewilligung Mittel Komplex, Entnahmebewilligung erforderlich
Grundwasserrisiko Keines Risiko bei Wiedereinleitung; Eisenverockerung
Wartung Minimal Pumpenverschmutzung; regelmäßige Inspektion
Verfügbarkeit Breiter einsetzbar Ausreichendes Grundwasser erforderlich
Kosten Mittel Variabel, abhängig von Brunnen und Pumpen

Integration mit anderen Systemen

Integration mit Fußbodenheizung / Flächenheizung

Fußbodenheizung ist der optimale Wärmeverteilungspartner für Wärmepumpen mit horizontalem Erdkollektor. Mit Vorlauftemperaturen von 28 °C bis 38 °C maximiert sie COP und Jahresarbeitszahl.

Integrationsanforderungen:

  • Hydraulische Weiche oder Pufferspeicher, bei kleinen Systemen etwa 50 bis 100 Liter
  • Mischkreis für den Fußbodenheizungsverteiler, wenn Zonen mit unterschiedlichen Temperaturen genutzt werden
  • Raumthermostat oder witterungsgeführte Regelung
  • Mindestaufbauhöhe des Fußbodens: 80 bis 100 mm, abhängig vom Estrichaufbau

Ergebnis:
Die Kombination einer Erdwärmepumpe mit horizontalem Erdkollektor und Fußbodenheizung erreicht in mitteleuropäischen Klimazonen regelmäßig Jahresarbeitszahlen von 4,0 bis 5,5.

Integration mit Warmwasserbereitung

Definition:
Die in das Erdwärmepumpensystem integrierte Warmwasserbereitung nutzt denselben Verdichter und Kältemittelkreislauf, um einen separaten Warmwasserspeicher zu erwärmen.

Option Beschreibung Hinweise
Integrierter Warmwasserspeicher Kombigerät aus Wärmepumpe und Schichtspeicher Sehr effizient; ein Gerät
Externer Schichtspeicher Wärmepumpe beheizt separaten Warmwasserspeicher Flexible Dimensionierung
Ergänzende Brauchwasser-Wärmepumpe Separate kleine Warmwasser-Wärmepumpe Geeignet für Sanierungen

Legionellenanforderungen:
Warmwasserspeicher müssen regelmäßig mindestens 60 °C erreichen. Hochtemperatur-Wärmepumpen oder integrierte elektrische Heizstäbe stellen die Einhaltung von EN 806-2 und der österreichischen ÖNORM B 5019 sicher.

Integration mit Photovoltaik

Erdwärmepumpen lassen sich sehr gut mit einer Photovoltaikanlage am Gebäude kombinieren. Der Verdichter der Wärmepumpe ist der wichtigste elektrische Verbraucher und kann über Smart-Grid-Ready-Regelung, SG-Ready, an den PV-Ertrag angepasst werden.

SG-Ready-Betrieb:

  • Stufe 1: Wärmepumpe gesperrt, etwa bei Netzspitzen- oder Hochlasttarif
  • Stufe 2: Normalbetrieb
  • Stufe 3: Wärmepumpe läuft bei PV-Überschuss, zum Beispiel zur Pufferladung
  • Stufe 4: Wärmepumpe läuft mit voller Leistung zur maximalen PV-Nutzung

Vorteile:
Der Eigenverbrauch von PV-Strom senkt die Betriebskosten und erhöht den tatsächlichen Anteil erneuerbarer Energie. iDM-Wärmepumpenregelungen unterstützen SG-Ready und Smart-Meter-Integration standardmäßig.

Integration mit Wärmespeichern / Pufferspeichern

Zweck:
Ein Pufferspeicher entkoppelt den Betrieb der Wärmepumpe von kurzfristigen Heizlastspitzen. Die Wärmepumpe lädt den Speicher, das Heizsystem entnimmt die Wärme daraus. Dadurch werden Verdichterstarts reduziert und die Lebensdauer verlängert.

Dimensionierungsrichtwert:

  • Mindestpuffervolumen: 15 bis 25 Liter pro kW Wärmepumpenleistung
  • Beispiel: 12-kW-Wärmepumpe → 180 bis 300 Liter Pufferspeicher

Zusatznutzen:
Pufferspeicher ermöglichen Lastverschiebung, also das Beladen während günstiger Stromtarifzeiten. Das senkt die Betriebskosten zusätzlich.

Integration mit Lüftungsanlage und Wärmerückgewinnung

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung reduziert den Heizwärmebedarf eines Gebäudes um 20 bis 40 %. In Kombination mit einer Erdwärmepumpe kann damit annähernd Passivhausniveau erreicht werden.

Kombinierter Systemnutzen:
Ein geringerer Heizwärmebedarf reduziert die erforderliche Größe von Wärmepumpe und Kollektorfläche. Eine Heizlast von 15 kW ohne Lüftungsanlage kann mit Wärmerückgewinnung auf 9 bis 10 kW sinken. Das spart sowohl bei der Anlagentechnik als auch bei der Installation erhebliche Kosten.

Integration mit Smart Home und Gebäudeleittechnik

Moderne Erdwärmepumpenregelungen unterstützen die Integration in Gebäudeleittechnik und Smart-Home-Systeme über:

  • Modbus TCP/RTU
  • BACnet IP
  • KNX
  • Herstellereigene Cloud-Plattformen, etwa iDM Navigator und App-Steuerung

Vorteile:
Fernüberwachung von Soletemperaturen, COP, Störmeldungen und Energieverbrauch. Frühzeitige Wartungshinweise. Lastmanagement und Demand-Response-Fähigkeit für künftige Netzflexibilitätsanreize.

Installationsprozess: Schritt-für-Schritt-Überblick

Phase 1: Planung und Auslegung

  1. Heizlastberechnung: Ermittlung der maximalen Heizlast des Gebäudes nach EN 12831-1.
  2. Dimensionierung der Kollektorfläche: Anwendung der Entzugsraten nach VDI 4640 oder ÖNORM entsprechend dem lokalen Bodentyp.
  3. Layoutplanung: Festlegung von Grabenmuster, Rohrführung und Position der Verteilerstation.
  4. Hydraulische Auslegung: Dimensionierung von Umwälzpumpe, Rohrdurchmessern und Druckverlusten.
  5. Bewilligung oder Anzeige: Einreichung der Anzeige beziehungsweise des Bewilligungsantrags bei der zuständigen Wasserbehörde.

Phase 2: Baustellenvorbereitung und Aushub

  1. Absteckung: Markierung der Kollektorgräben vor Ort; Prüfung auf bestehende Leitungen wie Gas, Wasser, Strom und Telekommunikation gemäß lokalen Vorschriften.
  2. Leitungssuche: Einsatz von Bodenradar oder manueller Kabel- und Leitungsortung.
  3. Aushub: Ausheben der Gräben auf 1,2 bis 2,0 m Tiefe mit Minibagger oder Bagger; Oberboden getrennt lagern, damit er später wieder eingebaut werden kann.
  4. Vorbereitung der Grabensohle: Entfernen scharfer Steine; bei Bedarf Einbau einer 100-mm-Sandbettung.

Phase 3: Kollektorinstallation

  1. Rohrverlegung: Verlegung der PE-Xa- oder PE100-Kollektorrohre gemäß geplantem Layout; korrekte Abstände einhalten.
  2. Kreisverbindungen: Anschluss der einzelnen Kreise mittels Heizwendel-/Elektroschweißung oder für Erdkollektoren zugelassener Klemmverbindungen.
  3. Einbau der Verteilerstation: Installation des Verteilerschachts; Anschluss aller Vor- und Rückläufe der Kollektorkreise.
  4. Rohrkennzeichnung: Kennzeichnung aller Kollektorkreise; Verlegung von Warnband oberhalb der Rohrebene.

Phase 4: Druckprüfung und Verfüllung

  1. Druckprüfung: Den gesamten Solekreis auf 6 bar abdrücken; mindestens 30 Minuten halten; kein Druckverlust zulässig, gemäß EN 805 beziehungsweise lokalen Vorgaben.
  2. Inspektion: Kontrolle durch Installateur und Auftraggeber vor der Verfüllung.
  3. Verfüllung: Wiedereinbau des Aushubmaterials in verdichteten Lagen; Oberboden wiederherstellen; Rasen oder Oberfläche nach Bedarf rekultivieren.

Phase 5: Wärmepumpeninstallation und Inbetriebnahme

  1. Aufstellung der Wärmepumpe: Installation der Inneneinheit im Technikraum auf schwingungsdämpfenden Aufstellfüßen.
  2. Hydraulische Anschlüsse: Anschluss des Solekreises an den Verdampfer und des Heizkreises an den Kondensator der Wärmepumpe.
  3. Solebefüllung: Befüllen und Entlüften des Solekreises; Frostschutz auf die vorgegebene Konzentration einstellen; pH-Wert zwischen 7,0 und 9,0 prüfen.
  4. Elektrischer Anschluss: Anschluss an die Stromversorgung durch eine befugte Elektrofachkraft; Anschluss von Smart-Control-Komponenten, SG-Ready-Schnittstelle und Fernüberwachung.
  5. Inbetriebnahme: Erststart; Prüfung von Soledurchflüssen, Vorlauftemperaturen, Temperaturdifferenzen über Verdampfer und Kondensator sowie Stromaufnahme des Verdichters.
  6. Leistungsnachweis: Erfassung und Dokumentation der Inbetriebnahmedaten; Abgleich mit den Planungsparametern.
  7. Übergabe: Einweisung des Betreibers; Übergabe der Systemdokumentation, Bestandspläne und Wartungsintervalle.

Häufige Installationsfehler und wie man sie vermeidet

Fehler Folge Vermeidung
Zu kleine Kollektorfläche Gefrieren des Erdreichs; Anlagenabschaltung Dimensionierung nach VDI 4640 / ÖNORM mit Sicherheitszuschlag
Falsche Solekonzentration Eisbildung bei niedrigen Temperaturen Konzentration vor Inbetriebnahme mit Refraktometer prüfen
Scharfe Steine im Graben Langfristige Rohrbeschädigung Sandbettung; Sichtprüfung vor Verfüllung
Unausgeglichener Verteilerfluss Lokales Gefrieren; ungleichmäßige Entzugsleistung Abgleichventile einbauen; Inbetriebnahme mit Durchflussmesser
Unzureichende Druckprüfung Leckagen bleiben nach Verfüllung unentdeckt Vollständige Druckprüfung immer vor Verfüllung durchführen
Falsche Kältemittelfüllmenge Reduzierter COP; Verdichterschäden Zertifizierte Kältetechnik-Fachkraft; Füllmenge exakt einwiegen
Fehlender Frostschutz Kollektor friert ein; Wärmepumpenschaden Frostschutz der Sole immer vor der kalten Jahreszeit prüfen
Keine Bestandspläne Spätere Beschädigung bei Grabungsarbeiten Alle Rohrläufe fotografisch dokumentieren; CAD-Bestandsplan verpflichtend erstellen

Regulatorischer Rahmen und Standards

Deutschland

Standard / Regelwerk Anwendungsbereich
Gebäudeenergiegesetz, GEG 2024 Pflichtanteil erneuerbarer Heizenergie, 65-%-Regel; Anforderungen an Niedrigstenergiegebäude
VDI 4640 Blatt 2 Auslegung horizontaler Erdkollektorsysteme
DIN EN 14511 Leistungsprüfung und Bewertung von Wärmepumpen
DIN EN 15450 Planung von Heizungsanlagen mit Wärmepumpen
WHG, Wasserhaushaltsgesetz Grundwasserschutz; Anforderungen an Solekreise
DVGW W 120 Qualifikation von Geothermie-Fachbetrieben

Österreich

Standard / Regelwerk Anwendungsbereich
OIB-Richtlinie 6 Energieeffizienz von Gebäuden; Anforderungen an erneuerbare Anteile
ÖNORM H 5151 Planung von Wärmepumpenanlagen
ÖNORM M 7755 Planung von Erdwärmeübertragern
WRG, Wasserrechtsgesetz Bewilligungsanforderungen für erdthermische Anlagen
ÖNORM EN 14511 Leistungsprüfung von Wärmepumpen

Schweiz

Standard / Regelwerk Anwendungsbereich
MuKEn 2014, Mustervorschriften der Kantone Kantonale Energieanforderungen; Heizung in Neubauten
SIA 384/6 Planung von Wärmepumpenanlagen
EnG, Energiegesetz Nationale Energieeffizienz- und Erneuerbaren-Ziele
Kantonale Gewässerschutzgesetze Je nach Kanton unterschiedlich; zuständige kantonale Baubehörde konsultieren

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Thomas Pletzer
Matthias Steiner
Christian Hutter
Adrian Egger
EXPERTEN-BERATUNG
Über 50 Jahre Erfahrung mit Wärmepumpen

Die iDM Energiesysteme GmbH mit Sitz in Matrei in Osttirol, Österreich, zählt zu den führenden Herstellern von Erdwärmepumpensystemen in Mitteleuropa. iDM produziert seit 1979 Wärmepumpen in Österreich. Die TERRA-Serie des Unternehmens wurde speziell für horizontale Erdkollektoren und Erdsondenanwendungen in der DACH-Region entwickelt.

Systemvorteile von iDM bei horizontalen Erdkollektoranlagen:

  • TERRA Sole-Wasser-Wärmepumpen, zertifiziert nach EN 14511, mit COP-Werten bis 5,3 bei B0/W35
  • SG-Ready- und Modbus-Integration serienmäßig über die Produktpalette hinweg
  • iDM Navigator als cloudbasierte Plattform für Fernüberwachung und Steuerung
  • Kaskadierbare Geräte für Mehrfamilienhäuser und gewerbliche Anwendungen
  • Umfassendes Partnernetz zertifizierter Installateure in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol
  • Vollständige Dokumentationsunterstützung für Förderanträge, etwa BAFA, KfW, österreichische Bundesförderungen und kantonale Förderungen in der Schweiz